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pte20000425003 in Forschung

Keramikmembran ermöglicht Herstellung homogener Emulsionen

Sterile Produktion von Salben, Emulsionen und Nahrungsmitteln


Stuttgart (pte003/25.04.2000/11:00)

Eine schonende Methode zur Herstellung von Emulsionen entwickelte das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB). Dabei handelt es sich um ein Membranverfahren, mit dem sich eine stabile Emulsion mit sehr kleinen Tröpfchendurchmessern ohne Wärmeentwicklung, und wenn erwünscht steril, herstellen lässt. http://www.igb.fhg.de/Presse/dt/PI_Emulsion.dt.html

Damit sich Essig und Öl zu einer homogenen Sauce verbinden, müssen die beiden Phasen kräftig gemischt werden. Denn eigentlich sind Wasser und Öl nicht mischbar: Nur der Eintrag von Energie durch Rühren oder Schlagen bewirkt, dass sich die eine Phase in Form feiner Tröpfchen in der anderen verteilt. Dieses disperse System nennt der Chemiker Emulsion. Emulsionen begegnen uns auch in Form von Cremes und Margarine oder Lotionen und Milch. Im industriellen Produktionsmaßstab werden bisher zur Herstellung von Emulsionen vorwiegend Rotor-Stator Systeme, Hochdruckhomogenisatoren oder Ultraschall verwendet. Sie alle aber haben den Nachteil, dass Wärme frei wird und sich die Emulsion erhitzt. Dies schadet in den meisten Fällen dem Produkt.

Eine wesentlich schonendere Lösung präsentieren nun Forscher des IG. Sie stellen Emulsionen mit Hilfe von Membranen her. Die Wissenschaftler benutzen hierfür keramische Rohrmembran. An ihrer Außenseite steht die Ölphase unter einem Druck von bis zu 4 bar an. Dieser Druck bewirkt, dass das Öl durch die feinen Membranporen auf die Innenseite der Membran gelangt. "Wenn nun Wasser durch die Membran strömt, reißt es dabei kleinste Öltröpfchen von der Membraninnenseite mit", erläutert Projektleiterin Ursula Schließmann. Das Resultat ist eine Emulsion mit sehr kleinen Tröpfchendurchmessern (< 1µm) und einer sehr gleichmäßigen Tröpfchengrößenverteilung wie sie mit konventionellen Verfahren nicht herstellbar ist. Das macht die Emulsion homogen und auch stabil.

Die Keramikmembran und die für den Emulsionsprozess entworfene Anlage ist mit heißem Dampf sterilisierbar. Die Porengröße der Keramikmembran kann so gewählt werden, dass Mikroorganismen sie nicht passieren können. Die wässrige Phase wird vor dem Emulsionsprozess sterilfiltriert, so dass eine keimfreie Lösung vorliegt. Eine Nachsterilisation der Emulsion ist dann nicht erforderlich. Die kleinen Tröpfchendurchmesser erlauben jedoch auch eine spätere Sterilfiltration.

Das Verfahren hat sich bereits in der industriellen Praxis bewährt. Mit dem System lassen sich sowohl Öl-in-Wasser-Emulsionen für Lotionen, Saucen aber auch Kühlschmierstoffe, wie auch Wasser-in-Öl-Emulsionen z. B. für Salben herstellen. Durch die Wahl des transmembranen Drucks, der Überströmgeschwindigkeit der wässrigen Phase und der Membranart sowie der Modulgröße kann das System auf jede herzustellende Emulsion optimal angepasst werden. Informationen: Dipl.-Ing. Ursula Schließmann, E-Mail us@igb.fhg.de (idw) (Ende)
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