pts20080611018 in Business
Kanton Zürich richtet sich gegen die viel gelobte freie Marktwirtschaft
Zürich (pts018/11.06.2008/11:00)
Eingehend mit dem Beschluss des Kantonsrates vom 9. Juni 2008 für die Schaffung von zwei biometrischen Zentren für Pässe sowie ID-Karten untergräbt der Kantonsrat indirekt die freie Marktwirtschaft. Die Existenz von rund 60 Fotofachgeschäften im Kanton Zürich, welche im VFS, dem "Verband Fotohandel Schweiz" zusammengeschlossene Berufs- und Ausbildungsbetriebe sind, dürfte stark durch diesen Beschluss gefährdet sein. Was wir schon seit Jahren für die EU-Staaten sowie für alle anderen Ausweisbilder benötigenden Einwohner dieses Landes tagtäglich unter Beweis stellen, wird hier einfach übergangen und konkurrenzlos befehligt.Es kann ja nicht sein, dass wir, die Fotohändler - und das sind nun mal die Passfotografen in der Schweiz - die ja gleichzeitig für alle Staaten genormte Ausweisbilder herstellen, gerade von unseren Obrigkeiten mit so genannten "kundenfreundlichen Zentren" ausgelassen werden und nur noch die schwierigen Fälle fotografieren dürfen. Kleinstkinder, um nur ein Beispiel zu nennen, kann man nicht einfach so in einen Automaten halten und dann auch noch erwarten, dass die Augen gerade aus gerichtet sind. Dies erfordert ziemlich viel Aufmerksamkeit des Fotografen. Diese Zeit und Aufmerksamkeit ist in einer Beamtenstube mit Sicherheit nicht zu erwarten. Zudem ist es eine Verschwendung und Fehlinvestation in Automaten, welche das Unbehagen des Bürgers nach sich zieht, wenn doch Lösungen, die wir schon für andere Staaten anbieten, praktiziert werden. Diese verweisen auf unsere extra geschaffene Homepage http://www.passfotografen.ch , und diese Passfotografen geben Garantie für ein korrektes Pass- oder auch ID-Foto. Für viele Fotohändler ist das Passbild heute der wichtigsten Umsatzträger geworden, kurz: der Fotohandel braucht das Passbildgeschäft.
Werden die Passbilder in den Passzentren erstellt, so werden die Antragsteller (sprich: mündige Schweizer Bürger) die Leidtragenden sein. Ich glaube auch, dass die zuständigen Verantwortlichen der Polizeibehörden, welche vom Verband schon des Öfteren kontaktiert wurden, dies bestätigen werden. Die von VFS in diesem Zusammenhang gemachten Vorschläge wurden weder vom EJPD noch von den kantonalen Polizeistellen umgesetzt. Spätestens wenn die angehenden Pass- und ID-Besitzer das umständliche Prozedere über sich ergehen lassen müssen, dürfte Unmut entstehen, und man wird sich daran erinnern, wie einfach und qualitativ hervorragend das Anfertigen von Passaufnahmen bei Fotografen war. Wie weit weg sind doch die Politiker und die Beamten von der Realität des Normalbürgers im Leben entfernt!
Man weiss, dass alleine im Kanton Zürich eine Million Bürger alle fünf bis zehn Jahre einen Ausweis benötigen. Dazu stehen im Kanton Zürich zwei Passbildzentren zur Verfügung, die an 250 Arbeitstagen jährlich tagtäglich 400 Passanträge bewältigen müssen, wobei diese nicht kontinuierlich, sondern mit enormen Spitzen im Frühling und Herbst anfallen werden. In diesem Horrorszenario dürften die Beamten der Zentren noch froh sein, dass ihnen das zeitraubende Fotografieren von berufener Seite abgenommen wird.
Auch steht mit dem Wegfall des Passbildes unser beruflicher Nachwuchs auf dem Spiel. In unseren Ausbildungsbetrieben sind alleine im Kanton Zürich rund 150 Lehrstellen gefährdet, wenn nun auch noch der Staat diese unsägliche Konkurrenzierung der Ortsansässigen Passfotografen weitertreibt. Liebe Linke und Rechte, dies sind fünf volle Schulklassen oder ein ganzes Stockwerk in unserer Berufsschule in Zürich, die dann wegen diesem kurzfristigen Denken für anderes zur Verfügung stehen wird.
Wir meinen: "Schuster bleib bei deinen Leisten" - oder lasst das Passbild bei den Fotografen. Es ist ihr Métier. (Ende)
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