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pte20191218012 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Italien-Cartoon vergleicht EU mit Auschwitz

Boris Johnson als flüchtender Gefangener dargestellt - Karikaturist rudert nach Kritik zurück


Karikatur: Aufregung über Auschwitz-Vergleich (Foto: twitter.com, Mario Improta)
Karikatur: Aufregung über Auschwitz-Vergleich (Foto: twitter.com, Mario Improta)

Auschwitz/Düsseldorf (pte012/18.12.2019/11:30) - Der italienische Karikaturist Mario Improta sorgt mit einem Cartoon, der die EU mit dem NS-Vernichtungslager Auschwitz gleichsetzt, für Empörung. Allen voran das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau http://auschwitz.org kritisiert die Darstellung. Die Karikatur wurde anlässlich des Wahlsiegs der Konservativen Partei in Großbritannien veröffentlicht und zeigt den britischen Premierminister Boris Johnson als flüchtenden Gefangenen des Vernichtungslagers in Anspielung auf den Brexit.

"Provokation geglückt"

"Heutzutage müssen sich Medien und auch Karikaturisten von der allgegenwärtigen Fülle an Information abheben. Provokation ist dafür ein leichtes Mittel. Hier werden die Grenzen des guten Geschmacks immer weiter verschoben. Am Ende des Tages ist Improta die Provokation geglückt, er hat viel Aufmerksamkeit erhalten. Aber Aufsehen kann nicht die einzige Währung sein", kritisiert Kommunikationsexperte Christian Scherg http://revolvermaenner.com im Gespräch mit pressetext.

In der auf Improtas Twitter-Account veröffentlichten Karikatur ist Johnson zu sehen, der die Kleidung eines Häftlings trägt und die britische Flagge schwenkend aus dem Vernichtungslager läuft. Auf dem Eingangstor des Lagers, wo in der Realität der berüchtigte Schriftzug "Arbeit macht frei" zu sehen ist, steht "Unione Europea", also Europäische Union auf Italienisch.

"Eindimensionale Symbolik"

"Es ist mittlerweile ein großes Problem, dass so komplexe Gräuel wie der Holocaust zugunsten schnellerer Lesbarkeit in eine solch eindimensionale Symbolik heruntergebrochen werden. In Diskussionen bemühen viele nur noch solche naiven Vereinfachungen und untergraben damit jegliche Inhalte. So hetzen die Menschen im politischen Diskurs nur noch von einem Aufreger zum nächsten", so Scherg.

Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau kritisierte die Karikatur auf Twitter scharf, es sei schmerzhaft für die Überlebenden des Holocaust, dass Auschwitz als Symbol schamlos ausgenutzt werde. Die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi, für die Improta in der Vergangenheit Wahlkampagnen gezeichnet hat, distanzierte sich von dem Karikaturisten. Improta reagierte auf die Empörung mit einer Anpassung des Cartoons, in der die EU nun als gewaltige Toilette gezeigt wird, aus der ein Boris Johnson mit gewöhnlicher Kleidung läuft.

(Ende)
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