pte19980203006 in Business
Infektionen auf dem Vormarsch
Jeder zweite ohne ausreichenden Impfschutz
München (pte006/03.02.1998/09:34)
Weltweit geht jeder dritte Todesfall auf das Konto von Infektionskrankheiten. Auch in den Industrienationen sind sie die dritthäufigste Todesursache. Zu den Hauptgefahren zählen Infektionen der Atemwege, Durchfallerkrankungen, Tuberkulose, Malaria, Hepatitis B, AIDS und Masern. Jeweils zwei Milliarden Menschen haben sich mit Tuberkulose- und Hepatitis B-Viren infiziert. Die mögliche Übertragung von BSE auf den Menschen und die alarmierenden Meldungen über einen neuen Grippevirus in Hongkong haben jedoch die großen Gefahren, die von den "klassischen" Infektionskrankheiten ausgehen, in den Hintergrund gedrängt. Dabei verzeichnen Experten eine wahre Renaissance dieser Viruserkrankungen.Trotzdem unterschätzen viele Menschen die Ansteckungsgefahr von Diphtherie und anderen als "besiegt" geltenden Infektionskrankheiten. Experten gehen davon aus, daß mehr als die Hälfte der Westeuropäer hat keinen ausreichenden Impfschutz gegen Diphtherie haben. Junge Kinder sind zwar noch relativ gut durchgeimpft, aber spätestens ab dem jugendlichen Erwachsenenalter werden die alle 10 Jahre notwendigen Auffrischimpfungen unterlassen", meinte Prof. Dr. Burkhard Schneeweiß, Arzt für Mikrobiologie und Jugendmedizin, auf dem 22. Interdisziplinären Forum der deutschen Bundesärztekammer.
Nach Jahrzehnten der "Ruhe" träten wieder vermehrt Einzelfälle von Diphtherie auf. Wie wichtig eine Immunisierung gegen solche Infektionskrankheiten sei, zeige sich vor allem daran, daß die betroffenen Patienten allesamt nur unzureichend geimpft gewesen seien. Bedrohlich sei vor allem die Entwicklung in Osteuropa, wo seit Beginn der 90er Jahre über 150.000 Menschen an Diphtherie erkrankt und über 5.000 Menschen daran gestorben seien. Die Opfer hätten alle keinen ausreichenden Impfschutz gehabt, betonte Schneeweiß. In den subtropischen und tropischen Entwicklungsländern sei das Infektionspotential besonders hoch einzuschätzen. [Quelle: Bundesärztekammer] (Ende)
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