pts19970221003 in Business
Hostasch: "Dallinger war Anwalt der Schwachen"
Hostasch würdigt Dallinger als "großen Denker und Gestalter"
Wien (pts003/21.02.1997/19:02)
"Er war der Anwalt der sozial Schwachen, ein großer Denker und sozialpolitischer Gestalter." - Mit diesen Worten würdigte heute Sozial- und Gesundheitsministerin Lore Hostasch den am 23. Februar 1989 bei einem tragischen Flugzeugabsturz verunglückten ehemaligen Sozialminister Alfred Dallinger. Er habe mit seiner "Politik der Solidarität" Beispiel gegeben, sagte Hostasch: "Um die Herausforderung von heute zum Nutzen aller in dieser Gesellschaft zu bewältigen, sollte uns dieses Beispiel - Dallingers Offenheit, Weitsicht und Gestaltungswillen - Vorbild sein."Alfred Dallinger habe mit der Schaffung der "experimentellen Arbeitsmarktpolitik" völlig neue Wege zur Beschäftigung beschritten, auch gegen den Widerstand vieler Gruppierungen, hob Hostasch hervor. Seine Geisteshaltung sei vom unermüdlichen Ringen um Solidarität in unserer Gesellschaft geprägt gewesen. "Er hatte tiefe Sorge vor dem Zerfall des sozialen Grundkonsenses." Vor dieser Sorge sei einerseits seine durchaus pragmatische Politik mit sozialen Verbesserungen für sozial Schwache im Rahmen des budgetär Machbaren zu sehen, meint Hostasch. "Andererseits entwickelte er weit vorausschauende Ideen und Konzepte wie Arbeitszeitverkürzung, Wertschöpfungsabgabe und Mindestsicherung." Er habe erkannt, daß ein ausschließlich den Kriterien des betrieblichen Rentabilitätskalküls verpflichteter Strukturwandel soziale und ökologische Verträglichkeit ausklammert. "Diese Erkenntnis war gleichzeitig Antrieb seiner politischen Gestaltungskraft."
Acht Jahre nach seinem Tod sei dieser Gestaltungsbedarf der sozialen Komponente in der Marktwirtschaft aktueller denn je, stellte Hostasch fest: "Wagen wir in Dallingers Sinn den - durchaus kontroversiellen - Diskurs mit dem Ziel, in einem möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens den Sozialstaat Österreich auf einem hohen Niveau abzusichern." (Ende)
| Aussender: | Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales |
| Ansprechpartner: | Mag. Georg Pehm, email: <A HREF=mailto:georg.pehm@bmas.gv.at>georg.pehm@bmas.gv.at</A>, Tel. (0222) |
| Website: | www.bmags.gv.at/ |
