pts20071219016 in Leben
Hornhauttransplantation: 8.000 Deutsche warten auf Spenderorgan
Hornhautbank München versorgt Kliniken und Praxen mit Hornhauttransplantaten
München (pts016/19.12.2007/11:00)
In Deutschland werden jährlich zwischen 5.000 - 6.000 Hornhauttransplantationen durchgeführt, doch die Wartelisten sind lang: ca. 8.000 Patienten hoffen auf ein Spenderorgan, um ihr Augenlicht wiederzuerlangen. Zwar verfügen in Deutschland derzeit insgesamt ca. 25 Kliniken über eigene Hornhautbanken, doch decken diese weitgehend nur ihren eigenen Bedarf ab. Hier nimmt die Hornhautbank München eine einzigartige Position ein. Die 1991 gegründete Institution ist deutschlandweit die erste und bisher einzige klinikunabhängige Stelle, die gemeinnützig arbeitet und Kliniken und Praxen sowohl in Deutschland als auch in Europa mit Hornhauttransplantaten versorgt."Um diese Versorgungswege auch künftig zu sichern, brauchen wir mehr Spender", so Andrea Gareiss-Lok von der Hornhautbank München. "Neue Regulierungen, die einerseits zwar der Patientensicherheit zu Gute kommen, andererseits aber zu einer großen Verunsicherung führten, bewirken, dass eine noch viel intensivere Aufklärungsarbeit innerhalb der Bevölkerung erforderlich ist, um auf die Problematik aufmerksam zu machen - jeden von uns kann es treffen und jeder von uns ist dankbar wenn ein anderer in einem Akt der Nächstenliebe an seine Mitmenschen denkt und sich zu einer Hornhaut-Organspende bereit erklärt."
Interessierte, die sich über Hornhauttransplantationen oder die Möglichkeit einer Hornhaut-Spende informieren möchten, können sich direkt an Frau Andrea Gareiss-Lok, Augenbanktechnikerin und Geschäftsführerin der Hornhautbank München, unter der Rufnummer 089/132910 wenden. Nähere Informationen finden Sie auch im Internet unter http://www.hornhautbank-muenchen.de .
Der Leidensweg des Wolfgang S.
Wolfgang S. greift nach meiner Hand, sucht Halt. "Es ist für mich einfacher auf einer dunklen Straße zu gehen als hier", sagt er. Wir stehen mitten im vorweihnachtlichen Gewühl der Münchner Innenstadt. Hektik um uns herum, die Schaufenster in der Einkaufspassage sind hell erleuchtet, überall blinkt und strahlt es. Die vielen Lichter irritieren ihn. Wolfgang S. ist einer von mehr als 8.000 Menschen in Deutschland, die an einer fortgeschrittenen Hornhauterkrankung leiden und auf ein Spenderorgan warten. Er sieht alles wie durch einen trüben, milchigen Schleier, kann nur noch Umrisse erkennen.
Bereits als Kind begann sein Leidensweg. Mit neun Jahren riss erstmals die Hornhaut. Doch der damals behandelnde Arzt erkannte nicht die eigentliche Ursache, verschrieb stattdessen Cortisonsalben und andere Medikamente. "Zudem litt ich unter Neurodermitis, von der, wie sich erst Jahre später herausstellen sollte, auch die Innenseiten der Augenlider befallen waren. Ich rieb mir ständig die Augen." Dies griff die ohnehin geschwächten Hornhäute zusätzlich an. Wolfgang S. musste sich immer wieder in ärztliche Behandlung begeben. Doch er gab nie auf, spielte Fußball, schaffte es als Jugendlicher sogar bis in die Bayernauswahl. "Ich war sportlich sehr aktiv, später als Jugendtrainer hatte ich bis zu fünfmal die Woche Training. Zwar musste ich zwischendurch oft pausieren oder mit Schutzbrille spielen, aber letztendlich war immer eines der beiden Augen brauchbar." So ging das 25 Jahre lang - bis gar nichts mehr ging. Im Laufe der Zeit hatte sich sein Zustand derart verschlechtert, dass er fast nichts mehr sehen konnte. Der Kundenbetreuer, er fuhr bis zu 3000 km monatlich mit dem PKW, musste sich in den Innendienst versetzen lassen, kann seitdem nur noch mit spezieller Software und diversen Hilfsmitteln am Computer arbeiten. Als er 1998 erstmals von Professor Dr. Thomas Neuhann, einem der renommiertesten deutschen Augenchirurgen und Gründer der Hornhautbank München, untersucht wurde, war schnell klar, dass nur noch eine Hornhauttransplantation helfen würde.
Wolfgang S. litt unter extremer Hornhautverkrümmung und Vernarbungen, die nicht mehr ohne Operation auszugleichen waren. Zudem hatten sich auf den Innenseiten der Augenlider durch die Neurodermitis und dem ständigen Reiben im Laufe der Jahre regelrechte Wucherungen gebildet, die in einer ersten OP vorab entfernt werden mussten. 1999 erhielt er dann im rechten Auge seine erste Spenderhornhaut. "Ich war überglücklich, plötzlich wieder sehen zu können, wenn auch nur auf einem Auge." Doch die Freude über das neue Lebensgefühl währte nicht lange. Nach kurzer Zeit stieß sein Körper das fremde Transplantat wieder ab. Es folgten weitere Operationen - alle mit demselben Ergebnis.
"Wolfgang S. ist ein besonders komplizierter Fall, da er ein sogenanntes typisiertes Transplantat benötigt, d.h. ein Spenderorgan, das exakt seiner Blutgruppe entspricht, wodurch sich die Auswahl natürlich umso schwieriger gestaltet", so Professor Neuhann, der jährlich ca. 300 Hornhauttransplantationen durchführt. Somit bleibt dem alleinerziehenden Vater nichts anderes übrig, als zu hoffen und auf eine entsprechende Spenderhornhaut zu warten, die endlich wieder Licht in sein Leben bringt.
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Andrea Gareiss-Lok (CEBT)
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