pte19971031007 in Business
Hoffnung für Leukämie-Patienten durch Alpha-Immuntherapie
Ergebnisse erster klinischer Tests mit Wismut-Isotopen ermutigend
Karlsruhe (pte) (pte007/31.10.1997/12:18)
Eine alternative Behandlungsform gegen den Blutkrebs erproben derzeit Wissenschaftler am "Memorial Sloan Kettering Center" in New York. Erste klinische Tests mit radioaktiven Wismut-Isotopen hätten erfreuliche Ergebnisse gezeigt, hieß es am Donnerstag auf dem zweitägigen Symposium" Alpha-Immuntherapie" in Karlsruhe. Die kurzfristigen Erfolge bei der herkömmlichen Leukämiebehandlung sind beachtlich.Bis zu 90 Prozent der Patienten sind nach Chemotherapie und Bestrahlung zunächst tumorfrei. Bei zwei von drei Betroffenen rufen jedoch einzelne, übriggebliebene Tumorzellen bereits nach einem Jahr gefürchtete Rückfälle hervor. Ein Eiweiß des Immunsystems, das eigentlich der Abwehr von Parasiten dient, soll den schlummernden Zeitbomben jetzt den Garaus machen. Dieser Antikörper transportiert das Isotop Wismut 213, einen sogenannten Alpha-Strahler, den Karlsruher Forscher vom Institut für Transurane entwickelt haben.
Bereits ein Wismutatom reicht aus, um eine Tumorzelle abzutöten. Aufgrund der geringen Reichweite von nur wenigen tausendstel Millimetern bleibt das umliegende Gewebe dabei weitgehend unversehrt. Zudem beträgt die Halbwertszeit des Isotops nur 45 Minuten. Professor
David Scheinberg hat den radioaktiven Antikörper bereits ersten klinischen Tests unterzogen. "Nach unseren Erkenntnissen erreicht das Antigen die Leukämiezellen im Körper, etwa im Knochenmark oder in der Leber, binnen fünf bis zehn Minuten und tötet sie ab. Andere Organe wie Nieren oder Lunge hingegen bleiben unbelastet."
Überdies zeigten die Patienten des New Yorker Krebszentrums keine der typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Übelkeit oder Erbrechen. Bis sich die Immuntherapie als zusätzliches Standbein der Krebsbehandlung etabliert hat, wird jedoch nach Ansicht von Gerhard Moldenhauer vom DKFZ in Heidelberg noch sehr viel Forschungsarbeit zu leisten sein". [Quelle: Stefanie Seltmann, David Scheinberg] (Ende)
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