pte20000914054 in Leben
Hinweise auf Leben vor Überflutung des Schwarzen Meeres
Expedition findet Spuren menschlicher Siedlungen in 100 Meter Tiefe
Washington (pte054/14.09.2000/17:21)
Die National Geographic Society http://www.nationalgeographic.comberichtet von sensationellen Funden, die eine Expedition unter der Leitung des Titanic-Entdeckers Robert Ballard letzte Woche im Schwarzen Meer gemacht hat. Etwa 20 km von der türkischen Küste entfernt und in fast 100 Meter Tiefe fanden die Forscher Überreste menschlicher Siedlungen. Die nach ersten Hinweisen blühende Kultur wurde offenbar von einer gewaltigen Überschwemmung heimgesucht.
"Es ist eine unglaubliche Entdeckung", so Ballard. "Die Fundstücke an der Stelle sind sehr gut erhalten, mit geschnitzten Holzbalken, hölzernen Verstrebungen und Steinwerkzeugen inmitten von Schlamm." Die Entdeckung bestätigt eine Theorie der Geologen William Ryan und Walter Pitman von der amerikanischen Columbia University, wonach das Schwarze Meer ursprünglich ein Süßwassersee gewesen war und erst im Zuge der Gletscherschmelze vor etwa 7.000 Jahren vom Mittelmeer überflutet wurde. Durch die eindringenden Wassermassen stieg der Wasserspiegel und die ursprünglichen Küstengebiete versanken im Wasser. Die Wissenschaftler hatten die Flutkatastrofe auch mit der biblischen Sintflut in Verbindung gebracht.
Für Fredrik Hiebert, den leitenden Archäologen der Expedition, sind die Funde ein erster konkreter Hinweis darauf, dass die Küste des Schwarzen Meeres schon vor der Überschwemmung besiedelt war. Die Geschichte der Kulturen in dieser Region müsse neu geschrieben werden.
Die bisherigen Entdeckungen stehen am Anfang der insgesamt fünfwöchigen Expedition. Die Forscher erwarten weitere Fundstücke. Mittels von Radiokarbondatierungen hofft man auch, das genaue Alter der Siedlungen angeben zu können. National Geographic News http://www.nationalgeographic.com/ngnews/blacksea.html wird über den aktuellen Stand der Untersuchungen berichten. (Ende)
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