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pts20200914018 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Herzklappenerkrankungen: Virtuelle Sprechstunden in Corona-Zeiten


Virtuelle Sprechstunde
Virtuelle Sprechstunde "Meine Herzklappe" (Copyright: Meine Herzklappe)

Wien (pts018/14.09.2020/09:55) - Unbehandelte Herzerkrankungen, wie die Aortenklappenstenose, führen bei der Hälfte der Betroffenen innerhalb von zwei Jahren zum Tod. Trotzdem kennen 93 Prozent der über 60-Jährigen diese Krankheit nicht einmal dem Namen nach. Aus diesem Grund veranstaltet der Verein "Meine Herzklappe" anlässlich der europäischen Herzklappenwoche (14. bis 20.9.2020) kostenlose Online-Sprechstunden in Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz u. a. zur Aufklärung. Die virtuelle Sprechstunde wird unterstützt von dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Univ.-Prof. Christian Hengstenberg, Leiter der Kardiologie am AKH Wien und sein Kollege Univ.-Prof. Dr. Raphael Rosenhek, Leiter der Ambulanz für erworbene Herzklappenfehler, stehen am 15., 16. und 17. September online für Fragen zum Thema Herzklappenerkrankungen zur Verfügung.

Eine aktuelle Studie über die Herzgesundheit der Österreicherinnen und Österreicher über 60 Jahren zeigt: Der Informationsstand und das Risikobewusstsein zu Herzklappenerkrankungen sind erschreckend gering. Während sich 34 Prozent vor Krebserkrankungen, 26 Prozent vor Schlaganfällen und 21 Prozent vor Alzheimer fürchten, sind lediglich 5 Prozent in Sorge, sie könnten an einer Herzklappenerkrankung leiden. Dabei sind Herzklappenerkrankungen bei rechtzeitiger Erkennung sehr gut behandelbar. Allerdings liegt bei Nichtbehandlung das Risiko, an einer schweren Aortenstenose mit Vorliegen von Symptomen zu versterben, bei circa 50 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

"Wir müssen das Bewusstsein der Menschen für die Herzklappenerkrankung als schwere, aber behandelbare Erkrankung schärfen. Gerade jetzt, wo viele Menschen verunsichert sind, ob sie wegen Corona überhaupt zum Arzt gehen sollen, müssen wir besonders intensiv informieren. Denn das Risiko eines unbehandelten Herzklappenfehlers ist ungleich größer als eine mögliche Covid-Infektion", so Christian Hengstenberg, Präsident von "Meine Herzklappe" und Leiter der Kardiologie am AKH Wien. "Wir bieten im Rahmen der europaweiten Herzklappenwoche kostenlose Online-Sprechstunden an, bei denen sich Interessierte von zu Hause aus informieren können. Das ersetzt natürlich niemals den Besuch beim Arzt, kann aber helfen, mögliche Symptome im Vorfeld besser erkennen zu können."

Informationsoffensive: Virtuelle Sprechstunden mit Kardiologen des AKH Wien

Als Teil der europaweiten Aufklärungsinitiative #Listentoyourheart des Global Heart Hub, die in der Herzklappenwoche von 14. bis 20. September stattfindet, werden in ganz Europa Initiativen zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung gesetzt. In Österreich beantworten die Kardiologie-Experten des AKH Wien und Vorstandsmitglieder von "Meine Herzklappe", Univ.-Prof. Christian Hengstenberg und Univ.-Prof. Dr. Raphael Rosenhek, alle Fragen rund um Herzklappenerkrankungen.

Der Verein "Meine Herzklappe" bietet drei kostenlose Sprechstunden auf Facebook in Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz an. Die virtuelle Sprechstunde wird unterstützt von dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Zwei Experten beantworten zu folgenden Zeiten sämtliche Fragen rund um Herzklappenerkrankungen, Symptome, Behandlungsmethoden und spezifische Aspekte in Zusammenhang mit Covid-19:
* 15. September 2020 um 17 Uhr unter: https://www.facebook.com/roteskreuzat
* 16. September 2020 um 14 Uhr unter: https://www.facebook.com/meineherzklappe
* 17. September 2020 um 12 Uhr unter: https://www.facebook.com/meineherzklappe

Zusätzlich zu den virtuellen Sprechstunden bietet "Meine Herzklappe" auf der Webseite http://www.meineherzklappe.at ausführliche Informationen für Betroffene, Angehörige und Medizinerinnen und Mediziner sowie Erfahrungsberichte von Betroffenen.

Diagnose: Stethoskop-Untersuchungen sind unerlässlich

Nur wenigen ist bewusst, dass ein Engegefühl in der Brust, Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder ein Ohnmachtsanfall Symptome einer Herzklappenerkrankung sein können. Nicht alle Betroffenen haben schwere oder auffällige Symptome. Oder sie ignorieren die Anzeichen und führen sie einfach auf das Altern zurück.

Um Herzklappenerkrankungen rechtzeitig erkennen und erfolgreich behandeln zu können, ist eine Stethoskop-Untersuchung notwendig. Denn der erste Hinweis ist ein charakteristisches Herzgeräusch, das mit diesem Instrument gehört werden kann. Der Herzklappenfehler wird dann mittels einer Ultraschalluntersuchung des Herzens - der Echokardiographie - bestätigt.

Solche Stethoskop-Kontrollen werden aber nur bei 11,3 Prozent der Befragten bei jedem Hausarztbesuch durchgeführt. Ein Wert, der das Schlusslicht in Europa bildet. Der Bundesländervergleich zeigt hier übrigens starke Abweichungen: Während in Tirol zumindest 29 Prozent bei jedem oder jedem zweiten Hausarztbesuch mit dem Stethoskop abgehört werden, geben nur 9 Prozent der Burgenländer an, dass dies der Fall sei.

"Bitte zögern Sie nicht, auch bei nur leichten Symptomen, professionelle Hilfe aufzusuchen und Ihr Recht auf medizinische Versorgung geltend zu machen!", lautet daher abschließend der Appell der Herzspezialisten Hengstenberg und Rosenhek an die österreichische Bevölkerung.

Über Meine Herzklappe
Rund 115.000 Menschen über 65 Jahren in Österreich sind von einer Herzklappenerkrankung betroffen. Die meisten Erkrankungen bleiben jedoch unerkannt, da die Symptome durch mangelndes Bewusstsein oft als normaler Bestandteil des Älterwerdens akzeptiert werden, obwohl sie lebensbedrohend sein können. Daher wurde 2019 den Verein "Meine Herzklappe - Verein zur Information über Herzklappenerkrankungen" mit dem Ziel ins Leben gerufen, mehr Bewusstsein für Herzklappenerkrankungen in Österreich zu schaffen und somit langfristig die frühzeitige Erkennung und erfolgreiche Behandlung zu fördern. Der Verein möchte informieren, Betroffene unterstützen, Menschen zusammenbringen, Wissen zur Krankheit vermitteln und somit mithelfen, unnötige Herzklappen-Todesfälle zu vermeiden. Präsident des Vereins ist Univ.-Prof. Dr. Christian Hengstenberg, Leiter der klinischen Abteilung für Kardiologie an der Medizinischen Universität Wien und am Universitätsklinikum Allgemeinen Krankenhaus Wien (AKH), als Vizepräsident fungiert Univ.-Prof. Dr. Raphael Rosenhek, Leiter der Ambulanz für erworbene Herzklappenfehler am AKH Wien.

Über Global Heart Hub
Der Global Heart Hub ist die erste globale gemeinnützige Organisation, die gegründet wurde, um den von Herz-Kreislauf-Erkrankungen Betroffenen eine Stimme zu geben. Wir sind ein Zusammenschluss von Organisationen von Herzpatienten mit dem Ziel, eine einheitliche globale Stimme für diejenigen zu schaffen, die mit einer Herzkrankheit leben oder von einer Herzkrankheit betroffen sind.

Über die Studie
Die Zahlen in diesem Pressetext stammen aus der aktuellen Studie "EU Heart Health Survey 2020" von Edwards Lifesciences. Befragt wurden 1.000 Personen (390 Frauen und 610 Männer) ab 60 Jahren aus allen neun österreichischen Bundesländern im Zeitraum 7. bis 23. Oktober 2019. Die vollständigen Studienergebnisse können Sie hier finden: https://globalhearthub.org/heart-health-survey-results/

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