Gesunde Tiere brauchen gesunde Tierärzt:innen
Tierklinik Parndorf veranstaltet Fachtagung zu mentaler Gesundheit in der Tiermedizin
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Dr.Dickmann, Smetaczek, MMSc.PhD, Rixinger, Windischbacher, Univ.-Prof. Dr.Stetina (Foto: Csiha)
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Wien (pts028/27.10.2026/13:50)
Psychische Belastung darf unter Menschen in der Tiermedizin kein Tabuthema bleiben. Laut einer Untersuchung zur Suizidmortalität in Österreich sind Tierärzt:innen die einzige hochqualifizierte Berufsgruppe, in der es eine höhere Suizidrate gibt als in der Allgemeinbevölkerung. Die wirtschaftliche Leiterin der Tierklinik Parndorf, Alexandra Rixinger, lud am 22. Oktober 2026 nach Wien, um gemeinsam mit Tierärzt:innen aus ganz Österreich über die psychische Gesundheit von Menschen in der Tiermedizin zu sprechen. Passend zum "Weltgesundheitstag für Psychische Gesundheit" (10. Oktober) wurden drei Vortragende geladen, die unisono die Bedeutung der Selbstfürsorge betonten: Univ.-Profin. Drin. Birgit Ursula Stetina und Christine Smetaczek, MMSc. PhD (beide Sigmund Freud PrivatUniversität Wien) sowie Drin. Jana Dickmann (vetivolution gGmbH).
Laut einer Untersuchung zur Suizidmortalität in Österreich sind Tierärzt:innen die einzige hochqualifizierte Berufsgruppe, in der sowohl Frauen als auch Männer eine höhere Suizidrate aufweisen als die Allgemeinbevölkerung. Eine Befragung der FU Berlin und des Universitätsklinikums Leipzig unter mehr als 3.000 Tierärzt:innen in Deutschland ergab, dass gut ein Viertel Symptome einer klinisch relevanten Depression zeigt und rund 20 Prozent aktuelle Suizidgedanken berichten – Werte, die vier- bis sechsmal höher liegen als in der Gesamtbevölkerung.
Größte Stressoren
- Erwartungshaltung und Kommunikation mit Tierbesitzer:innen
Die Studienlage ist klar: Als größten stressauslösenden Faktor wird die Kommunikation mit den Tierbesitzer:innen angegeben. Die Erwartungshaltung und/oder die finanziellen Möglichkeiten stimmen nicht immer mit der für das Tier optimalen Behandlung überein. Die Kommunikation in sehr emotionalen Situationen ist neben dem zeitlichen Stress in einer Praxis bzw. Klinik sehr herausfordernd.
- Euthanasie
Als zweitgrößte Belastungen wird vom tiermedizinischen Personal die Euthanasie genannt, steht sie doch diametral der ursprünglichen Motivation gegenüber, diesen Beruf zu wählen
- Finanzielle Sorgen
Dritter Stressor sind finanzielle Sorgen bei hohem zeitlichem und emotionalem Engagement.
- Arbeitszeiten
- Unregelmäßige Arbeitszeiten aufgrund Schichtarbeit bzw. Rufbereitbereitschaft verstärken den negativen Stress.
Univ.-Profin. Drin. Birgit Ursula Stetina: "Der Welttag der psychischen Gesundheit erinnert uns daran, mehr auf unsere Tierärzt:innen zu achten. Sie tragen eine große Last, das zeigen unsere Studien deutlich. Was zusätzlich fehlt, ist die Anerkennung dafür, dass sie sich täglich um das Wohlergehen unserer Tiere kümmern. Wenn uns unsere Tiere wichtig sind, müssen wir als Gesellschaft auch jene wertschätzen, die sie versorgen."
Was nachweislich hilft
Langfristige Resilienz könne erhöht werden durch offene Kommunikation über die psychische Befindlichkeit, Möglichkeit zur Supervision und vermehrte kollegiale Unterstützung.
Christine Smetaczek, MMSc. PhD: "Wer täglich für andere da ist, darf auch auf sich selbst achten. Psychische Belastung ist kein Zeichen von Schwäche, und sich Unterstützung zu holen, gehört zu professionellem Arbeiten dazu."
Die Tierärtzekammer in Österreich finanziert für alle Kammermitglieder 10 Stunden Supervision pro Jahr. Ein Service, das noch bekannter gemacht werden muss, wie Univ.-Profin. Drin. Birgit Ursula Stetina betonte. Zumal sie und ihr Team wissenschaftlich nachweisen konnten, dass Supervision signifikant zur Senkung von stressbedingten Symptomen und damit zur Verbesserung der Lebensqualität beitrage.
Drin. Jana Dickmann von vetivolution, einer gemeinnützigen Organisation zur Förderung der mentalen Gesundheit in der Tiermedizin, betonte ebenfalls den notwendigen Fokus auf Selbstfürsorge. Vetivolution bietet verschiedene Unterstützungsformate und Ausbildungen für Menschen aus diesem Berufsfeld an. "Wir sollten über psychische Belastungen offen sprechen können, wissen wohin wir uns wenden können, wenn es uns zu viel wird und uns gegenseitig supporten. Das nützt kurz- und langfristig allen: den Tieren, den Tierbesitzer:innen und all unseren Kolleg:innen!"
Alexandra Rixinger, Wirtschaftliche Leiterin der Tierklink Parndorf, wies darauf hin, wie wichtig es sei, an diesem Thema dranzubleiben. "Das war die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe, die wir im nächsten Jahr fortführen werden. Mentale Gesundheit geht uns alle an, und genau deshalb wollen wir dazu beitragen, dass psychische Belastung in der Tiermedizin kein Tabuthema mehr bleibt. Wir laden bewusst nicht nur Tierärzt:innen ein, sondern alle Berufsgruppen unserer Branche – von Vetmed-Studierenden über Tierpfleger:innen bis hin zu Rezeptionist:innen."
Über die Tierklinik Parndorf
Die Tierklinik Parndorf der Veterinaria Health Betriebs GmbH hat ihren Standort in Parndorf im Burgenland. Im Gegensatz zu einer Tierarzt-Praxis muss eine Tierklinik rund um die Uhr dienstbereit sein. Darüber hinaus steht in Tierkliniken ein größeres Team aus Tierärzt:innen sowie tiermedizinischem Fachpersonal zur Verfügung. Die Tierklinik in Parndorf verfügt über herausragende Expertise – vor allem in den Fachbereichen Innere Medizin, Chirurgie und Onkologie. Mit rund 50 Mitarbeitenden ist die Tierklinik einer der größten Arbeitgeber in Parndorf.
| Aussender: | Veterinaria Health Betriebs GmbH |
| Ansprechpartner: | Alexandra Rixinger |
| Tel.: | +43 2166 22727 |
| E-Mail: | alexandra.rixinger@veterinaria.at |
| Website: | www.veterinaria.at/standorte/parndorf |





