pte20000403026 in Leben
Gen-Marker hilft bei Früherkennung von Darmkrebs
Test-Verfahren wird auch für andere Krebserkrankungen entwickelt
Berlin (pte026/03.04.2000/14:58)
Das Berliner Unternehmen Invitek http://www.invitek.de hat einen neuen Test zur Früherkennung von Darmkrebs entwickelt: Kernstück ist ein patentiertes Verfahren zur Isolierung von Genmaterial aus Stuhlproben. Ein Gen wird dabei als Tumormarker eingesetzt und kann Veränderungen sofort sichtbar machen.Bisher konnten nur unspezifische Tests auf Blut im Stuhl Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben. Problematisch dabei war jedoch, dass die Krankheit über einen langen Zeitraum ohne erkennbare Symptome verläuft. Dabei käme es bereits früh zu Metastasen in Lymphknoten und Leber. Auch nach vollständiger Entfernung des entsprechenden Darmabschnittes starben 70 bis 80 Prozent der Patienten innerhalb von fünf Jahren.
"Mit der neuen Methode ist es nun möglich, die Krankheit schon vor ihrem Ausbruch zu erkennen", so Andrea Ockert. Aufgrund der Vielzahl von biologischen Bestandteilen und Verunreinigungen im Stuhl stellte die Isolierung von Genmaterialien die Forscher vor große Probleme. Der neue Test kann 13 Veränderungen im "K-ras"-Gen, einem speziellen Tumormarker, anzeigen. Bei Aktivierung dieses Gens durch Mutationen kommt es zu ungebremsten Zellteilungen im Darmepithel und damit zur Entstehung von Krebsvorstufen. Schon zu diesem Zeitpunkt ist es mit der neuen Methode möglich, den "Aggressor" aufzuspüren und zu behandeln.
Das Genmaterial aus dem Stuhl wird vervielfältigt. Danach wird eine Reaktion ausgelöst, bei der ein Farbstoff entsteht. Dieser wird dann mit fotometrischen Methoden quantifiziert. Der Test ist so empfindlich, dass es möglich ist, eine Krebszelle unter 500 Normalzellen herauszufiltern. Dabei belastet der Test den Patienten nicht und ist in jedem Labor ohne großen Auswand durchzuführen.
"Dick- und Mastdarmkrebs zählt zu den häufigsten Tumoren in den westlichen Industriestaaten. Der Test ist als neue Methode für Vorsorgeuntersuchungen ab einem bestimmten Alter und für Risikopatienten optimal geeignet", so Ockert. Der Test wird als klinische Studie in der Berliner Charité http://www.ukrv.de/mediamed und in zwei anderen Krankenhäusern auf seine Genauigkeit geprüft. Zur Früherkennunng von Bauchspeicheldrüsenkrebs wird eine ähnliche Methode verwendet.
Invitek wird das Verfahren auf Grund der Einfachheit für weitere Tumormarker verwenden. Dabei könnten Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze im Darm aufgespürt werden. Auch zum Nachweis des Bakteriums Helicobacter pylori, des Erregers von Magengeschwüren, soll ein ähnliches Testverfahren angewendet werden. Dieses steht kurz vor der Fertigstellung. (Ende)
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