pte20000224017 in Leben
Gen-Mäuse mit Parkinson und Alzheimer gezüchtet
Versuche sollen Aufschluss über Krankheitsursachen geben
San Diego (pte017/24.02.2000/12:02)
Amerikanische Forscher der University of California in San Diego http://www.ucsd.edu und San Francisco http://www.ucsf.edu haben die ersten gentechnisch veränderten Mäuse gezüchtet, die parkinsonähnliche Hirnveränderungen und Bewegungsstörungen zeigen, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Science" http://www.sciencemag.org . Die Mäuse sollen zu Untersuchungszwecken der Nervenleiden Parkinson und Morbus Alzheimer dienen.In früheren Mäuseversuchen war das Parkinson-Syndrom durch chemische oder chirurgische Techniken ausgelöst worden. Jetzt haben die Forscher in das Erbgut von Mäusen ein Gen eingeschleust, das die Produktion des menschlichen Eiweißes Alpha-Synuklein steuert. Dieses Protein lagert sich im Hirn der Nager in parkinsonspezifischen Bereichen ab und verursacht entsprechende motorische Symptome.
Die Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn sind bei Alzheimer- und Parkinson-Patienten bekannt. Aber bisher war nicht klar, ob dies Ursache oder Folge der Erkrankung war. Die Gen-Mäuse zeigten erstmals Anhäufungen von Alpha-Synuklein in spezifischen Nervenzellen, die daraufhin zu Grunde gingen. Bewegungsstörungen waren die Folge.
Bei elektronenmikroskopischen Untersuchungen fanden die Forscher das Eiweiß unter anderem auch in Nervenzellen einer Mittelhirnregion, deren Abbau das Parkinson-Syndrom auslöst. Das Protein trat in Zellkörperchen auf, die ähnlich den so genannten Lewy-Körperchen des Menrchen sind. Diese zeigen auch bei anderen ähnlichen Nervenerkrankungen den Abbau von Hirnzellen an. Auch Morbus Alzheimer gehört zu diesen Erkrankungen.
Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, welche Rolle das Eiweiß im Detail spielt. Bisherige Untersuchungen deuten darauf hin, dass es wichtig für die Reizleitung ist. Kommt es zu Ablagerungen an den Verbindungsstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen, schädigt es offensichtlich diese Nervenzellen. Die Gen-Mäuse, die besonders viel von diesem Eiweiß eingelagert hatten, konnten sich parkinsonähnlich schlecht bewegen.
Interessant sei nun zu ermitteln, inwieweit andere Faktoren wie zum Beispiel schädliche Sauerstoffradikale ursächlich an der Eiweißstörung mitwirken. Denn die Parkinson-Erkrankung sei bekanntermaßen ein Geschehen, das durch das Zusammentreffen vieler Faktoren zu Stande käme, meinte Peter Riederer, Parkinson-Experte und Leiter des Labors für Klinische Neurochemie an der Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de . Die Forschungsergebnisse der Gen-Mäuse sollen auch helfen, neue Medikamente gegen die Nervenerkrankungen zu entwickeln und zu testen.
Weitere Informationnen http://www.ucsf.edu/daybreak/2000/02/18_mouse.html (Ende)
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