pte19980304007 in Business
Gen-Kartoffel gegen Cholera
Fünf Millionen erkranken jährlich weltweit an der Krankheit
Los Angeles (pte) (pte007/04.03.1998/10:47)
Amerikanischen Forschern ist es gelungen, gentechnisch veränderte Kartoffeln zu züchten, die einen Impfstoff gegen Cholera enthalten. In Tests an Mäusen haben sich die Kartoffeln bereits als wirkungsvoller Schutz gegen die Seuche erwiesen. Selbst gekochte Kartoffeln erhalten nach Angaben der Wissenschaftler noch das gegen Cholera wirksame Mittel. William Langridge von der Loma Linda-Universität in Kalifornien und seine Kollegen berichten von ihrer Entwicklung in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift "Nature Biotechnology".Die veränderten Kartoffeln enthalten neben ihren natürlichen Erbanlagen auch Gene für das Protein Cholera toxin B (CTB), das in Mäusen und Menschen eine Immunantwort gegen Cholera-Bakterien provoziert. "Wir haben Mäusen die Kartoffeln viermal verabreicht. Eine Mahlzeit jeweils nach einer Woche und einem Monat später noch eine Auffrischung", schreiben Langridge und seine Kollegen. Nachdem sie die Mäuse auf diese Weise gefüttert hatten, fanden sie im Blut und im Kot der Tiere Antikörper gegen Cholera.
"Lebensmittel, die in tropischen oder subtropischen Gebieten wachsen, könnten eine verläßliche Quelle für einen oralen Impfstoff sein", schreiben die Wissenschaftler. Vermutlich müssen Menschen für einen gesicherten Schutz gegen Cholera nach einer Anfangsimpfung jeden Monat eine Mahlzeit mit den gentechnisch veränderten Kartoffeln zu sich nehmen. Damit gibt es "eine billige, zweckmäßige und sichere Strategie, um einer Infektion vorzubeugen. Dies gilt auch für wirtschaftlich unterentwickelte Regionen, in denen konventionelle Impfstoffe zu teuer und oft gar nicht zu erhalten sind."
Fünf Millionen Menschen erkranken jährlich an Cholera, die durch bakteriell verseuchtes Wasser übertragen wird. Eine Infektion führt zu anhaltendem Durchfall, wodurch dem Körper Wasser entzogen wird und der Erkrankte austrocknet. Etwa 200.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen einer Infektion. [Quelle: Andreas Wawrzinek, Nando-Net] (Ende)
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