pte20240709021 Medien/Kommunikation, Technologie/Digitalisierung

Gekaufte Micro-Influencer wenig glaubwürdig

Studie untersucht "kollaborative" Vereinbarungen zwischen Social-Web-Stars und Gastronomie


Influencerin: Follower bei Gegengeschäften sensibel (Foto: pixabay.com, Don_Vitaliy)
Influencerin: Follower bei Gegengeschäften sensibel (Foto: pixabay.com, Don_Vitaliy)

Krems (pte021/09.07.2024/13:59)

Social-Media-User reagieren auf Interaktionen zwischen Micro-Influencern (bis zu 100.000 Follower) und dem Gastgewerbe, wenn Letztere in einem "kollaborativen" Umfeld agieren - die Influencer also gratis Speis und Trank sowie Unterkunft für eine Erwähnung erhalten. Laut einer Studie unter Beteiligung der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems lehnen Verbraucher solche Deals eher ab. Sie werden als unfair oder ungleich empfunden.

Unethisches Verhalten

Laut der im "Journal of Tourism and Hospitality Management" publizierten Studie lässt sich die sogenannte Equity-Theorie, also das Gleichheitsprinzip der Gerechtigkeit, auf Basis der neuen Erkenntnisse erweitern, indem sie die Perspektive der Social Media-Nutzer als dritte Partei einbezieht, verdeutlichen die Wissenschaftler.

IMC-Krems-Forscher Giancarlo Fedeli: "Wir haben fünf Videos mit mehr als 6.200 Kommentaren analysiert und schließlich 326 Kommentare, die persönliche Ansichten über Micro-Influencer widerspiegeln, in unsere Analyse einbezogen. Die Mehrheit der Verbraucherreaktionen konzentrierte sich eindeutig auf die Tatsache, dass es unethisch ist, wenn Influencer um kostenlose Mahlzeiten oder Unterkunft bitten."

Mangel an Glaubhaftigkeit

Laut den Experten finden viele Studienteilnehmer das "Kollaborationsverhalten" der Micro-Influencer unangemessen. Sie meinen, dass der Wert der Wahrhaftigkeit oder Authentizität des darauf aufbauenden Beitrags dadurch untergraben wird - unabhängig davon, ob der Influencer positive oder negative Kommentare in den sozialen Medien hinterlässt.

(Ende)
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