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Gefahren bei der Transplantation von Tierorganen

Britische Forscher entdecken Proviren im Schweineerbgut


London (pte) (pte009/18.10.1997/17:33)

Genetisches Material von Retroviren haben Londoner Forscher im Erbgut von Schweinen entdeckt. Dieses Erbgut löst zwar bei den Tieren keine Krankheiten aus, könnte aber bei einer Organtransplantation vom Tier zum Menschen eine Gefahr darstellen.

Ein höherer Bedarf an Organen bei einer gleichbleibenden Zahl von Organspenden: Dieses Problem wollen britische Wissenschaftler durch die sogenannte Xenotransplantation in den Griff bekommen. Sie wollen durch genetische Manipulationen verhindern, daß Schweineorgane vom menschlichen Immunsystem abgestoßen werden. Daß Xenotransplantation nicht ohne Risiken ist, konnte jetzt wieder Jonathan Stoye bestätigen.

Der Wissenschaftler vom National Institute for Medical Research in London faßt zusammen: "Wir haben bei Schweinen zwei Virusstämme entdeckt, die menschliche Zellen infizieren können." Dabei handelt es sich um Proviren, eine Vorstufe, die sich im Erbgut der Schweine versteckt hält. Die entdeckten genetischen Informationen stammen von Retroviren, einer Virusgruppe, zu der auch der Aidserreger zählt.

Immerhin 30 bis 50 solcher Viruskopien haben Stoye und seine Mitarbeiter in jedem der von ihnen untersuchten Schweine entdeckt. Die Proviren im Erbgut sind aber anscheinend ungefährlich. Sie werden von Generation zu Generation weitervererbt, ohne Schaden anzurichten. Auch das menschliche Erbgut enthält Material von Proviren. Doch obwohl dies ungefähr ein Prozent des gesamten Erbmaterials ausmacht, ist kein Fall bekannt, bei dem aus den Proviren wieder Viren geworden wären.

Dennoch könnten Proviren in einer Schweineniere zur Gefahr werden, wenn das Organ zur Xenotransplantation benutzt wird. Denn dabei wird das Immunsystem des Organempfängers weitgehend unterdrückt. Tierversuche haben gezeigt, daß genetisch veränderte Mäusezellen bei Makkaken mit unterdrücktem Immunsystem Lymphome auslösen können.

Obwohl die Gefahr einer Infektion auch beim Menschen nicht auszuschließen ist, hält Jonathan Stoye aber an der Idee der Xenotransplantation fest: "Wir müssen uns dem Risiko sehr vorsichtig nähern, aber ich hoffe dennoch, daß die entsprechenden Experimente durchgeführt werden." [Quelle: Michael Lange, Jonathan Stoye] (Ende)
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