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FPSB Deutschland: Rentenkonto prüfen - so vermeiden Verbraucher teure Lücken in der Altersvorsorge


Finanzplanung ist Lebensplanung (Foto: iStock)
Finanzplanung ist Lebensplanung (Foto: iStock)

Frankfurt am Main (pts014/03.02.2026/11:00)

Fehlende Ausbildungszeiten, Jobwechsel oder Auslandsaufenthalte führen oft zu Lücken in der gesetzlichen Rente – Der FPSB Deutschland erklärt, warum die Kontenklärung bares Geld wert ist und wie Versicherte jetzt handeln sollten

Die gesetzliche Rente bildet für die meisten Menschen die Basis ihrer Altersvorsorge. Doch ein fehlendes Jahr in der Ausbildung oder ein vergessener Jobwechsel kann die monatliche Rente im Ruhestand unter Umständen schmälern. Tatsächlich wissen viele Versicherte nicht, ob ihr Rentenkonto vollständig ist. "Die Klärung des Rentenkontos ist ein häufig unterschätzter, aber enorm wichtiger Baustein der Altersvorsorge", erklärt Marcel Reyers, CFP® , stellvertretender Vorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland). "Wer sein Rentenkonto nicht rechtzeitig prüfen und vervollständigen lässt, verschenkt unter Umständen mehrere Hundert Euro Rente pro Jahr."

Darum ist die Rentenkontoklärung so wichtig

Bei der Rentenkontenklärung werden alle im Versicherungsverlauf gespeicherten Zeiten und Beiträge systematisch überprüft. Die Deutsche Rentenversicherung fordert Versicherte ab dem 43. Lebensjahr auf, ihre Rentenunterlagen zu kontrollieren und fehlende Nachweise einzureichen. Ab dem 55. Lebensjahr erhalten Versicherte dann alle drei Jahre eine Rentenauskunft mit persönlichem Versicherungsverlauf. "Dieser Prozess sollte aber nicht als lästige Pflicht verstanden werden, sondern als Chance", erklärt Reyers. "Denn nur ein vollständiges und korrektes Rentenkonto bildet die Grundlage für eine realistische Ruhestandsplanung und die maximale Rentenhöhe."

Das Problem: Manche Lebensabschnitte werden nicht automatisch erfasst oder gehen im Laufe der Jahre verloren – insbesondere bei häufigen Arbeitgeberwechseln, Umzügen oder Insolvenzen eines Arbeitgebers. "Die Rentenversicherung kann nur das berücksichtigen, was ihr auch bekannt ist", so der FPSB-Experte. "Deshalb liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, für Vollständigkeit zu sorgen."

Typische Lücken im Rentenkonto

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass bestimmte Zeiträume besonders häufig fehlen oder unvollständig erfasst sind:

  • Ausbildungszeiten: Zeiten der schulischen oder beruflichen Ausbildung werden oft nicht automatisch eingetragen. Diese Anrechnungszeiten können jedoch Auswirkungen auf Fristen und die Höhe der Rente haben.
  • Jobwechsel und Übergangsphasen: Bei häufigen Arbeitgeberwechseln, besonders in den 1980er und 1990er Jahren, sind Meldungen manchmal lückenhaft. Auch kurze Beschäftigungsverhältnisse oder geringfügige Beschäftigungen werden oft nicht korrekt gemeldet.
  • Auslandsaufenthalte: Zeiten der Beschäftigung im Ausland, insbesondere in EU-Ländern, können unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden. Hier sind jedoch entsprechende Nachweise aus dem jeweiligen Land erforderlich.
  • Kindererziehungszeiten: Obwohl Kindererziehungszeiten rentensteigernd wirken, werden sie nicht automatisch erfasst – insbesondere bei Vätern, die Elternzeit genommen haben, oder wenn die Geburt des Kindes lange zurückliegt. Diese Zeiten müssen aktiv beantragt werden.
  • Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit: Auch Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Übergangsgeld können rentenrechtlich relevant sein, werden aber manchmal nicht vollständig erfasst.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Für eine vollständige Rentenkontenklärung sollten Versicherte folgende Dokumente zusammenstellen:

  • Ausbildungsnachweise (Schul-, Berufsschul- und Hochschulzeugnisse)
  • Arbeitszeugnisse und Arbeitsverträge
  • Sozialversicherungsnachweise und Lohnabrechnungen
  • Nachweise über Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit
  • Geburtsurkunden der Kinder für Kindererziehungszeiten
  • Nachweise über Wehr- oder Zivildienst
  • Bescheinigungen über Auslandsaufenthalte und Beschäftigungen im Ausland

"Die Herausforderung besteht oft darin, Unterlagen zu beschaffen, die mehrere Jahrzehnte zurückliegen", weiß Reyers. "Hier ist systematisches Vorgehen gefragt. In vielen Fällen können Ersatzbescheinigungen von ehemaligen Arbeitgebern, Schulen oder anderen Institutionen eingeholt werden."

Die Rentenkontenklärung ist für viele Menschen ein komplexer und zeitaufwendiger Prozess. Hier können CFP®-Professionals wertvolle Unterstützung leisten. "Als Finanzplaner koordinieren wir regelmäßig die Kontenklärung mit Hilfe der Rentenversicherung oder Rentenberatern. Darüber hinaus können wir auf Basis des geklärten Rentenkontos realistische Hochrechnungen erstellen und zeigen, welche zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen sinnvoll sind", so Reyers, der neben seiner FPSB-Vorstandstätigkeit geschäftsführender Gesellschafter der FINAKONS – Finanz Konsilium GmbH in Limburg a. d. Lahn ist.

Jetzt handeln!

"Die Rentenkontenklärung sollte spätestens ab Mitte 40 auf der Agenda stehen", empfiehlt der Finanzexperte. "Je früher man sich darum kümmert, desto einfacher lassen sich fehlende Unterlagen noch beschaffen. Und je mehr Zeit bis zum Rentenbeginn bleibt, desto besser kann man auf Basis der dann gesicherten Zahlen die weitere Vorsorgestrategie ausrichten." Wer seine Altersvorsorge auf ein solides Fundament stellen möchte, sollte die Rentenkontenklärung nicht auf die lange Bank schieben. "Es geht hier um bares Geld - Monat für Monat, Jahr für Jahr im Ruhestand", so der FPSB-Experte abschließend. "Diese Chance sollte niemand ungenutzt lassen."

Über den FPSB Deutschland e.V.
Das Financial Planning Standards Board Ltd. - FPSB ist ein globales Netzwerk mit derzeit 28 Mitgliedsländern und über 230.000 Zertifikatsträgern. Dessen Ziel ist es, den weltweiten Berufsstandard für Financial Planning zu verbreiten und das öffentliche Vertrauen in Financial Planner zu fördern. Das Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland) mit Sitz in Frankfurt/Main gehört seit 1997 als Vollmitglied dieser Organisation an.

Zentrale Aufgabe des FPSB Deutschland ist die Zertifizierung von Finanz- und Nachfolgeplanern nach international einheitlich definierten Regeln. Wichtige Gütesiegel sind der CERTIFIED FINANCIAL PLANNER®-Professional, der CERTIFIED FOUNDATION AND ESTATE PLANNER, der EFPA European Financial Advisor® EFA und der CGA® CERTIFIED GENERATIONS ADVISOR. Der FPSB Deutschland hat ferner den Anspruch, Standards zur Methodik der ganzheitlichen Finanzberatung zu setzen. Dafür arbeitet der FPSB Deutschland eng mit Regulierungs- und Aufsichtsbehörden, Wissenschaft und Forschung, Verbraucherschützern sowie Presse und interessierter Öffentlichkeit zusammen.

Ein weiteres Anliegen des FPSB Deutschland ist die Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung. Zu diesem Zweck hat der Verband den Verbraucher-Blog https://www.frueher-planen.de lanciert. Er informiert neutral, anbieterunabhängig und werbefrei über alle relevanten finanziellen Themen und beinhaltet drei Online-Rechner zur Berechnung der Altersrente und der Basisrente sowie zur Optimierung der Fondsanlage.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.fpsb.de

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(Ende)
Aussender: FPSB Financial Planning Standards Board Deutschland e.V.
Ansprechpartner: Iris Albrecht
Tel.: +49 681 41 09 806 10
E-Mail: presse@fpsb.de
Website: www.fpsb.de
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