pts19990316015 in Business
Forum Mobilkommunikation zieht Bilanz 98:
Rasante Umsatzentwicklung, 2stellige Wachstumszahlen, Entwarnung im Bereich Gesundheit, Forderung nach Rechtssicherheit für Netzausbau
Wien (pts015/16.03.1999/16:12)
Am 16. März 1999 präsentierte das Forum Mobilkommunikation, der Zusammenschluß von Netzbetreibern, Handyherstellern und dem Fachverband für Elektro- und Elektronikdustrie die Branchenentwicklung des vergangenen Jahres und gab gleichzeitig einen Überblick über seine Aktivitäten in diesem Zeitraum. Umsatzzuwächse von 56 % allein im Bereich der Betreiber dokumentieren das rasante Wachstum der Branche, in der 1998 ein Gesamtumsatz von geschätzten 34 Mrd. Schilling erwirtschaftet wurde. Diese dynamische Entwicklung führte aber auch zu Verunsicherungen in manchen Bevölkerungsgruppen, denen das FMK mit umfassender Aufklärungsarbeit begegnete: Internationale Forschungsergebnisse und nicht zuletzt eine in Salzburg durchgeführte Studie des Forschungszentrum Seibersdorf brachten Entwarnung für gesundheitliche Bedenken im Hinblick auf Mobilfunkeinrichtungen. Unzufrieden ist man im FMK dagegen über die zum Teil nach wie vor ungeklärte rechtliche Situation im Bereich des Netzausbaus.323 Mio. Marktteilnehmer nützen weltweit die Vorteile der mobilen Kommunikation und Prognosen zufolge werden es im Jahr 2000 bereits doppelt so viele sein. In Österreich haben derzeit knapp 2,4 Mio. Einwohner ein eigenes Handy - das entspricht einer Durchdringung von 29,4 %. Bis zum Jahr 2000 wird mit einem Anstieg auf über 3,4 Mio. User gerechnet, 2001 bis 4,3 Mio. - wodurch der Durchdringungsgrad auf über 50 % steigen würde. Damit erhält diese Branche eine immer größere gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Allein im Bereich der Betreiber wurden in den letzten Jahren über 3.000 neue, zum Teil hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen - von den sekundären Beschäftigungseffekten ganz zu schweigen. Und alle Analysen weisen darauf hin, daß dieses Potential noch lange nicht ausgeschöpft ist. Die allgemeine Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Österreich ebenso wie für den heimischen Tourismus und last but not least das beachtliche Investitionsvolumen - auf Betreiberseite wurden bisher rund 27 Mrd. Schilling in den Netzausbau investiert - unterstreichen die gesamtwirtschaftliche Relevanz der Mobilkommunikation. Für den Vorstandssprecher des FMK, Dr. Lothar Roitner, beweisen die Zahlen eindeutig: "Die Verbreitung der Mobilkommunikation ist eine einzige große Erfolgsstory und die ungebrochen starke Nachfrage bestätigt, daß ein weiterer Ausbau der GSM-Netze für die Kunden unbedingt eforderlich ist!"
Die rasante Verbreitung der Technologie hat allerdings nicht nur Zustimmung gefunden. Vor allem Sorgen um mögliche gesundheitliche Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern haben in Teilen der Bevölkerung zu Verunsicherung geführt und auch teilweise Ablehnung der verschiedenen Einrichtungen der Mobilkommunikation hervorgerufen. Vor allem Sendestationen gerieten deshalb immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. Zu unrecht, wie die jüngste Untersuchung des Forschungszen-trum Seibersdorf in der Stadt Salzburg belegt, die auch für ganz Österreich repräsentativ ist. Alle Messungen ergaben Feldstärken, die weit unterhalb der zulässigen österreichischen Grenzwerte und den empfohlenen Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation WHO lagen. Diese wurden sogar um das Tausendfache unterschritten. Der höchste in den Einzelfrequenzen erhobene Wert betrug 0,21 % der in der ÖNORM S1120 festgeschriebenen Vorsorgegrenzwerte. "Diese Untersuchung macht klar, wie unbegründet alle diesbezüglichen Ängste waren und die daraus resultierende Entwarnung wurde übrigens auch im Zuge einer Workshop-Serie für österreichische Ärzte und Gesundheitsexperten mit internationalen Experten bestätigt", so FMK-Geschäftsführerin Michaela Reeh, die in diesem Zusammenhang auch den WHO-Experten Michael Repacholi zitiert: "Es ist uns bis heute kein Fall bekannt, daß Mobiltelefone oder Sendestationen die Gesundheit von Menschen beeinträchtigt haben."
Durch die Einrichtung einer Homepage (http://www.fmk.at) sowie die Herausgabe eines "Weißbuch Mobilkommunikation" will das FMK die Informationsarbeit zu den vielen Themenbereichen dieser jungen aber unsere Zukunft bestimmenden Technologie auf breiter Ebene weiter ausbauen und verbessern. "Auch der kontinuierliche Kontakt zu internationalen Institutionen, die in diesem Bereich Forschungsarbeit leisten oder Grenzwerte empfehlen - wie etwa die WHO oder die ICNIRP (Internationale Kommission zum Schutz vor nicht ionisierenden Strahlen) - sowie die Weitergabe der dort gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse an die österreichische Bevölkerung wird weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben des FMK sein", resümiert Reeh. Neben der aktuellen Thematik "Verkehrssicherheit und Mobilkommunikation im Auto" wird ein weiteres Hauptaugenmerk der Aktivitäten 1999 auch auf die Klärung der rechtlich unbefriedigenden Situation im Bereich des Netzausbaus liegen, "denn nur programmatische Reden der Politiker sind zuwenig: was wir fordern, ist Rechtssicherheit beim Netzausbau und wir tun das mit großer Berechtigung, da mit den Messungen nunmehr die wesentlichen Fakten eindeutig geklärt sind und es keinen Grund für weitere Zögerlichkeiten mehr gibt", bringt es Lothar Roitner abschließend auf den Punkt.
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EIN JAHR IM ZEICHEN DER INFORMATION - GESUNDHEITLICHE THEMEN, RECHTLICHE FRAGEN SOWIE DER INTERNATIONALE WISSENSCHAFTLICHE DIALOG KENNZEICHNETEN DIE AKTIVITÄTEN DES FMK 1998
Die sachliche Information der Bevölkerung zu Fragen rund um die Mobilkommunikation, die Förderung des interdisziplinären Dialogs zu den Schwerpunktthemen, aber auch die Beobachtung der internationalen Forschungstätigkeit sind die Hauptaufgaben, die das Forum Mobilkommunikation im Auftrag seiner Mitglieder wahrzunehmen hat. Im vergangen Jahr, in dem es durch die breite mediale Diskussion von möglichen gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder zu einer zunehmenden Verunsicherung der Bevölkerung gekommen war, stand vor allem die Informationstätigkeit zu diesem Thema an vorderster Stelle.
Keine Gefahr für die Gesundheit
Entwarnung gab es für alle jene, die im Hinblick auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen vor Sendestationen verunsichert waren. Eine vom Forum Mobilkommunikation initiierte Untersuchung vom Forschungszentrum Seibersdorf, die - aufgrund ihres Umfanges in mehreren Etappen - 1998 und 1999 in Salzburg durchge-führt wurde, brachte Klarheit über die tatsächlichen Feldstärken der Mobilfunkstationen. Unter-schreitungen der ÖNORM- bzw. WHO-Grenzwerte um mehr als das Tausendfache geben die Sicherheit, daß für die Gesundheit der österreichischen Bevölkerung durch Mobilfunkeinrichtungen keine Gefährdung besteht.
Das wurde auch in einer Workshopserie für österreichische Ärzte und Gesundheitsexperten be-stätigt, die - im Herbst 1998 vorbereitet - nun in der ersten Märzwoche 1999 realisiert wurde. Die deutschen Experten Prof. Dr.-Ing. Hermann Hinrichs und Prof. Dr.-Ing. Jiri Silny referierten vor einem fachkundigen Publikum über den aktuellen Stand der internationalen wissenschaftlichen Erken-ntnisse und bestätigten - auch vor dem Hintergrund ihrer aktuellen Forschungen - die gesund-heitliche Unbedenklichkeit von Mobilfunkeinrichtungen.
Info für Herzschrittmacherpatienten
Für Träger von Herzschrittmachern gelten in einigen Fällen besondere Verhaltensvorschriften, die beim Gebrauch von Handys zu berücksichtigen sind. Dies wurde sowohl von den deutschen Experten hervorgehoben, als auch durch eine diesbezügliche Studie bestätigt, die vom Forum Mobilkom-munikation bereits im Frühjahr 1998 in Auftrag gegeben worden war. Die Erkenntnisse dieser Studie werden demnächst in einer Patientenbroschüre, die in Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Dr. Konrad Steinbach erarbeitet wurde, in den Kardiologischen Zentren Österreichs aufliegen.
Klarheit in Rechtsfragen
Um auf die ungeklärte rechtliche Situation hinzuweisen, mit der sich derzeit die Netzbetreiber beim Ausbau ihrer Sendeanlagen - vor allem in manchen Bundesländern - konfrontiert sehen, hat das FMK bei Univ.-Prof. Dr. Bernhard Raschauer vom Institut für Staats- und Verwaltungsrecht, Universität Wien, ein diesbezügliches Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses wurde im vergangenen Dezember bei Orac publiziert. Die darin festgehaltenen Erkenntnisse sollten ein Anstoß für die zuständigen Politiker sein, diesem Thema mehr Augenmerk zu schenken und für Rechtssicherheit zu sorgen.
Internationale Harmonisierung
Der laufende Kontakt zu allen internationalen Einrichtungen, die mit Forschungsprojekten zu relevanten Themenbereichen befaßt sind, ist eine der Hauptaufgaben des FMK. In diesem Zusammenhang ist für das letzte Jahr vorrangig die laufende Koordination der eigenen Aktivitäten mit jenen der WHO (World Health Organisation), der ICNIRP (Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierenden Strahlen) sowie der zuständigen Stellen in der EU-Kommission hervorzuheben. Aktuelle und für die Öffentlichkeit relevante Themen wurden dabei an die Medien bzw. an betroffene Stellen weitergeleitet sowie diesbezügliche Aktivitäten in Österreich unterstützt.
Die Gründung eines internationalen Netzwerkes von 14 Verbänden und Vereinigungen von Mobilnetzbetreibern und Endgeräteherstellern unter dem Namen "The Wireless Information Network" (WIN) konnte Anfang dieses Jahres realisiert werden. Durch diese Einrichtung sollen Know-how-Transfer und Informationsaustausch der Mitglieder institutionalisiert werden, um unter anderem auch die internationale Harmonisierung der Grenzwerte voranzutreiben.
Erhebung des Informationsbedarfs: Gallup-Umfrage
Um für die Verbreitung der vielfältige Informationen auch das konkrete Informationsbedürfnis der Bevölkerung zu kennen, wurde beim Gallup Institut 1998 eine Umfrage in Auftrag gegeben. Darin wurde erhoben, welche Themen im Bereich der Mobilkommunikation für die Bevölkerung interessant sind und zu welchen noch Informationsdefizite bestehen. Das Ergebnis dieser umfassenden Studie zeigte deutlich, daß die Vorteile der Mobilkommunikation wie z. B. der Sicherheitsaspekt für alte und kranke Menschen, die Funktion bei Notfällen, aber auch die vielfältigen Erleichterungen im Alltag und im Berufsleben in der Bevölkerung durchaus präsent sind. Daneben wurden aber auch zahlreiche noch offene Fragen ermittelt, die verdeutlichen, daß gerade im Gesundheitsbereich noch große Wissenslücken und vor allem auch Verunsicherung bestehen.
FMK-Service: Homepage und Weißbuch
Um alle benötigten Informationen noch umfassender und punktgenauer an die interessierte Öffentlichkeit weiterzugeben, wurden vom FMK im letzten Jahr im besonderen zwei Medien entwickelt. Zum einen gibt es seit Juli 1998 eine eigene Homepage (http://www.fmk.at), die rasche Aufklärung zu allen Fragen der Mobilkommunikation bringt und auch die Gelegenheit zu einem interaktiven Dialog eröffnet. Journalisten haben überdies die Möglichkeit, sich direkt als Interessenten zu subskribieren und damit sofort über aktuelle Neuigkeiten auf elektronischem Wege informiert zu werden.
Das Pendant für all jene, die sich noch nicht dem Internet verschrieben haben, ist ein Weißbuch, das einen umfassenden Überblick über alle Themen rund um Technik, Gesundheit, Informationsstellen etc. im Bereich der Mobilkommunikation vermittelt. Im März dieses Jahres fertiggestellt, gibt es auch Auf-schluß über den aktuellen Stand der internationalen Forschung und sollte daher schon bald bei Behörden und zuständigen Institutionen als Unterstützung beim Umgang mit dem Thema genützt werden. Es ist als Ergänzungswerk konzipiert und daher zur laufenden Erweiterung und Aktualisierung geeignet. Interessenten können es zum Selbstkostenpreis von öS 290,-- (zzg. MWSt und Versandspesen) direkt im Forum Mobilkommunikation beziehen.
Kontinuität für die Zukunft
Das positive Feedback zu den Aktivitäten des letzten Jahres bestärkt das Forum Mobilkommunikation darin, den bisher eingeschlagenen Weg auch weiterhin fortzusetzen. Neben den Informationsmaßnahmen für Herzschrittmacherpatienten in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Herzfond sowie der weiteren Aufklärungsarbeit zu gesundheitlichen Fragen wird es vor allem das Thema Verkehrssicherheit sein, dem sich das FMK nun aus aktuellen Anlaß - Stichwort "Freisprecheinrichtungen" - im verstärkten Maße zuwenden wird. (Ende)
| Aussender: | Forum Mobilkommunikation |
| Ansprechpartner: | FMK, Michaela Reeh |
| Tel.: | 01/588 39-38 |
| E-Mail: | reehm@feei.wk.or.at |
| Website: | www.fmk.at/ |
