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pts20080611040 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Fortschritte in der Therapie des Multiplen Myeloms

Bessere Erfolge durch neue Medikamente - Patientenseminar am 28. Juni in Graz


Graz (pts040/11.06.2008/14:10) - Die Anzahl der Patienten, die vom Multiplen Myelom - einer bösartigen Erkrankung der Plasmazellen - betroffen sind, nimmt ständig zu. Derzeit ist die Krankheit noch nicht heilbar, der Krankheitsverlauf kann jedoch durch neue, innovative Therapien maßgeblich positiv beeinflusst werden. "Das Wissen um die Krankheit kann helfen, Ängste abzubauen und zu einer besseren Lebensqualität zu gelangen", erklären Ilse Hein und Doris Mayerboeck, Betroffene und Gründerinnen der Selbsthilfe Multiples Myelom Österreich. Sie haben - gemeinsam mit Univ. Prof. Dr. Werner Linkesch, Klinische Abteilung für Hämatologie, Medizinische Universität Graz - ein Patientenseminar und ein Ärztesymposium organisiert.

Wie ist das Krankheitsbild des Multiplen Myeloms definiert?
Univ. Prof. Dr. Werner LINKESCH: Gesunde Plasmazellen aus dem Knochenmark produzieren Antikörper, die für unser Abwehrsystem notwendig sind. Beim Multiplen Myelom beginnt eine kranke Plasmazelle, entartete Antikörper - so genannte Paraproteine - zu produzieren. Ein Multiples Myelom kann über lange Zeit ohne Krankheitszeichen verlaufen. Bei Fortschreiten der Erkrankung werden die normalen Blutzellen verdrängt. Mögliche Folgen sind Anämie, erhöhte Infektanfälligkeit oder Blutungsneigung.

Weiters können die Nierenkanälchen durch die Ausscheidung der Paraproteine geschädigt werden und zu einer verminderten Arbeitsleistung der Nieren führen. Die kranken Plasmazellen bilden außerdem Substanzen, die knochenabbauende Zellen aktivieren und zu Osteoporose führen können. Besonders betroffen sind die Wirbelsäule, Beckenknochen, Rippen und Schädel. Die Folgen können Schmerzen und Brüche sein. Außerdem gelangt bei der Auflösung von Knochen viel Kalzium ins Blut. Dies wiederum kann zu Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Nierenschäden bis Nierenversagen führen. Bei Diagnosestellung sind 25 % der Patienten unter 65 Jahre alt, 75 % älter - es handelt sich also vorwiegend um eine Erkrankung des höheren Lebensalters.

Wie wird das Multiple Myelom therapiert?
Univ. Prof. Dr. Werner LINKESCH: Sofern ein Patient für eine Stammzelltransplantation in Frage kommt, wird mittels Chemotherapie eine komplette Remission - das bedeutet, dass keine bösartige Zelle nachweisbar und die freien Leichtketten im Serum in den Normalbereich abgesunken sind - angestrebt. In der Folge wird eine Stammzelltransplantation durchgeführt. Früher wurde diese nach drei Monaten wiederholt. Aufgrund der hohen Erfolgsraten, die wir mit neuen Substanzen erreichen, sind wir jedoch dazu übergegangen, nach einer einmaligen Transplantation zuzuwarten und den weiteren Verlauf engmaschig zu kontrollieren.

Welchen Stellenwert werden die neuen Therapien auf dem Symposium Ende Juni in Graz einnehmen?
Univ. Prof. Dr. Werner LINKESCH: Die Präsentation der neuesten Fortschritte in der Therapie des Multiplen Melanoms durch einen renommierten Experten von der Mayo-Clinic, MD Philip Greipp aus den USA, stellt sicher ein Highlight dar. Denn die neuen Medikamente ermöglichen uns rasante Fortschritte und bisher unerreichbare Erfolgsraten. Dies schlägt sich bereits unmittelbar in einer deutlich verlängerten Überlebensrate nieder. Dazu kommt noch, dass ein Patient in kompletter Remission agil und voll rehabilitiert ist.

Welche Fortschritte wurden bei der Leukämie-Behandlung erzielt?
Univ. Prof. Dr. Werner LINKESCH: In der akuten Leukämie hat die Transplantation nach wie vor einen hohen Stellenwert. Damit können wir Patienten heilen, die anders nicht heilbar wären. Bei der Chronischen Myeloischen Leukämie gelang durch die Einführung eines innovativen Präparates vor einigen Jahren ein sensationeller Durchbruch. Damit kann man tatsächlich die Krankheit besiegen. Die Ergebnisse sind so gut, dass die Patienten in der Regel gar keine Stammzelltransplantation mehr brauchen.

Welche weiteren Themen sind für das Symposium geplant?
Univ. Prof. Dr. Werner LINKESCH: Für den 28. Juni haben wir Themen ausgewählt, die sowohl für Myelom- als auch Leukämie-Patienten von Interesse sind. Dazu zählen die Stammzelltransplantation, Nebenwirkungen der Hochdosischemotherapie, neue Fortschritte beim Myelom und die Behandlung von Nebenwirkungen. Weiters stelle ich einen rumänischen Patienten vor, der in seiner Heimat als unheilbar galt - das ist mittlerweile drei Jahre her. Er ist nach dreimaliger Transplantation an unserer Abteilung und nach medikamentöser Behandlung nach wie vor ohne kranke Plasmazelle. Solche Beispiele geben den Betroffenen Hoffnung. Weitere Themen sind die diätetische Unterstützung während der Chemotherapie sowie psychotherapeutische Behandlung des Patienten. Insgesamt bin ich stolz darauf, dass es uns gemeinsam mit der Europäischen und Österreichischen Selbsthilfe für Multiples Myelom und Steirischen Leukämiehilfe gelungen ist, namhafte Experten aus dem Inland, aber auch aus dem Ausland als Referenten für dieses Symposium zu gewinnen.

2. Europäisches Symposium für Multiples Myelom und Leukämie für Patienten und Angehörige
28. Juni 2008, 9-17 Uhr
Grand Hotel Wiesler, Grieskai 4-8, A-8020 Graz

Anmeldung: http://www.mm-symposium.at oder telefonisch bei Ilse Hein und Doris Mayerböck, MM Selbsthilfe Österreich, Wilhelminenstr. 95a/8, 1160 Wien, Tel. 0664/131 8838.

Für Verpflegung und Transfer aus Wien wird ebenfalls gesorgt. Zum Wohle der Patienten - ganz kostenlos.

(Ende)
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