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pte19980129013 in Business

Fortschritt im Kampf gegen Malaria

Weg für neues Medikament geebnet


Würzburg (pte) (pte013/29.01.1998/15:06)

Wissenschaftler der Universität Würzburg haben einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen die Malaria erzielt. Nach fast fünfjähriger Forschung gelang es ihnen, den Resistenzmechanismus des Malaria-Erregers gegen das Medikament Chloroquin aufzuklären. Damit sei es jetzt möglich, ein neues Medikament zu entwickeln, das einen entscheidenden Beitrag zum weltweiten Kampf gegen das gefährliche Sumpffieber leisten könnte, erklärte der Leiter der Forschungsgruppe, Michael Lanzer.

Die Würzburger Wissenschaftler hoffen, das neue Medikament in fünf bis sieben Jahren in die Apotheken bringen zu können. Das Mittel Chloroquin galt lange Zeit als Hoffnungsträger im Kampf gegen das Sumpffieber. Die zunehmende Widerstandsfähigkeit der Erreger hatte jedoch dazu geführt, daß sich die Krankheit wieder ausbreitete.

Wegen der Resistenzentwicklung der Erreger, die sich in den roten Blutkörperchen des Menschen verschanzen und dort unaufhörlich vermehren, gab es nach Angaben der Forscher bisher immer weniger Medikamente, die noch wirksam waren. Mit physiologischen und biochemischen Experimenten konnten die Würzburger Forscher nun erstmals beweisen, daß der für die Aufnahme des Malaria-Medikaments verantwortliche Austauschstoff bei den gegen Chloroquin resistenten Erregern nicht mehr stimuliert werden kann. Die Erreger nehmen also weniger Chloroquin auf und können somit nicht abgetötet werden. Die Reduzierung der Wirkstoffaufnahme ist nach Auffassung der Experten auch die Ursache für die Widerstandsfähigkeit der Erreger.

Auf der Grundlage dieser Forschungsergebnisse soll nun zusammen mit einem großen Pharmaproduzenten ein verbessertes Medikament entwickelt werden. Der neue Wirkstoff werde das säureregulierende Protein des Erregers verstopfen, damit könne der Erreger seinen Säurehaushalt nicht mehr steuern und sterbe ab, berichtete Lanzer.

Weltweit werden jedes Jahr etwa 300 bis 500 Millionen Menschen mit Malaria infiziert. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich etwa 1,5 bis 2,5, Millionen Menschen an den Folgen des Sumpffiebers. Damit gehört die Malaria neben Tuberkulose, Aids, Durchfall- und Atemwegserkrankungen zu den Krankheiten mit den meisten Todesfällen. In Deutschland werden jährlich etwa 1.000 Malaria-Kranke registriert, die sich größtenteils im Urlaub infiziert haben. Etwa 20 von ihnen sterben, weil die Krankheit zu spät erkannt wurde. (Ende)
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