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pts20000511021 in Business

Forschungszentrum Seibersdorf präsentiert erstmals Wissensbilanz

Pressegespräch der Austrian Research Centers Seibersdorf


Wien (pts021/11.05.2000/12:27)

Präsentation Wissensbilanz am 10.Mai 2000

Prof. DI. Günter Koch
DI. Mag. Wolfgang Pell
o.Univ.-Prof. Dr. Ursula Schneider
Mag. Karl-Heinz Leitner

Executive Summary "Wissensbilanz Seibersdorf"

Wissen kommt in unserer zunehmend wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft eine Schlüsselrolle zu. Dennoch scheint dieser immer wichtiger werdende Produktionsfaktor in den Geschäftsberichten herkömmlicher Unternehmen nicht auf. Mit der Wissensbilanz 1999 dokumentieren die Austrian Research Centers Seibersdorf (ARCS) erstmals die Bedeutung dieser im eigenen Betrieb geschaffenen immateriellen Werte, um diese Leistungen für Geldgeber, Kunden und MitarbeiterInnen besser transparent zu machen. Zugleich lässt sich erkennen, dass solche Formen des Wissensmanagements zu einem wichtigen neuen Themenfeld werden, bei dem die ARCS eine Vorreiterrolle spielen wollen.

Im Vergleich zu den klassischen Produktionsfaktoren hat Wissen eine Reihe besonderer Eigenschaften, die in einer Wissensbilanz zu berücksichtigen sind:
Es ist ein Gut mit steigenden Erträgen und stark positiven externen Effekten, allerdings kann es durch die Entwicklung einer neuen Technologie auch von einem Moment auf den anderen wertlos werden. Wissen ist außerdem als einzige Ressource vorrangig an Menschen gebunden - sowohl bei seiner Produktion wie auch bei seiner Vermittlung.

Aufgrund dieser besonderen Merkmale von Wissen kann sein Wert mit Instrumenten des klassischen Rechnungswesens nur unzureichend erfasst werden. Genau das aber soll die Wissensbilanz leisten, in die qualitative und quantitative Daten eingehen. Klar muss dabei aber auch sein, dass eine Übersetzung der ermittelten Wissens-Potenziale in künftige finanzielle Werte mit hohen Unsicherheiten behaftet ist.

In unserer arbeitsteiligen Wissensgesellschaft entstehen Innovationen im Normalfall durch das interaktive Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure, wie Unternehmen, Universitäten und Forschungslabors. Die ARCS fungieren dabei im österreichischen Innovationssystem als eine zentrale Schnittstelle zwischen akademischer Forschung und wirtschaftlicher Anwendung und erbringen damit wichtige Forschungs- und
Entwicklungsleistungen, die sowohl der österreichischen Wirtschaft als auch der Gesellschaft zu Gute kommen.

Weitere wichtige Aspekte bei dieser Rolle sind der hohe Vernetzungsgrad der ARCS, auf nationaler wie internationaler Ebene, die Interdisziplinarität der Forschung, sowie eine professionelle Projektabwicklung. Diese Kernkompetenzen der ARCS lassen sich an drei Beispielen von herausragenden Forschungsleistungen illustrieren: An der Leichtmetallverarbeitung, der Bilderkennung und an den von den ARCS entwickelten Umweltmessverfahren.

Folgerichtig haben die ARCS als erstes österreichisches Unternehmen überhaupt und auch als erstes europäisches Forschungsunternehmen eine Wissensbilanz erarbeitet. Sie illustriert, welche Bedeutung das Human-, das Struktur- und das Beziehungskapital bei der Entwicklung innovativer Technologien und welch entscheidende Rolle ein interdisziplinäres Herangehen hat - und nicht zuletzt auch, wie die Gesellschaft und die Wirtschaft von solchen Forschungsprojekten profitiert.

Die vorliegende Wissensbilanz 1999 macht Wissensbestände und Wissensflüsse innerhalb der ARCS transparent und stellt so einen wichtigen Schritt dar, Kompetenzen und Zusammenhänge zu dokumentieren, die bisher ausgeblendet waren. Die Produktion und Umsetzung von neuem Wissen beginnt mit der Definition von Wissenszielen, die festlegen, in welchen Bereichen spezifische Fähigkeiten, Strukturen und Beziehungen aufgebaut bzw. intensiviert werden müssen.

In der Vergangenheit haben die ARCS Schwerpunkte in den Forschungsbereichen Informationstechnologie, Life Sciences sowie Werkstoffe & Engineering gebildet. Für die Zukunft bestehen die Hauptziele der ARCS darin, den professionellen Wissenstransfer zu steigern, als Inkubator tätig zu werden, den Prozessablauf zu optimieren, die Effizienz zu steigern sowie anwendungsorientierte Forschung zu forcieren. Diese Wissensziele können freilich nur durch den vermehrten Einsatz materieller Ressourcen wie Geld und Infrastruktur, sowie durch den Einsatz immaterieller Vermögenswerte, dem intellektuellen Kapital, erreicht werden.

Stichwort Humankapital: Die ARCS als größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung Österreichs beschäftigten 1999 knapp 500 MitarbeiterInnen. Für eine Forschungsorganisation, wie die ARCS ist dabei die Rekrutierung von neuen MitarbeiterInnen von großer Bedeutung. Im Jahr 1999 wurden 62 neue MitarbeiterInnen eingestellt, davon gehören 31 zum wissenschaftlichen Personal. Bei einem durchschnittlichen Personalstand von 481 MitarbeiterInnen und bei 56 Abgängen ergibt sich für das Jahr 1999 eine Fluktuation von 12,9%. Es ist zu erwarten, dass diese Zahl zukünftig weiter steigen wird. Angesichts der relativ hohen Personalfluktuation besteht die große Herausforderung darin, sowohl eigene Spitzenkräfte aufzubauen, als auch den öffentlichen Ausbildungsauftrag durch die Ermöglichung von Personaltransfers in die Wirtschaft zu erfüllen. In Wissensbilanzen spielt aber nicht nur das Human-, sondern auch das Strukturkapital eine wichtige Rolle; es umfasst unter anderem die IT-Infrastruktur die administrativen Prozesse und die wissensbasierte Ausstattung, wie Laboreinrichtungen.

In allen diesen Bereichen sind die ARCS durch eigene Innovationen, Akkreditierungen und Zertifizierungen um eine ständige Qualitätskontrolle und -
verbesserung bemüht. Als dritte Kategorie von Kapital ist schließlich noch das Beziehungskapital zu erwähnen, das für wissenserzeugende und -transferierende Unternehmen wie die ARCS grundlegend ist. Durch nationale und internationale Kooperationen im Rahmen von Projekten, durch die Mobilität von MitarbeiterInnen sowie durch eigene Tagungen kam es auch in diesem Bereich in den vergangenen Jahren zu einer erheblichen Vermehrung auf der "Soll-Seite".

Die ARCS organisieren ihre Wissensproduktion unter Einsatz der unabhängigen Forschung, die zunehmend in Programme strukturiert ist, und auf der Basis von Auftragsprojekten, die für unterschiedliche Kunden durchgeführt werden. Während dabei die Auftragsforschung Anwendungs- und Marktnähe gewährleistet, stellt Programmforschung die Kontinuität sicher und schafft Raum für die Entwicklung neuen Wissens. Neben der Programmforschung gibt es außerdem die vom BMVIT geförderten Leitprojekte; externe Programmforschung findet im Rahmen der Kompetenzzentren bzw. von EU-Projekten statt. Auf der anderen Seite haben die ARCS zahlreiche Auftraggeber sowohl aus der Privatwirtschaft als auch aus dem öffentlichen Sektor.

Im Jahr 1999 waren dies knapp 200 Projekte mit einem Gesamtumsatz von 341 Millionen Schilling. Im Idealfall wird im Rahmen dieser im Schnitt eher kleinen und kurzfristigen Projekte jenes Wissens umgesetzt, das im Rahmen der Programmforschung geschaffen wurde. Von besonderer Bedeutung für die ARCS ist also der sogenannte Spill-over, die Wechselwirkungen zwischen Programmforschung und Auftragsprojekten. Das bedeutet, dass im Rahmen der Programmforschung neues Wissen entsteht, das in Form von Auftragsprojekten umgesetzt wird, auf denen aufbauend wiederum Werte für private und öffentliche Kunden geschaffen werden.

Die Leistungen, die von den ARCS für die österreichische Wirtschaft und Gesellschaft erbracht werden, sind vielgestaltig:
Auf der einen Seite stehen die zahlreichen Projekte mit privaten, sowohl nationalen wie internationalen Unternehmen. Auf der anderen Seite leisten die ARCS mit Publikationen, Politikberatung und Medienarbeit aber auch wichtige Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung Österreichs.

Kontakte:
Wolfgang Renner
ARCS
02254 780 2046
wolfgang.renner@arcs.ac.at (Ende)
Aussender: communication matters
Ansprechpartner: Mag. Peter Menasse communication matters
Tel.: 01 503 23 03
E-Mail: menasse@comma.at
Website: www.comma.at
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