Forscher sagen nächste Designerdroge vorher
Computerprognose mit Künstlicher Intelligenz auf Basis von 8,9 Mio. möglichen Kombinationen
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Pillen: Früherkennung von Bedrohungen durch Drogen (Foto: Ewa Urban/pixabay.de) |
Vancouver/Edmonton (pte001/19.11.2021/06:00)
Michael Skinnider, Doktorand im Fach Medizin an der University of British Columbia https://www.ubc.ca/ UBC im kanadischen Vancouver, und David Wishart, Professor für Informatik an der University of Alberta https://www.ualberta.ca in Edmonton, haben ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Programm so trainiert, dass es die Zusammensetzung der nächsten Designerdroge vorhersagen kann, noch ehe sie den schwarzen Markt erreicht.
[b]8,9 Millionen mögliche Droge[/b]
Die Forscher fütterten den Computer mit den Bestandteilen bekannter psychoaktiver Substanzen, die forensische Labore auf der ganzen Welt beisteuerten. Diese Wirkstoffe lassen sich auf vielfältige Arten miteinander kombinieren, sodass neue Designerdrogen entstehen. Der von ihnen verwendete Algorithmus, bekannt als tiefes neuronales Netzwerk, ist von der Struktur und Funktion des menschlichen Gehirns inspiriert. Es ermittelte 8,9 Millionen mögliche Drogen. Von 196 real auftauchenden Wirkstoffen, die nach dem Training den Süchtigen angeboten wurden, gehörten mehr als 90 Prozent zu den prognostizierten Drogen.
[b]Früherkennung von Bedrohungen[/b]
Die Forscher fanden heraus, dass die Software auch gelernt hatte, wie wahrscheinlich es ist, dass bestimmte Wirkstoffkombinationen auf dem Markt auftauchen. „Wir fragten uns, ob wir diese Wahrscheinlichkeit nutzen können, um die nächste Bedrohung frühzeitig zu erkennen ", sagt Leonard Foster, Professor in der Abteilung für Biochemie an der UBC und ein international anerkannter Experte für Massenspektrometrie.
[b]Wie in einem Scinece-Fiction-Film[/b]
„Die Tatsache, dass wir vorhersagen können, welche Designerdrogen angeboten werden, bevor sie tatsächlich erscheinen, ähnelt ein bisschen der Grunidee des Science-Fiction-Films „Minority Report" aus dem Jahr 2002, in dem das Vorwissen über kriminelle Aktivitäten dazu beigetragen hat, die Kriminalität in einer zukünftigen Welt erheblich zu reduzieren", so Wishart. Die Forscher testeten diese Hypothese mit jedem der 196 neuen Designermedikamente. Nur mit dem Kriterium „Masse" fanden sie heraus, dass ihr Modell die korrekte chemische Struktur einer nicht identifizierten Designerdroge in mit 72-prozentiger Genauigkeit. Wenn sie zusätzlich Massenspektrometriedaten berücksichtigten stieg die Genauigkeit auf 86 Prozent. Wenn es nur um eine Vermutung ging, konnte die Software die richtige Struktur mit nur 51-prozentiger Sicherheit vorhersagen.
[b]Das Bundeskriminalamt gehört zu den Nutzern[/b]
Die UBC-Software, die vom Novel Psychoactive Substance Data Hub https://www.nist.gov in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland vertrieben wird, wird von der US Drug Enforcement Agency, dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht und dem Bundeskriminalamt in Deutschland eingesetzt. Ziel ist es, die Gefahren, die von neuen Drogen ausgehen, frühzeitig zu erkennen, um schwere Gesundheitsschäden bei Süchtigen zu vermeiden.
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