Fettleibigkeit schränkt "American Dream" ein
Ball State University warnt vor "Mobilitätsstrafe" und geringeren Chancen im Erwachsenenalter
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Jung und fettleibig: US-Forscher warnen vor weniger Aufstiegschancen (Bild: pixabay.com, trtasfiq) |
Muncie (pte005/24.02.2026/06:15)
Fettleibigkeit im Kindesalter schränkt die Verwirklichung des vielzitierten "American Dream" ein. Zu dem Schluss kommt eine neue Studie des Ökonomen Maoyong Fan von der Ball State University. Übergewicht in frühen Lebensjahren stehe demnach mit einer "Mobilitätsstrafe" in Verbindung. Diese mindere die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens sozial aufzusteigen und im Erwachsenenalter einmal in Vierteln mit besseren Chancen zu leben.
Eingeschränkter Zugang
Die Wissenschaftler haben in der im "Journal of Population Economics" veröffentlichten Erhebung unter Nutzung der "National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health" die Teilnehmer vom Jugend- bis in das Erwachsenenalter begleitet, und durch die Verknüpfung der Daten einen Konnex zwischen Körpergewicht und späterem wirtschaftlichen Erfolg nachgewiesen.
Im Vergleich zu Gleichaltrigen mit Normalgewicht landen Jugendliche mit Fettleibigkeit im Erwachsenenalter im Einkommensrang im Durchschnitt etwa 20 Prozentpunkte unter dem ihrer Eltern, schreiben die Fachleute. Auch ein eingeschränkter Zugang zu Wohnvierteln mit hohen Chancen im Erwachsenenalter lässt sich wissenschaftlich nachweisen.
Demzufolge ist Fettleibigkeit im Kindesalter mit einer um 17,6 Prozentpunkte geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, in einem Viertel mit niedriger Armutsquote zu leben. "Fettleibigkeit im Kindesalter ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Sie ist auch eine Krise der wirtschaftlichen Mobilität", verdeutlicht Fan das Kernergebnis seiner Untersuchung.
Frauen stärker gefährdet
Wer als Kind fettleibig sei, habe ein geringeres Bildungsniveau, anhaltende Gesundheitsprobleme und Nachteile auf dem Arbeitsmarkt, darunter häufiger berichtete Diskriminierung am Arbeitsplatz und eine ungünstige berufliche Sortierung. Die Experten schränken jedoch ein, dass die wirtschaftlichen Folgen nicht gleichmäßig verteilt sind.
Bereits benachteiligte Gruppen stünden besonders im Fokus. Frauen erfahren größere Mobilitätsnachteile als Männer. Auch seien die Effekte schwerwiegender für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Und die Auswirkungen seien am stärksten im Süden und Mittleren Westen der USA ausgeprägt, wo die Forscher "Fettleibigkeits-Hotspots" und "Chancenwüsten" verorten.
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