pte19971125007 in Business
Fehler in der Aids-Therapie vermeiden
München: Experten erarbeiten Richtlinien zur HIV-Behandlung
München (pte) (pte007/25.11.1997/15:54)
Die richtige AIDS-Therapie kann heute einen HIV-Positiven wahrscheinlich dauerhaft vor dem Krankheitsausbruch schützen. Optimal ist die Kombination von drei Medikamenten aus zwei unterschiedlichen Wirkstoffgruppen. Die Ärzte haben aber die Qual der Wahl: Derzeit sind rund zwölf Substanzen für die Therapie zugelassen. Auf einer derzeit in München stattfindenden Tagung wollen sich die Experten einigen, ab welchen Grenzwerten mit der Behandlung begonnen werden sollte.Ulrich Marcus, Sprecher des Aids-Zentrums am Robert-Koch-Institut: "Beim Versagen eines Medikamentes in einer bestimmten Gruppe sinkt die Wahrscheinlichkeit, daß ein anderes Medikament aus derselben Gruppe noch wirkt, dramatisch ab." Schon die erste Medikamentenkombination entscheidet, welche Behandlungsmöglichkeiten dem Patienten in Zukunft noch offen stehen.
Ein neuer Entwurf für die HIV-Therapierichtlinien soll verhindern, daß unerfahrene Ärzte in der Behandlung falsche Wege gehen. Während die richtige Wirkstoffkombination unter den Experten unstrittig ist, gehen die Meinungen über den besten Zeitpunkt des Behandlungsbeginns auseinander. Bei dieser Entscheidung orientieren sich Ärzte einerseits an der Virusmenge im Blut und andererseits an der Schädigung des Immunsystems, meßbar als Rückgang der T-Helferzellen.
Auch ein anderes Problemfeld wird in den Richtlinien angesprochen: die Therapietreue der Patienten. Nicht jeder kann sein Leben nach dem Takt der Pillen ausrichten. Für solche Patienten wird die beste Behandlung, die Dreifachkombination, zur Gefahr. Wenn sie sich nicht an das Schema halten, wird das Virus gegen alle drei Wirkstoffe resistent und läßt sich kaum noch unter Kontrolle halten. Hier liegt die Kunst des Arztes darin, für jeden Patienten eine Behandlung zu finden, mit der es sich leben läßt, auch wenn sie aus wissenschaftlicher Sicht nicht optimal ist. Das Ergebnis der Konferenz steht ab der nächsten Woche im Internet zu Verfügung: http://www.rki.de [Quellen: Volkart Wildermuth, Ulrich Marcus] (Ende)
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