pte19980207001 in Business
EU fordert Entflechtung von Hollywood-Filmvertrieb
United International Pictures hat zwei Monate Zeit zum Handeln
Brüssel (pte) (pte001/07.02.1998/14:30)
Die Europäische Kommission in Brüssel hat gegen die Vertriebsaktivitäten von drei Hollywood-Filmstudios eine Einstweilige Verfügung erlassen. Darin werden die Studios Paramount, Universal und MGM/UA aufgefordert, ihre gemeinsame Vertriebsgesellschaft United International Pictures (UIP) zu entflechten und künftig ihre Filme getrennt zu vertreiben. Unter Wettbewerbsgesichtspunkten seien nicht genügend gute Gründe vorhanden, um das alte System der gemeinsamen Vermarktung fortzusetzen, sagte EU-Wettbewerbs-Kommissar Karel Van Miert in Brüssel.UIP hat nun zwei Monate Zeit, einen formellen Einspruch gegen die Verfügung einzulegen. Für die endgültige Entscheidung gibt es noch keinen Termin. Die Vertriebsaktivitäten von UIP waren zuvor schon Gegenstand eines Tauziehens zwischen den USA und Europa. Die anderen amerikanischen Filmstudios, wie Warner Bros., 20th Century Fox und Walt Disney haben bereits eigene Vertriebswege etabliert. Mit der jetzigen Entscheidung könnte die europäische Filmindustrie nach Einschätzung von Fachleuten einen Schub bekommen. Die europäischen Studios investieren stark in den Aufbau ihres Filmvertriebs. PolyGram aus den Niederlanden hat in den vergangenen sieben Jahren über eine Mrd. Dollar in sein Vertriebsnetz investiert. (w&v)
* 143,1 Millionen Kino-Besucher 1997 *
Die Filmförderungsanstalt FFA in Berlin meldet für 1997 rund 143,1 Millionen Besucher in den deutschen Kinos. Dies sei ein Umsatzwachstum von 11,75 Prozent (1,469 Mrd. Mark oder umgerechnet knapp zehn Mrd. Schilling) und damit ein neuer Rekord. Der deutsche Film konnte seinen Marktanteil auf 17,3 Prozent steigern (23,9 Millionen Besucher - 3,1 Millionen Kinobesucher mehr als 1996). Außerdem verzeichnete die FFA 382 neue Leinwände. (w&v)
* Image-Studie: Öffentlich-rechtliche Sender vorn *
Das Image des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist in Deutschland ist nach wie vor besser als das der Privatsender. Das ergab eine von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebene repräsentative Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts EMNID. Den ersten Platz im Qualitäts-Ranking nimmt die ARD ein, deren Programm 58 Prozent der Bevölkerung als sehr gut oder gut beurteilen. Auf den Plätzen folgen ZDF (55 Prozent), die Dritten (51 Prozent), RTL (40 Prozent), Sat.1 (39 Prozent) und ProSieben (37 Prozent).
Bei den Zuschauerzahlen in der Altersstufe der 14- bis 29jährigen haben die Privaten jedoch die Nase vorn: 72 Prozent dieser Gruppe sehen fast ausschließlich private Sender, während öffentlich-rechtliche Sender nur noch neun Prozent in diesem Segment binden. Bei den politisch Desinteressierten und weniger Gebildeten stoßen die Informationsangebote der Privatsender auf deutlich größere Akzeptanz, so die Studie. (w&v) (Ende)
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