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pts19991129022 in Business

EU fördert High Performance-Anwendungen

Betriebe wissen noch zu wenig über leistungsfähige Rechner - Infokampagne soll Anwender aufklären


Wien (pts022/29.11.1999/15:52)

Eine von Austrian Cooperative Research (ACR) http://www.acr.at durchgeführte Studie hat ein enormes Informationsdefizit zum Thema "High Performance Computing and Networking" (HPCN) in Österreich festgestellt. Ziel dieser Basistechnologie ist es, mit höherer Rechenleistungen eine Aufgabe schneller, öfter oder genauer durchführen zu können. Aufgrund der Studie werden derzeit Überlegungen angestellt, wie man technologische Anwendungen im Bereich des "parallelen und verteilten Rechnens" besonders für die in Österreich vorherrschenden Klein- und Mittelbetriebe zugänglich machen könnte.

Im Juli 1997 startete unter Koordination von ACR das EU-Projekt "Austrian Technology Transfer Node" (ATTN), das sich mit HPCN beschäftigt. http://www.acr.at/HPCN.htm Ziel dieser EU-Aktion, die 13,5 Mio. Schilling Forschungsförderung nach Österreich brachte, war es, mit HPCN-Technologien einen Mehrwert für die österreichische Wirtschaft, insbesondere bei den KMUs, zu schaffen.

Österreich hat Nachholbedarf

Anwendungsgebiete dieser Technologien sind unter anderem Multimediaanwendungen, Meteorologie, Qualitätskontrolle und als wahrscheinlich wichtigster Bereich Simulationsanwendungen. Da dieses Projekt im Frühjahr 2000 ausläuft, wurde eine vom BMwA finanzierte Studie durchgeführt, mit deren Hilfe man klären will, wie die Basistechnologie des parallelen Rechnens in Österreich derzeit und in Zukunft eingesetzt wird.

In Österreich herrscht im Gegensatz zum westlichen Ausland, wo Infrastruktur und Forschung auf diesem Gebiet jahrelang massiv gefördert wurden, ein enormer Nachholbedarf auf dem Sektor des "parallelen und verteilten Rechnens". Da zusätzlich auch noch die nötigen Informationen bei den potenziellen Anwendern fehlen, ist z.B. auch die kostengünstige Möglichkeit, PC-Netzwerke zu leistungsfähigen Recheneinheiten auszubauen, nicht hinreichend bekannt. Die höhere Rechenleistung kann oft sehr einfach mit kommerziell erhältlichen parallelen Standardsoftwarepaketen erzielt werden. Für aufwendige und forschungsintensive Probleme müssen auf den Kundenbedarf abgestimmte Softwarelösungen erst erstellt werden.

Typische Anwendungsgebiete für HPCN sind Simulationen für Struktur- und Strömungsmechanik, Prognoseprogramme, Datenbankverwaltung und im Multimediabereich Bilderkennung und Bildverarbeitung. Vor allem die Entwicklung auf dem Gebiet der Simulationen hat inzwischen ein Niveau erreicht, das es ermöglicht, in vielen Anwendungsbereichen rasche und kostengünstige Optimierungen im industriellen Umfeld vorzunehmen. Für den Anwender aus der Wirtschaft sind Konstruktionsoptimierung, Materialentwicklung, Qualitätskontrolle und Informationstechnologie am interessantesten.

Situation in Deutschland

In Deutschland, wo diese Technologie seit einigen Jahren umfassend gefördert wird, geht man davon aus, dass sich ein Hochtechnologieland gegenüber Billiglohnländern nicht über den Preis, sondern nur über bessere Produkte behaupten kann. Treibende Kräfte sind die starke Automobil-, Raumfahrt- und Luftfahrtindustrie. Dazu wurden in den letzten Jahren in ganz Deutschland Großrechenzentren für die Anwendungsberechnung eingerichtet.

Die Situation in Österreich ist differenzierter. In der klein- und mittelständischen Industrielandschaft werden HPCN-Anwendungen aufgrund des geringen Informationsstandes, bisher nur wenig eingesetzt. Nur einige Firmen, wie z.B. AVL in Graz http://www.avl.com , nützen diese Technologie seit langem mit großem kommerziellen Erfolg. Für Anwendungen im Forschungsbereich ist hingegen der Bedarf an Workstations und kleinen Parallelrechnern relativ gut abgedeckt, einzelne Universitäten verfügen auch über angemessene Großrechnerkapazitäten.

Lösungsansätze

Um geeignete HPCN-Strukturen und Ressourcen auch in Österreich aufzubauen, werden zeitlich gestaffelte Maßnahmen vorgeschlagen. Kurzfristig ist es unabdingbar, das Informationsdefizit bei den Unternehmen zu beseitigen. Als Lösung ist der Aufbau eines Informationsbüros zur Beratung und zur aktiven Initiierung von HPCN-Projekten empfohlen. Mittelfristig wird die Schaffung von Zentren für die Bereitstellung eines leistungsfähigen (HPCN)-Angebotes an Hard- und Software empfohlen. Diese Zentren sollten in Zusammenarbeit mit Fachinstituten betrieben werden, um den entsprechenden fachlichen Background sicherzustellen.

Langfristig werden zwei Lösungsansätze vorgeschlagen. Variante 1: Zur Bündelung des Bedarfs an kundenspezifische Lösungen wird die Gründung eines Kompetenzzentrums zur konzentrierten Entwicklung im vorwettbewerblichen Bereich empfohlen. Variante 2: Ein gemeinsam von Wissenschaft und Wirtschaft genutztes Großrechenzentrum, um Synergien herzustellen. Die Förderung der HPCN-Technologie ist auf jeden Fall nötig, um ihr jenen Stellenwert zu schaffen, den sie im westlichen Ausland schon seit längerem erreicht hat. (Ende)
Aussender: InnoTech: Ein pte-Projekt in Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium
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