pte19971119003 in Business
Eisenbahn: Innovationsfähigkeit leidet unter den Strukturen
"Internationale Eisenbahntage" in Florenz
Florenz (pte003/19.11.1997/09:37)
Als Verkehrsträger spielt die Bahn eine bedeutende Rolle, und Kritiker der automobilen Gesellschaft weisen ihr eine Schlüsselrolle im Verkehrskonzept der Zukunft zu. Doch besonders energisch strebt die Forschung für und um die Bahn nicht in die Zukunft. Anders als beim Auto ist der Drang zur High-tech hier weniger ausgeprägt und auch weniger publizitätsträchtig.Die Bahnforschung krankt an den überkommenen Strukturen. Die Eisenbahnunternehmen sind bestenfalls gerade aus der Kuratel des Staates entlassen und zeigen geringes Interesse an der Forschungsförderung. Der Staat selbst zieht sich aus Geldmangel immer weiter zurück. Die privaten Hersteller von Zügen und Triebwagen überlegen es sich allerdings zehnmal, ob sie ein revolutionäres Produkt entwickeln. Eine Abnahmezusage für das fertige Fahrzeug erhalten sie nämlich in der Regel nicht.
Innovationen kann die Branche dennoch vorweisen, allerdings zeigen sie sich meist im Detail. Aerodynamisch optimierte Stromabnehmer für Hochgeschwindigkeitszüge etwa, oder verbesserte Kommunikationssysteme für die Züge. Die Deutsche Waggonbau AG präsentiert auf der der derzeit in Florenz stattfindenden Eisenbahn-Konferenz IWTEB 97 eine Machbarkeitsstudie für einen Elektrozug des kommenden Jahrtausends, den ET 2000 TT.
Das 100 Meter lange Gefährt bietet Sitzplätze für 300 Passagiere. Innovativ ist die Bauweise der Außenhülle. Sie besteht aus Verbundwerkstoffen und glasfaserverstärktem Kunststoff und nimmt dem Waggonskelett einen Teil der Traglast ab. Bei dem neuen Zug ist nur noch der Triebwagen mit zwei Achsen ausgestattet, alle anderen Waggons werden wie der Hänger eines Sattelschleppers an den Triebwagen angehängt. Selbstverständlich verfügt der Zug über Neigetechnik und hydraulische Bremsen. [Quelle: Uli Blumenthal] (Ende)
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