pts19990927022 in Business
E-Office 2000 macht Kabelverlegungen billiger
Programm sucht "Nischen" in den Normen
Wiener Neustadt (pte) (pts022/27.09.1999/12:00)
Eine neue Software für Energieversorgungsunternehmen und Elektriker soll helfen, Kabelverlegungen billiger zu machen. Das Programm heißt E-Office 2000, wird von der Wiener Neustädter Firma Globesoft entwickelt und Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen. E-Office 2000 berücksichtigt alle einschlägigen Normen, sucht sich daraus die jeweils kostengünstigste Variante und errechnet in Sekundenschnelle, welche Kabel für welche Zwecke einzusetzen und wie sie zu verlegen sind.http://www.globesoft.at
Die Verlegung elektrischer Leitungen ist eine eigene Wissenschaft. Gilt es doch, eine Unzahl von Vorschriften und Normen, z.B. jener des ÖVE (Österreichischer Verband für Elektrotechnik) http://ove.e2i.at , zu berücksichtigen. Selbst erfahrene Techniker brauchen längere Zeit, um etwa zu berechnen, welches Kabel mit 0,5 Megawatt Anschlussleistung von Ort A zu Ort B verlegt werden muss. "E-Office 2000 wird diese Arbeit in Sekundenschnelle erledigen", erklärt Globesoft-Geschäftsführer Ferdinand Goldammer. Das Programm berücksichtigt den Erdbodenwiderstand ebenso wie induktive Widerstände der Leitungen und bezieht Spannungen, Leitermaterial, Kabelsystem und Kabelart in die Berechnungen mit ein.
E-Office 2000 kann mehrere Varianten einer Berechnung durchführen und analysieren, ob die Verlegung von Kupferkabeln im konkreten Fall größere Vorteile bringt als die Verlegung von Aluminiumkabeln. Neben der Zeitersparnis führt Goldammer vor allem den Kostenfaktor als Vorteil seines Programms ins Treffen. Denn E-Office 2000 sucht nach den "Nischen" in den zahlreichen Normen und rechnet sich danach einen optimalen Leitungsquerschnitt heraus. "Und wenn man den Querschnitt einer Leitung um einen Grad nach unten bringen kann, bedeutet das gleich eine erhebliche Ersparnis beim Materialaufwand", so Goldammer. Werde etwa Kupfer verwendet, können Einsparungen von 100.000 Schilling durch die Verlegung "dünnerer" Leitungen schnell erreicht werden.
Die Software aus Wiener Neustadt wurde für 32 Bit-Betriebssysteme ab Windows 95 aufwärts entwickelt, arbeitet wahlweise mit DIN- bzw. ÖVE-Normen und kann in drei Sprachen (Deutsch, Englisch oder Französisch) installiert werden. Die Grundidee für E-Office 2000 hatte der gelernte Elektrotechniker bereits 1985, ein Vorgängerprogramm wird von 200 Elektrikern und Konzernen wie Voest Alpine, ÖBB und Elin genutzt.
1997 wurde Globesoft gegründet und die konkrete Entwicklungsarbeit begonnen. Dabei waren, so gesteht Goldammer, einige Widerstände zu überwinden. Am Anfang standen vor allem die Normen-Workshops im Vordergrund - in Zusammenarbeit mit Interessensvertretungen mussten sich die Wiener Neustädter Programmierer zuerst mit den zahlreichen Vorschriften für Kabelverlegungen vertraut machen. Die weitere Entwicklung wurde schließlich vom Forschungsförderungsfonds (FFF) gefördert, wobei Goldammer vor allem die unbürokratische Vorgangsweise des FFF lobt.
Derzeit führt Goldammer Gespräche mit Kabellieferanten wie der oberösterreichischen Meinhart Kabel Gesellschaft. http://www.meinhart.at Goldammer: "E-Office 2000 soll dann auch Kabeldaten einzelner Hersteller einbinden, so dass immer gleich der Preis einer Kabelverlegung berechnet und daraus eine Bestellung generiert werden kann."
Das Unternehmen:
Globesoft
Brünner Straße 33, 2700 Wiener Neustadt
Tel.: 02622/26631
Ansprechpartner: Ferdinand Goldammer
Mitarbeiter: 7
Umsatz (1. Halbjahr 1999): ca. ATS 2,5 Millionen (Ende)
| Aussender: | ITTI: Informationstransfer für neue Technologien und Innovationen |
| Ansprechpartner: | Georg Panovsky |
| Tel.: | 01-4061522-46 |
| E-Mail: | redaktion@pressetext.at |
| Website: | www.fff.co.at/ |
