pte19980120003 in Business
Digitale Verbrecherjagd in Japan
Fraunhofer Institut liefert spezielle Scanner
Frankfurt (pte) (pte003/20.01.1998/09:25)
Als erstes Land der Welt stellt nun Japan die erkennungsdienstliche Erfassung von Straftätern auf digitale Systeme um. Live-Scanner nehmen die Fingerabdrücke auf und stellen sicher, daß nur aussagekräftige Bilder gespeichert werden. Die digitalisierten Fingerabdrücke sollen die Verbrecherjagd erleichtern. Landesweit werden hierfür 1000 vom Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) entwickelte Scanner installiert.Der Vergleich von Fingerabdrücken wird schon seit Anfang des Jahrhunderts als Beweismittel bei der Verbrechensaufklärung eingesetzt. Problematisch ist bisher die aufwendige Abnahmetechnik und Vergleichsarbeit. Eine schnelle und einfache Lösung liefern die Hochleistungsscanstationen LS 10H des IPK in Berlin. Die gemeinsam mit der Firma RJM Rheinmetall Jena Image Technology GmbH entwickelten Live-Scanner sorgen für die zuverlässige und objektive Erfassung und Erkennung von Fingerabdrücken.
"Für die Erfassung drücken die Straftäter ihre Finger nicht mehr auf Stempelkissen und Papier, sondern legen ihre Hand auf einen Scanner", erläutert Bertram Nickolay aus dem IPK die vereinfachte Vorgehensweise. Dabei kontrolliert das System automatisch die Aufnahmequalität der Abdrücke. Es stellt sicher, daß nur aussagekräftige Bilder gespeichert werden, und verhindert vertauschte oder doppelte Aufnahmen. Gleichzeitig fungiert das Automatische Fingerabdruck-Identifikationssystem AFIS als Zugriffskontrolle: Das Bedienungspersonal erhält den Zugang zu den Geräten nur bei zweifelsfreier Identifizierung.
Die Forscher am IPK arbeiten schon an der nächsten Variante. Zusammen mit Firmen, die Geräte für die Polizeitechnik herstellen, konzipieren sie Mini-AFIS, mit deren Hilfe überschaubare Personengruppen, etwa mehrere Tausend, erfaßt und identifiziert werden können. Diese Systeme sind viel kostengünstiger und auch für PCs geeignet. Sie könnten zum Beispiel dazu dienen, digitalisierte Fingerabdrücke von Straftätern einer Großstadt oder Region aufzunehmen und mit Beständen aus der Kartei zu vergleichen, oder in den Büros von Sozialämtern helfen, Doppelnutzer zu erkennen. Noch 1998 sollen verschiedene Pilotanlagen in Übersee in Betrieb gehen. Weitere Informationen: Dr. Bertram Nickolay, Tel.: 0049/30-39006201, Fax: 3917517, E-Mail: nickolay@ipk.fhg.de (Ende)
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