pts20010417043 in Business
Die Ära des Schillings
Die letzte Umlaufmünze vor dem Euro würdigt unsere Schillingwährung. So beliebt und unumstritten wie
Wien (pts043/17.04.2001/15:29)
So beliebt und unumstritten wie heute waren Schilling und Groschen aber nicht von Anfang an.Am 18. April gelangt zum letzten Mal in der Schilling-Ära eine Umlaufmünze für die täglichen Zahlungen zur Ausgabe. Die 50 S-Bimetallmünze "Die Ära des Schillings" erinnert an 78 Jahre Münzgeschichte, in der die anfänglich mit Misstrauen konfrontierte Währung zum unumstrittenen Erfolgsfaktor unserer Wirtschaft wurde. Mehrere Schilling-Motive sind auf der Münze dargestellt, sie selbst ähnelt aber bereits dem 1 Euro-Stück.
Zuerst Misstrauen, dann war der Schilling kaum zu bekommen
Wer meint, die Österreicher hätten im Jahr 1924 den Schilling mit offenen Armen angenommen, der irrt. Manches von damals erinnert an jüngste Diskussionen rund um den Euro. Schon vor den ersten parlamentarischen Beratungen hatte in der Öffentlichkeit eine Kampagne gegen die Einführung der Schillingwährung eingesetzt. Kronen-Banknoten durch Schillingmünzen zu ersetzen, ließ schwere Brieftaschen erwarten, was die "Reichspost" zum Kommentar veranlasste: "Das alte Geldtäschchen tritt wieder in seine Rechte, und die Lederhändler werden in den nächsten Wochen ihre Freude haben." Als der Schilling dann am 16. Juni 1924 tatsächlich das Licht der Welt erblickte, war er kaum zu bekommen, und wenn, nur mit beträchtlichem Aufgeld. Das lag auch daran, dass die ersten Schillingstücke Silbermünzen waren. Ausgegeben wurden ein Halbschilling, ein Schilling sowie im Jahr 1928 ein Doppelschilling.
"Schilling" wählte man, weil - wie offizielle Seiten damals betonten - kein anderes Wort zur Verfügung stand, das nicht an frühere österreichische Münzen hätte denken lassen. Historisch stammt die Bezeichnung "Schilling" wahrscheinlich vom antiken Solidus, einer römischen Münze. Für die Teilmünzen war der Begriff "Stüber" vorgesehen. Einwände in der Öffentlichkeit gegen diesen Namen sowie die Ähnlichkeit der Abkürzungen "S" und "St" veranlassten den Finanzausschuss jedoch, statt dessen die Bezeichnung "Groschen" einzuführen. Sein Name leitet sich von Grossi Denarii ab und steht für dicke Pfennige.
Die Hälfte aller 6,5 Mrd. Münzen sind 10 Groschen-Stücke
Längst ist der Schilling ein Aushängeschild unseres Landes und ein wichtiger Erfolgs- und Stabilitätsfaktor österreichischer Wirtschaftsgeschichte. Bis heute wurden von der Oesterreichischen Nationalbank 6,5 Mrd. Schilling- und Groschenstücke ausgegeben. Die Hälfte davon sind 10 Groschen-, ein weiteres Viertel sind "1 Schilling" Stücke. Das Gewicht des gesamten Münzgeldes beträgt über 17.000 Tonnen. Damit könnte man fast zweimal den Eiffelturm errichten oder aber einen Zug mit einer Länge von über 8 km beladen. Aufeinandergestapelt ergäben alle Münzen einen 9,6 km hohen Turm. Daneben sähe selbst der Mount Everest klein aus.
Die neue 50 S-Bimetallmünze "Die Ära des Schillings"
Das neue 50 S-Stück gleicht vom Aussehen her dem 1 Euro-Stück und zeigt vier Schillingmotive aus der Zeit von 1924 bis heute: Das "Parlament" (1924-1932) sowie kleiner dargestellt "Der säende Landmann" (1946-1957), den "Bindenschild auf Zweigen" (1924-1932) und das vertraute "Edelweiß" (seit 1959). Ab 18. April erhält man für 50 Schilling in allen Banken und Sparkassen den neuen 50er. Für die Sammler der letzten Schilling-Umlaufmünze halten Geldinstitute, der Münzfachhandel sowie die MÜNZE ÖSTERREICH 100.000 Stück in der Qualität "handgehoben" und attraktiv verpackt bereit.
Wie bei allen heute gültigen Schillingmünzen bleibt der Nennwert dieser Münzen auch im Eurozeitalter unbefristet garantiert. (Ende)
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