pte19971214008 in Business
Der Mensch als urzeitlicher Klimasünder?
Brandrodung möglicherweise Ursache für Trockenheit in Australien
Collorado (pte) (pte008/14.12.1997/16:27)
Vor 10.000 Jahren gewann der Monsun in Afrika und Indien an Intensität. Obwohl damals weltweit das Wetter stürmischer wurde, blieb der Monsun in Australien schwach. Möglicherweise haben die Aboriginals - die Ureinwohner Australiens - die Vegetation des Kontinents systematisch niedergebrannt und so einem stärkeren Monsun die Grundlage entzogen, vermutet Gifford Miller von der Universität Colorado.Auch in Australien wehte von 150.000 bis 70.000 vor unserer Zeit starker und regelmäßiger Monsun. Das ergaben Analysen von Ablagerungen in prähistorischen Seen. Der Monsun ist als ein globales Phänomen zyklischen Schwankungen unterlegen, die von der weltweiten Gletscherbildung und der Strahlungsintensität der Sonne abhängen. Da vor 10.000 Jahren die Monsunaktivität insgesamt wieder anstieg, ergibt sich daraus die Frage, was sich regional in Australien seit der vorhergehenden monsunreichen Zeit verändert hat, so daß der Anstieg hier ausblieb.
Laut Miller ist der einzige Faktor, der dafür in Frage kommt, die Dichte der Vegetation. Tatsächlich legen Untersuchungen von Beverly Johnson, derzeit am Fellow am Institute for Advanced Studies der Australischen National-Universität, nahe, daß der Kontinent bis vor 50.000 Jahren von saftigem Grasland überzogen war. Ab dann änderte sich die Situation und das Land trocknete aus. Wie archäologische Funde belegen, sind in dieser Zeit auch die ersten Menschen aus Südostasien nach Australien eingewandert.
Da Australien einen stark alkalischen Boden besitzt, bildeten sich keine fossilen Überreste, die einen direkten Aufschluß über die Vegetation in der Vergangenheit geben könnten. Daher suchte Johnson nach indirekten Hinweisen etwa in zurückgebliebenen Eierschalen von Emus. Miller simulierte zudem die Wettergeschichte Australiens auf einem Rechner. Gab er dem Computer versuchsweise ein, daß der Kontinent vor 10.000 Jahren reichhaltig bewachsen war, errechnete das Programm für die folgenden Jahre ein insgesamt feuchteres und monsunreicheres Klima, als es sich dann tatsächlich entwickelt hat.
Miller dazu: "Ein beständiges Feuerlegen der Aboriginals in den trockeneren Perioden hat das Ökosystem vermutlich nachhaltig verändert. Dadurch konnte sich die Vegetation in der nachfolgenden Feuchtphase nicht erholen." [Quelle: Andreas Wawrzinek] (Ende)
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