pts19991027024 in Business
Computerunterstützte Schichtplanung für komplizierte Arbeitszeiten
Programm berücksichtigt Gesetzeslage, ergonomische Bestimmungen und Mitarbeiterwünsche
Wien (pte) (pts024/27.10.1999/15:00)
Eine Software zur Erstellung von Schichtplänen in Industrie- und Dienstleistungsbetrieben hat ein junges Wiener EDV-Unternehmen entwickelt. Mit dem Schichtplanassistenten der Firma Ximes lassen sich Arbeitszeitberechnungen auch für komplizierte Rahmenbedingungen erstellen. Der Schichtplanassistent berücksichtigt gesetzliche Bestimmungen ebenso wie Wünsche der Mitarbeiter bzw. Erkenntnisse aus der Arbeitswissenschaft. Die Software kommt u.a. bei der Voest Alpine zum Einsatz. http://www.ximes.comAlleine in Österreich sind fast eine halbe Million Menschen von Abend- oder Nachtarbeit betroffen, fast doppelt so viele arbeiten samstags, mehr als 500.000 am Sonntag. Nacht-, Schicht- und Wochenendarbeit ist vor allem in der Industrie, aber auch in Dienstleistungsbereichen sowie sozialen und medizinischen Einrichtungen weit verbreitet. Die Erstellung von Arbeitszeitplänen für diese Personengruppe ist kein leichtes Unterfangen. Müssen doch arbeitszeitrechtliche Bestimmungen ebenso berücksichtigt werden wie arbeitswissenschaftliche Erfahrungen oder Wünsche der Mitarbeiter. Ein durchgehendes freies Wochenende oder drei bis vier freie Abende unter der Woche sollten etwa für Schichtarbeiter eingebaut werden.
Der Schichtplanassistent beginnt mit einer Betriebszeitanalyse. "Hier werden die Rahmenbedingungen geklärt", sagt Ximes-Co-Geschäftsführerin Sabine Wahl. D.h. vorerst wird erhoben, wieviel Urlaubsansprüche bestehen, ob es saisonale Schwankungen gibt oder zu welchen Zeiten das Unternehmen bestimmte Mitarbeiter mit ganz bestimmten Qualifikationen benötigt. Daraus erfolgt dann die Dienstplanung, die die Erfahrungen von Plantechnikern, die Arbeitskosten, die rechtlichen Rahmenbedingungen, ergonomische Erkenntnisse sowie die individuellen Wünsche von Mitarbeitern berücksichtigt.
Wahl: "In diesem Prozess entstehen eine Reihe von Schichtplänen, die alle miteinander verglichen und auf ihre Vor- und Nachteile untersucht werden können." Um die Anzahl der möglichen Pläne aber nicht ausufern zu lassen, hat Ximes ein Tool namens First Class Scheduler entwickelt, das auf Basis ganz bestimmter Vorgaben die Zahl der möglichen Schichtpläne einschränkt. "Denn", so Wahl, "für manche Aufgabenstellungen gibt es enorm viele Lösungen, was die Rechenzeit des Computers merklich beeinflusst." Indem also etwa ganz genau festgelegt wird, wie einzelne Schichten bestimmter Arbeitsgruppen aufeinander folgen sollten, wird die Anzahl der Lösungsmöglichkeiten überschau- und analysierbar.
Die Software, die unter Windows läuft und rund 5.000 Euro kostet, wurde bisher rund 60 Mal hauptsächlich in Österreich und Deutschland installiert. Ximes hat darüber hinaus rund 100 Beratungsprojekte auf Basis des Schichtplanassistenten durchgeführt. Momentan existieren Software-Versionen für Österreich und Deutschland sowie eine niederländische, eine finnische sowie eine englische Version. Geplant sind Releases auch für Italien und Frankreich. Der vom Forschungsförderungsfonds geförderte First Class Scheduler liegt derzeit in einer Beta-Version vor und soll Anfang kommenden Jahres auf den Markt kommen.
Die Entwicklung des Schichtplanassistenten geht auf eine Doktorarbeit des späteren Ximes-Gründers Johannes Gärtner http://128.130.176.47/jog/ zurück, der 1992 mit einer Arbeit über computerunterstützte Schichtplanung an der Technischen Universität Wien dissertierte. http://www.tuwien.ac.at Später stieß Sabine Wahl dazu, die auf Basis der Doktorarbeit Gärtners die erste Version des Schichtplanassistenten entwickelte. Vor zwei Jahren bündelte man die Aktivitäten in einer Firma namens "Arbeitszeitlabor", die im Vorjahr wegen der leichteren internationalen Vermarktung auf Ximes unbenannt wurde.
Das Unternehmen:
Ximes GmbH
Schwedenplatz 2/26, 1010 Wien
Tel.: 01 / 5357920, Fax: 20 DW
Ansprechpartnerin: DI Sabine Wahl
E-Mail: wahl@ximes.com
Mitarbeiter: 11 in Österreich, 5 in Deutschland
Umsatz (1998): ca. ATS 3 Millionen (Ende)
| Aussender: | ITTI: Informationstransfer für neue Technologien und Innovationen |
| Ansprechpartner: | Georg Panovsky |
| Tel.: | 01-4061522-46 |
| E-Mail: | panovsky@pressetext.at |
| Website: | www.fff.co.at/ |
