pte19980224001 in Business
CLT-UFA: Verluste durch hohe TV-Investitionen
Anteile an Satelliten-TV-Gesellschaft TPS in Frankreich verkauft
Luxemburg (pte) (pte001/24.02.1998/07:00)
Der TV- und Radio-Konzern CLT-UFA verzeichnete im ersten Halbjahr nach der Fusion einen vorläufigen, konsolidierten Verlust von 140 Mio. D-Mark. 1996 hatte die Gruppe noch einen Gewinn von 170 Mio. DM erzielt, berichtete der Vorstand anläßlich der Verwaltungsratsitzung in der Vorwoche. Die Rentabilität der Stammgeschäfte von CLT-UFA wird sich in diesem Jahr um über 50 Prozent auf voraussichtlich 350 Mio. DM erhöhen. Der erwartete Rentabilitätsanstieg sei unter anderem in der positiven Entwicklung von RTL begründet.Trotz steigender Rentabilität rechnet CLT-UFA 1998 dennoch mit einem Verlust von insgesamt 8 Mrd. LUF (388 Mio. Mark). Investitionen in die digitalen Pay-TV-Aktivitäten von Premiere und in weitere neue TV-Geschäfte (Channel 5 Großbritannien, RTL Klub Ungarn) seien hierfür ausschlaggebend. In diesem Jahr rechne man mit einer positiven Entwicklung der getätigten Investitionen und mit einem zweistelligen Umsatzwachstum.
Am Montag dieser Woche wurde bekannt, daß CLT-Ufa seine Anteile an der TPS, einer schnell wachsenden Satelliten-TV-Gesellschaft in Frankreich, verkauft. Den 20%igen Anteil werden TPS-Mitgesellschafter Suez Lyonnaise (15%) und M6 (5%) übernehmen. Damit haben beide Gesellschafter ihre Anteile auf jeweils 25 Prozent aufgestockt. Die restlichen Anteile liegen weiterhin bei TF1 (25 Prozent) und France Télévision Entreprise (25 Prozent).
Der Preis der Transaktion, der die Schulden des Unternehmens einschließt, liegt bei 118 Millionen D-Mark. CLT-Ufa bezifferte den Bruttogewinn mit etwa 106 Millionen Mark. Trotz des Verkaufs ihrer direkten Anteile ist die CLT-Ufa aber auch weiterhin an TPS indirekt beteiligt: zum einen über ihre Beteiligung an M6 (35,8 Prozent), zum anderen über Suez Lyonnaise, deren Hauptaktionär mit 11,5 Prozent die Groupe Bruxelles Lambert von Albert Frére ist.
Der Verkauf verdeutlicht nach Einschätzung der "Financial Times", daß CLT/Ufa ihr Hauptaugenmerk beim digitalen Pay-TV auf den deutschen Markt legt. In Deutschland arbeitet die Luxemburger Gesellschaft (eine Bertelsmann-Tochter) mit der KirchGruppe an der Etablierung des digitalen Pay-TV beim Sender Premiere. (horizont, w&v)
* BDB wählt SECA als Lieferant für Set-top-Boxen *
Die British Digital Broadcasting (BDB) Gesellschaft hat einen Auftrag zur Lieferung von Set-top-Boxen an das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen SECA gegeben. Als Grund für die Bevorzugung der SECA-Technologie gegenüber der von News Datacom, einem Geschäftsbereich von News Corp. Ltd., die der Hauptanteilseigner beim britischen Pay-TV-Giganten BSkyB ist, gab BDB an, daß das System bereits in mehr als 1,5 Millionen digitalen Set-top-Boxen in ganz Europa getestet wurde. BSkyB befürchtet, daß die SECA-Boxen nicht mit seiner eigenen Technologie kompatibel seien, und ist der Auffassung, daß BDB verpflichtet sei, für Kompatibilität zu sorgen. SECA wird von der französischen Pay-TV-Station Canal plus und dem deutschen Medienkonzern Bertelsmann betrieben. (w&v) (Ende)
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