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pte20190423014 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Cholesterin und Alzheimer hängen zusammen

Quantitative Bildgebung zur Lokalisierung und Mobilität des Amyloid-Precursor-Proteins genutzt


Alzheimer: Viele Faktoren beteiligt (Foto: Qi Zhang, Ph.D., Claire E. DelBove)
Alzheimer: Viele Faktoren beteiligt (Foto: Qi Zhang, Ph.D., Claire E. DelBove)

Boca Raton (pte014/23.04.2019/11:30) - Das Amyloid-Precursor-Protein ist für die Bildung der Ablagerungen in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten verantwortlich. Forscher der Florida Atlantic University http://fau.edu haben jetzt seine Verteilung in und auf Neuronen und seine Funktion in diesen Zellen untersucht. Sie wollten herausfinden, ob das Amyloid-Precursor-Protein bei Alzheimer eine führende Rolle spielt oder nur ein Mitspieler ist. Doch vor allem Cholesterin wirkt sich aus.

Angeschwollene Synapsen

Mutationen des Amyloid-Precursor-Proteins wurden mit seltenen Fällen des Auftretens von Alzheimer in Familien in Verbindung gebracht. Zwar weiß man, wie aus dem Protein Amyloid-Plaques werden. Über die ursprüngliche Funktion in den Neuronen ist jedoch wenig bekannt. Bei den häufiger auftretenden sporadischen Alzheimer-Erkrankungen ist der größte genetische Risikofaktor ein Protein, das beim Cholesterintransport eine Rolle spielt, und nicht das Amyloid-Precursor-Protein. Verschiedene klinische Studien, die auf eine Behandlung von Alzheimer durch eine Verringerung der Bildung der Plaquen abzielten, sind bereits gescheitert.

Das Team um Forschungsleiter Qi Zhang hat mittels quantitativer Bildgebung die Lokalisierung und Mobilität des Amyloid-Precursor-Proteins mit bisher noch nicht erreichter Genauigkeit sichtbar gemacht. Die Forscher haben gentechnisch die Interaktion zwischen Cholesterin und dem Protein unterbrochen. Diese Entkoppelung führte überraschend nicht nur zur Unterbrechung desTransports des Proteins, sondern verängerte auch die Verteilung des Cholesterins auf der neuronalen Oberfläche. Neuronen mit einer veränderten Verteilung von Cholesterin wiesen angeschwollene Synapsen, fragmentierte Axone und andere frühe Anzeichen einer Neurodegeneration auf.

Unheilvolle Zusammenarbeit

Laut Zhang sind die in "Neurobiology of Disease" veröffentlichten Ergebnisse verblüffend, da ein merkwürdiger Zusammenhang zwischen dem Amyloid-Precursor-Protein und dem Cholesterin in den Zellmembranen der Synapsen hergestellt wurde. Sie sind die Anlaufstellen zwischen den Neuronen und die biologische Grundlage für Lernen und Gedächtnis. "Das Amyloid-Precursor-Protein dürfte nur einer von vielen Faktoren sein, die zu einem Cholesterinmangel führen. Seltsamerweise dürften sich Herz und Gehirn beim Kampf gegen schlechtes Cholesterin wieder zusammentun", verdeutlicht Zhang abschließend.

(Ende)
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