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pte20200813003 Handel/Dienstleistungen, Technologie/Digitalisierung

China bringt Steuergeschenke für Chiphersteller

Volksregierung plant neues milliardenschweres Maßnahmenpaket - Analysten skeptisch


Huawei: Angst vor Engpässen bei Chips (Foto: unsplash.com, Dmitry Rodionov)
Huawei: Angst vor Engpässen bei Chips (Foto: unsplash.com, Dmitry Rodionov)

Peking (pte003/13.08.2020/06:10) - Die Zentrale Volksregierung Chinas, das State Council http://english.gov.cn , will die heimische Halbleiterindustrie ankurbeln. Aufgrund des anhaltenden Handelsstreits mit den USA laufen große Player wie Huawei http://huawei.com bereits Gefahr, dass ihnen die Prozessoren für ihre aktuellen Smartphones ausgehen. Mithilfe des neuen Plans, der vor allem auf Steuervergünstigungen setzt, soll die Abhängigkeit von ausländischen Chipherstellern reduziert werden. Analysten sind aber skeptisch, ob das funktioniert.

"Neuer kalter Technologiekrieg"

"Ich glaube, dass dieser neue kalte Technologiekrieg der Grund ist, warum China jetzt mit besonders aggressiven Mitteln versuchen will, den Technologie-Unternehmen im Land unter die Arme zu greifen, um nicht Opfer der strikten US-Politik zu werden", zitiert "CNBC" Neil Campling, Head of Technology, Media and Telecoms Research bei Mirabaud Securities http://mirabaud.com . Ziel des "Made in China 2025" getauften Maßnahmenpakets ist es, schon 2020 bis zu 40 Prozent der benötigten Halbleiter im eigenen Land zu produzieren. Bis 2025 sollen es gar 70 Prozent sein.

"Die Ankündigung des State Council fokussiert vor allem Steuererleichterungen. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass sich damit die Entwicklung des Halbleitersektors in China wesentlich beschleunigen lässt", bringt Dan Wang, Technologie-Analyst bei Gavekal Dragonomics https://research.gavekal.com , die Skepsis vieler Experten auf den Punkt. Nichtsdestotrotz zeige der Plan, wie stark der politische Rückhalt für diese Branche im Moment ist.

Bemühungen bislang ohne Erfolg

Dass die chinesische Regierung sich sehr für eine Stärkung der nationalen Halbleiterindustrie einsetzt, ist nicht neu. Schon 2014 wurde beispielsweise ein mehrere Milliarden schwerer Fonds eingerichtet, um Investitionen in die Branche voranzutreiben. 2019 folgte dann sogar noch ein zweiter Fonds. Trotz aller Bemühungen bleibt das Reich der Mitte in punkto Chip-Produktion aber immer noch recht deutlich hinter der Konkurrenz aus den USA und anderen Ländern wie Taiwan oder Südkorea zurück.

"Peking hat in den letzten paar Jahren schon viel Geld in seine Halbleiterindustrie fließen lassen. Der Erfolg hielt sich bislang allerdings in Grenzen. Das liegt daran, dass dieser Sektor äußerst globalisiert, wettbewerbsintensiv und marktgetrieben ist. Unternehmen brauchen hier mehr als nur Geld, um sich behaupten zu können", meint Paul Triolo, Head of Geo-Technology Practice bei der Eurasia Group http://eurasiagroup.net .

(Ende)
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