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Bundesländer-Versicherung

Ansprechpartner: Norbert Heller , email: <A HREF=mailto:norbert.heller@bvag.co.at>norbert.heller@bvag.co.at</A>, Tel.


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pts19971006003 in Business

Bundesländer-Versicherung/Halbjahresbericht


Wien (pts003/06.10.1997/12:50)

ALLGEMEINE WIRTSCHAFTSLAGE

Nach anfänglicher Zurückhaltung fallen in Österreich zur Jahresmitte die Konjunkturprognosen der beiden heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute vorsichtig optimistisch aus. Sowohl das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) als auch das Institut für Höhere Studien (IHS) gehen für heuer von einem realen Wachstum von 1,6% aus. Im Europa-Durchschnitt liegt dieser Wert allerdings weiterhin am unteren Ende. So kommt Spanien 1997 aller Voraussicht nach real auf 3,2% Wirtschaftswachstum. Deutschland rechnet immer noch mit einem realen BIP-Plus von 2,5 Prozent.
Die heimische Industriekonjunktur erhält ihre wichtigsten Impulse von der steigenden Auslandsnachfrage. Österreichs Zulieferindustrie profitiert von der Produktionsausweitung in der deutschen Industrie und dem Marktwachstum in Nordamerika, Großbritannien und Irland, den skandinavischen Staaten und in Ost-Mitteleuropa.
Die Binnennachfrage leidet hingegen unter dem kräftigen Rückgang der verfügbaren Einkommen. So lagen etwa die Einzelhandelsumsätze von Jänner bis Mai real um 3% unter dem Vorjahresniveau. Dazu kommen der Auftragsmangel in der Bauwirtschaft und die anhaltende Schwäche im Tourismus. Zurückhaltung bei Lohnabschlüssen und merklicher Konkurrenzdruck bremsen den Preisanstieg. Die Inflation betrug im Juni nur noch 1,2%. Im Jahresschnitt rechnen die Wirtschaftsforscher 1997 mit einer Inflationsrate von 1,5%.
Auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich noch keine echte Entspannung ab. Die Arbeitslosenquote stagniert auf relativ hohem Niveau (7,0 bzw. 7,2%). Das ergibt über das Jahr 1997 gerechnet im Durchschnitt 230.000 Menschen, die ohne Beschäftigung sind.
Österreich wird 1997 gemäß Wifo-Prognose die Konvergenzkriterien des Maastricht-Vertrags erfüllen. Zinsniveau und Inflationsrate gehören zu den niedrigsten in Europa, und eines der umfangreichsten Konsolidierungspakete innerhalb der EU erlaubt zusammen mit Budgetausgliederungen die Einhaltung der Maastricht-Kriterien.

Die heimische Versicherungswirtschaft wird 1997 im wesentlichen von der Diskussion rund um die Pensionsreform, den notwendigen Vorbereitungen zur Umstellung auf den Euro und dem seit mittlerweile drei Jahren heiß geführten Preiskampf in den Kfz-Versicherungssparten dominiert.
Erwartungsgemäß konnte der als Folge des Sparpaketes ausgelöste Boom bei Lebensversicherungen mit Einmalprämienzahlung im heurigen Jahr nicht wiederholt werden. Die in den Medien breit geführte Diskussion über die Notwendigkeit einer umfassenden Reform des staatlichen Pensionssystems schlägt sich in einem verstärkten Trend zur Eigenvorsorge nieder. Österreich nimmt jedoch innerhalb der Europäischen Union bei den pro Kopf Prämien in der Lebensversicherung weiterhin nur den elften Platz ein.
In der Krankenversicherung kommen Preisvorteile aus neuen Mehrwertsteuerregelungen bei Ärzten und öffentlichen Gesundheits-einrichtungen zum Tragen. Bei den Preisverhandlungen mit den Spitälern konnte dieser Umstand bereits berücksichtigt werden, sodaß im Österreichschnitt eine Prämienreduktion in der Krankenversicherung von rund 5% an die Kunden weitergegeben wurde. Insgesamt rechnet die Versicherungsbranche in Österreich im Jahr 1997 mit eher moderaten Prämienzuwächsen.

BUNDESLÄNDER - VERSICHERUNG

Die Bundesländer-Versicherung verbuchte in den ersten sechs Monaten 1997 im direkten Versicherungsgeschäft ein Gesamtprämienvolumen von 6.892,3 Mio. Schilling. Bedingt durch den verschärften Wettbewerb in den Kfz-Sparten, Prämiensenkungen in der Krankenversicherung sowie durch eine Rekordzahl an abgereiften Lebensversicherungsverträgen stellt dies eine Verminderung der Prämieneinnahmen gegenüber 1996 von 0,5% oder 33,4 Mio. Schilling dar.

In der Schaden-Unfallversicherung erhöhten sich die Prämieneinnahmen im ersten Halbjahr 1997 um 44,3 Mio. Schilling (1,1%) auf 3.928,2 Mio. Schilling. Rund die Hälfte entfällt dabei allein auf das heiß umkämpfte Geschäft in der Kfz-Versicherung. Trotz steigender Versichertenzahl stagnierten hier die Prämieneinnahmen im ersten Halbjahr. Die Kfz-Haftpflicht wies Prämien von 1.338,9 Mio. Schilling (-0,7%) aus, die Kfz-Kasko verbuchte 551,5 Mio. Schilling (-0,1%). In der Kfz-Insassen-Unfallversicherung konnten jedoch die Prämien um 4,1% auf 47,8 Mio. Schilling gesteigert werden. Sehr erfreulich entwickelte sich die Unfallversicherung mit einer Halbjahresprämie von 238,8 Mio. Schilling (+ 5,2%).

Der Vorjahrestrend hoher Abreifungen in der Lebensversicherung erreichte 1997 einen Spitzenwert, der trotz beachtlicher Neuproduktion nicht kompensiert werden konnte. In Summe betrugen die Prämieneinnahmen 1.460,7 Mio. Schilling (-3,1%).

In der Krankenversicherung schlugen sich erwartungsgemäß die an die Versicherten weitergegebenen Preisvorteile der neuen Mehrwertsteuer-regelungen bei Ärzten und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen mit einem Prämienrückgang von 2,0 % auf 1.503,4 Mio. Schilling nieder.

Die ausbezahlten Leistungen der BUNDESLÄNDER erhöhten sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 11,4 % auf 4.985,9 Mio. Schilling. In der Schaden-Unfallversicherung stiegen die bezahlten Schäden um 8,4% auf 2.027,3 Mio. Schilling an. Darin enthalten sind mehrere Feuer- und Industriegroßschäden im Ausmaß von rund 140 Mio. Schilling, die aufgrund von Beteiligungen durch Mit- und Rückversicherungen das Jahresergebnis 1997 nur unwesentlich beeinflussen werden. Die Kfz-Sparten weisen bei den Schadenzahlungen Steigerungen von 4,0% (Kfz-Haftpflicht) bzw. 5,7 % (Kfz-Kasko) auf; eine Folge gestiegener Unfallhäufigkeit durch den langen Winter.
Die Leistungen in der Lebensversicherung (inklusive Gewinnanteile in Höhe von 453,0 Mio. Schilling) wurden maßgeblich von der Rekordzahl abreifender Lebensversicherungsverträge beeinflußt und lagen mit 1.752,5 Mio. Schilling (+28,3%) deutlich über dem Vorjahresniveau. Die im Jahr 1996 erstmals erzielten Kostensenkungen bei den Krankenanstalten trugen wesentlich dazu bei, daß die Leistungen in der Krankenversicherung im ersten Halbjahr 1997 um 2,7 % oder 33,9 Mio. Schilling auf 1.206,1 Mio. Schilling zurückgingen.

Die Kapitalanlagen der BUNDESLÄNDER verzeichneten zwischen 30.6.1996 und 30.6.1997 einen Nettozuwachs von 2.705,3 Mio. Schilling (6,0%) auf insgesamt 47,4 Mrd. Schilling. Zu den bestands- und ertragsstärksten Veranlagungen zählten mit 20,9 Mrd. Schilling (Nettozugang 626,7 Mio. Schilling) die Gruppe der Darlehensforderungen und mit 17,1 Mrd. Schilling (Nettozugang 1.615,8 Mio. Schilling) die Gruppe der Wertpapiere. Die ordentlichen Finanzerträge der drei Bilanzabteilungen erhöhten sich im ersten Halbjahr 1997 gegenüber dem Vorjahr um 11,8% auf 1.542,4 Mio. Schilling. Die Gesamtkosten nahmen im Berichtszeitraum um 3% auf 1.840,4 Mio. Schilling zu.

Per Stichtag 30.6.1997 beschäftigte die BUNDESLÄNDER insgesamt 3.512 MitarbeiterInnen. Davon arbeiten 1.632 (-9) im Innendienst und 1.880 (-13) im Außendienst.

BUNDESLÄNDER - GRUPPE

Die BUNDESLÄNDER-Gruppe erzielte in den ersten sechs Monaten des Jahres 1997 im direkten Versicherungsgeschäft ein Prämienplus von 2,0% und steigerte die Prämien auf 10.465,1 Mio. Schilling. In der Schaden-Unfallversicherung erhöhte sich die verrechnete Prämie des direkten Geschäftes um 2,2% auf 4.920,7 Mio. Schilling, in der Lebensversicherung stiegen die verrechneten Prämien um 3,1% auf 4.041,0 Mio. Schilling. In der Krankenversicherung kam es zu einem Prämienrückgang von 2,0% auf 1.503,4 Mio. Schilling.

Die Schaden- und Leistungsfälle erhöhten sich in der Schaden-Unfallversicherung durch Großschäden im Bereich Feuer- und Industrieversicherung um 7,6% auf insgesamt 2.444,4 Mio. Schilling, die jedoch im Wege der Rückversicherung zum größten Teil weiterverrechnet werden. Eine außerordentlich hohe Zahl abgereifter Lebensversicherungsverträge führte in der Lebensversicherungssparte zu Leistungen im Ausmaß von 3.105,9 Mio. Schilling (+29,1%). In der Krankenversicherung reduzierten sich die Schadenzahlungen um 2,7% auf 1.206,1 Mio. Schilling.

Die Kapitalanlagen der Gesellschaften der Versicherungsgruppe stehen per 30. Juni 1997 mit 88,0 Mrd. Schilling (+8,3%) zu Buche. Die höchsten Nettozuführungen lagen mit 4,0 Mrd. Schilling im Wertpapierbereich und mit 2,2 Mrd. Schilling im Bereich der Darlehen. Grundstücke und Bauten wiesen per 30. Juni 1997 einen Stand von 5,7 Mrd. Schilling auf. Die Entwicklung bei den ordentlichen Finanzerträgen weist im ersten Halbjahr 1997 trotz anhaltend niedrigem Zinsniveau eine deutliche Steigerung auf.

Die Raiffeisen-Versicherung konnte ihre verrechneten Prämien im ersten Halbjahr 1997 um 6,7% auf 2.675,1 Mio. Schilling steigern. Dabei wurde im Er- und Ablebensversicherungsgeschäft eine Steigerung der verrechneten Prämien von 34,9% erzielt. Dies unterstreicht die gute Position der Gesellschaft als der österreichische Privatpensionsversicherer. Die Schaden- und Leistungsfälle erhöhten sich insgesamt um 27,3% auf 1.441,2 Mio. Schilling. In der Lebensversicherung stiegen die Leistungen aufgrund hoher Fälligkeiten um 30,3%. Dagegen konnte in der Sparte Schaden-Unfall bei den Schadenzahlungen ein Rückgang von mehr als 5% erreicht werden. Bei den Gesamtkosten ist gegenüber den Vorjahreswerten eine Reduktion von 12,7% festzustellen.

Im Vergleich zum Vorjahr mußte die Salzburger Landes-Versicherung im ersten Halbjahr 1997 in allen Sparten Prämienrückgänge auf insgesamt 469,9 Mio. Schilling (-5,1%) verzeichnen. Der enorme Wettbewerb in der KfzVersicherung ist eine der Hauptursachen des Prämienabganges. Das Prämienaufkommen in der Lebensversicherung war vom Ausfall des Einmalerlaggeschäftes betroffen. Relativiert werden die Prämienrückgänge durch eine rückläufige Schadenentwicklung und eine Senkung der Kosten im Ausmaß von 3,1%.

Die seit 1995 als Anbieter von fondsgebundenen Lebensversicherungen in Österreich tätige MLP-Lebensversicherung AG konnte im ersten Halbjahr 1997 die verrechneten Prämien fast vervierfachen. Die Zuwächse sind auf ein wachsendes Interesse des Publikums an anlagegebundenen Lebensversicherungen zurückzuführen.

Mit vorgeschriebenen Prämien von 227,1 Mio. Kronen erzielte die Tschechisch-Österreichische Versicherungsgesellschaft AG (CRP) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres eine Steigerung von 58,3% und unterstreicht damit die gute Marktpräsenz in der Tschechischen Republik.

Die Otcina Versicherung AG konnte in der Slowakei die verrechneten Prämien auf 331,0 Mio. Kronen (+22,1%) steigern. Eine immer größere Bedeutung nimmt dabei das Lebensversicherungsgeschäft mit einer Prämiensteigerung von 28% ein. Dabei zeigen die nach westeuropäischen Qualitätsstandards gemeinsam mit dem Mutterunternehmen entwickelten Produkte bereits erste Erfolge.

AUSBLICK AUF DIE ZWEITE JAHRESHÄLFTE 1997

Mit Stil und Niveau präsentierte sich zur Jahresmitte die Bundesländer-Versicherung anläßlich ihres 75. Geburtstags. Vom Festakt im Wiener Musikverein, Jubiläumskonzerten der "Jungen BUNDESLÄNDER Philharmonie" bis hin zum "Tag der offenen Tür" in den Kundenbüros spannte sich ein Veranstaltungsreigen, der österreichweit auf sehr positives Echo bei Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern stieß.

Die Zusammenführung der Stabsbereiche und der Hauptsparten der beiden Versicherungsgruppen Bundesländer/Raiffeisen und Austria-Collegialität zur BARC Versicherungs-Holding AG befindet sich in der Umsetzung. Eine Konzentration der personellen Ressourcen an den Wiener Standorten Praterstraße und Untere Donaustraße, aber auch die Zusammenführung aller Bereiche der Landesdirektion Wien der BUNDESLÄNDER an einem Standort sollen schon im ersten Quartal 1998 abgeschlossen sein. Die Verbindung der in den einzelnen Häusern vorhandenen Fachkompetenz mit den bestehenden und sich vielfältig anbietenden neuen Vertriebsstrukturen über Banken und Direktvertriebswege schafft die Voraussetzung, daß die Bedürfnisse jedes Kunden "maßgeschneidert und aus einer Hand" bedient werden können. Darüber hinaus wird die BARC ihr Auslandsengagement massiv verstärken, und die sich dort bietenden Marktchancen unter Einsatz ihrer neuen Dimension nützen.

Als durchaus geglückt erweisen sich die ersten Bündelprodukte von Austria-Collegialität und Bundesländer-Versicherung. So wurde unter anderem im Bereich Krankenversicherung ein erstes Produkt gemeinsam entwickelt und auf den Markt gebracht.

Derzeit wird an einem gemeinsamen Produkt, das die Risiken der Betriebsunterbrechung für Freiberufler und Selbständige abdeckt, gearbeitet. Insgesamt wird eine Harmonisierung von Tarifen und Bedingungen beider Häuser angestrebt.

Mit einem Prämienvolumen von 3 Mrd. Schilling und einem Marktanteil von 26% ist die BARC im Land Salzburg mit Abstand Nummer 1. Um ein noch besseres Service zu ermöglichen, wurden die äaus allen Nähten platzendenô Verwaltungen in neue Gebäude übersiedelt.

Eine starke, stabile und gemeinsame europäische Währung sichert den europäischen Markt und damit auch die Chancen für die heimische Versicherungswirtschaft. In diesem Sinne laufen unter dem Dach der BARC Versicherungs-Holding alle Vorbereitungen für eine erfolgreiche Umstellung auf den Euro auf Hochtouren.

Wien, im September 1997

Versicherungsanstalt der österreichischen
Bundesländer,Versicherungsaktiengesellschaft

Der Vorstand (Ende)
Aussender: Bundesländer-Versicherung
Ansprechpartner: Norbert Heller , email: <A HREF=mailto:norbert.heller@bvag.co.at>norbert.heller@bvag.co.at</A>, Tel.
Website: www.bvag.co.at/
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