pte19970907001 in Business
BSE-Route im Körper entschlüsselt
Krankheitserreger benötigt lückenlose Kette von körpereigenem Eiweiß
Zürich (pte001/07.09.1997/22:21)
Die Route des vermutlich BSE-auslösenden Prion-Proteins (PrP) vom Verdauungssystem zum Gehirn haben jetzt Forscher der Universität Zürich mit Hilfe von transgenen Mäusen nachvollzogen. Offenbar benötige der Erreger auf seinem Weg eine lückenlose Kette von Zellen mit dem körpereigenen, nicht-infektiösem PrP-Gegenstück, schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature".Die gesunden PrP-Moleküle auf den Oberflächen von Nervenzellen seien eine unverzichtbare Andockstelle für ihr infektiöses Pendant, berichten Adriano Aguzzi und Kollegen vom Institut für Neuropathologie der Uni Zürich. Zuvor muß sich der Erreger auf dem Weg über den Verdauungstrakt allerdings im Lymphgewebe oder der Milz anreichern. Später wandere er dann entlang des peripheren Nervensystems zum Gehirn, wobei er dem körpereigenen PrP seine originäre Struktur aufdränge. Unklar ist bislang jedoch, wie sich der Übergang auf die Nervenzellen vollzieht.
In Versuchsreihen hatten die Forscher sogenannten Knock-out-Mäusen, denen das natürliche Protein fehlt, krankhaft veränderte Prionen injiziert. Zwar habe man auch bei diesen Tieren eine Akkumulation in den Organen verzeichnet, so Aguzzi, doch sei der Erreger nicht ins Gehirn gelangt. In den Ergebnissen ihrer Studie sehen die Experten einen möglichen Ansatzpunkt für eine Therapie des tödlich verlaufenden
"Hirnschwamms". Allerdings sind die Rinderseuche BSE und die Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung beim Menschen gegenwärtig erst in einem fortgeschrittenen Stadium zu diagnostizieren. Gelangt der Erreger jedoch erst einmal in das Gehirn, ist eine Heilung nach derzeitigem Ermessen unmöglich. (Ende)
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