pte19971202006 in Business
Bruchsicheres Glas soll Material und Energie einsparen
Bayerischer Glasproduzent präsentierte neue Polymerbeschichtung
München (pte) (pte006/02.12.1997/14:29)
Eine neue Technologie soll dünnwandiges Glas 40 Prozent bruchsicherer machen. Die Firma Wiegand-Glas in Bayern stellte das Glas-Polymer-Verfahren am Montag nachmittag der Öffentlichkeit vor. Damit behandelte Flaschen können mit rund einem Drittel weniger Material als herkömmliche gefertigt werden und sind gut zu recyceln.Das Verfahren wurde zusammen mit Glasproduzenten aus den USA, Japan und Australien entwickelt. Alexander Treuner, Betreuer der bisher einzigen Beschichtungsanlage, beschreibt das Prinzip: "Die Flaschen werden in ein Polymerbad eingetaucht. Danach härtet der Lack auf der Außenseite der Flaschen unter ultraviolettem Licht aus." Das Lebensmittel - in diesem Fall Bier - kommt nur mit dem Glas in Kontakt. "So behandelte Flaschen sind problemlos wiederzuverwerten," betont Geschäftsleiter Oliver Wiegand, "denn die Schicht ist nur 0,005 Millimeter stark." Beim Einschmelzen des Bruchglases verdampft das Polymer, die entstehenden Gase werden über eine Rauchgasreinigungsanlage abgesaugt.
Unabhängige Wissenschaftler wie Peter Strohriegel, Experte für Polymere an der Uni Bayreuth, bestätigten die Angaben. Treuner nennt weitere Vorteile der Flaschen: "Das geringere Gewicht führt zu weniger Gebühren im Dualen System, der Verbraucher muß nicht so schwer tragen, und den Abfüllern wird die Logistik erleichtert." Die Kosten für die Beschichtung werden durch den geringen Material- und Energieverbrauch ausgeglichen. Der erste Auftrag von einer großen Brauerei liegt bereits vor.
Doch bei Wiegand denkt man bereits an weitere Verbesserungen. Treuner: "Das Polymer soll in Zukunft eingefärbt werden. Außerdem wird eine Mehrwegbeschichtung entwickelt." Auch normalgewichtige Flaschen sollen beschichtet werden, um dem Verbraucher mehr Sicherheit bei Glasverpackungen zu bieten. (Ende)
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