pte20000912063 in Leben
Britische Forscher lüften Geheimnnisse des Kitzelns
Lösung des Kitzelns liegt im Kleinhirn
London (pte063/12.09.2000/18:34)
Britischen Wissenschaftlern ist es gelungen zu erklären, warum ein Mensch sich selbst nicht kitzeln kann. Diese Frage hat Neurologen und Gehirnforscher seit Jahren interessiert.Die britische Forscherin Sarah-Jayne Blakemore fand heraus, dass die Lösung des Rätsels im Kleinhirn liegt. Dieser Teil des Gehirns, der im hinteren Teil des Kopfes liegt, sieht die Sinneswahrnehmungen voraus, sendet Signale an das restliche Gehirn und befiehlt ihm so, die folgende Sinneswahrnehmung zu ignorieren. "Das Gehirn antwortet anders, wenn die Sinnesreize durch jemanden anderen ausgelöst werden, als bei einer Selbststimulation", so Blakemore.
Die Wissenschaftlerin hat am University College of London http://www.ion.ucl.ac.uk mit 16 Freiwilligen Tests durchgeführt, bei denen sie mit Hilfe der Magnetresonanz die Gehirnströme von Testpersonen aufzeichnete, während die Handflächen von einer Maschine gekitzelt wurden. Die Gehirnströme der Probanden wurden anschließend noch einmal aufgezeichnet, während die Personen ihre Hände selbst kitzelten.
"Der Maschine ist es gelungen, die Freiwilligen zu kitzeln, denn sobald ein Reiz von außen kommt, ist das Kleinhirn nicht in der Lage, das restliche Gehirn vorzuwarnen", so Blakemore. Auch wenn die Testperson im voraus weiß, dass sie gekitzelt wird, reagiert der Körper darauf.
Charles Darwin hatte angenommen, dass Kitzeln als erlernte soziale und sexuelle Annäherung diene, daher gibt es auch keinen Grund sich selbst zu kitzeln. Blakemore gelang ein Trick, mit dem das menschliche Gehirn überlistet werden konnte. Wenn sich die Testpersonen mit Hilfe des Roboters selbst kitzelten und dieser die Ausführung um einige hundertstel Sekunden verschob gab es keinen Reaktion, verzögerte sich die Ausführung aber um eine Sekunde, konnten sich die Testpersonen selbst kitzeln. Es wäre also möglich, sich selbst zu kitzeln, allerdings müsse man dazu einen Roboter verwenden, so Blakemore.
Weitere Informationen unter http://www.telegraph.co.uk:80/et?ac=003446023044294&rtmo=gwGSgjbu&atmo=gggggg3K&pg=/et/00/9/11/nsci11.html (Ende)
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