pts20000505008 in Business
Boehringer Ingelheim wächst zweistellig
Hoher Anteil an neuen Produkten - Großinvestition in Deutschland geplant
Frankfurt/Wien (pts008/05.05.2000/09:55)
Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 1999 zurück. Wie das Unternehmen auf seiner Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, wuchsen die Erlöse um fast 14 Prozent auf knapp 10 Milliarden Mark. Nach Steuern hat das Unternehmen 506 Millionen Mark verdient. Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Geschäftsentwicklung in den größten Ländern, USA, Japan und Deutschland, verlief positiv. Die Anzahl der Mitarbeiter im Unternehmen stieg weltweit um zwei Prozent auf knapp 26.500.Der Sprecher der Unternehmensleitung, Heribert Johann, bewertete das Geschäftsjahr als Erfolg. Boehringer Ingelheim wachse dynamisch. "Wir haben unsere anspruchsvollen Ziele für 1999 erreicht", sagte Johann. Er hob die Entwicklung des Betriebsergebnisses hervor, das sich auf etwa 1,3 Milliarden Mark fast verdoppelte. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Sprecher der Unternehmensleitung eine Fortsetzung des Wachstumskurses. Bei den Ergebnissen hoffe man trotz erhöhter Aufwendungen, beispielsweise für Investitionen sowie für Forschung und Entwicklung, an das Niveau des Vorjahres anknüpfen zu können.
Das wichtigste Geschäftsgebiet für Boehringer Ingelheim ist der Humanpharma-Bereich, in dem im vergangenen Jahr mehr als 90 Prozent der Erlöse erwirtschaftet wurden. Sie beliefen sich auf 9,1 Milliarden Mark (+15,5 Prozent). Davon entfielen gut 7,7 Milliarden Mark auf verschreibungspflichtige Arzneimittel (+18 Prozent), gut 1,1 Milliarden Mark auf Selbstmedikations-Präparate (-1,7 Prozent) und etwa 250 Millionen Mark auf das Tätigkeitsgebiet "Industrielle Biopharmazeutika", in dem die Biopharma-Aktivitäten von Boehringer Ingelheim zusammengefasst sind (+60 Prozent).
Den leichten Rückgang im OTC-Geschäft erklärte das Unternehmen mit einem langsameren Wachstum als in den vergangenen Jahren in den USA sowie wirtschaftlichen Problemen in Lateinamerika. Das Geschäftsgebiet Tiergesundheit wuchs trotz ungünstiger Marktbedingungen und starkem Wettbewerb um sechs Prozent auf knapp 500 Millionen Mark und damit doppelt so stark wie der Weltmarkt. Der Rückgang im Chemikaliengeschäft um 10 Prozent auf 330 Millionen Mark war bedingt durch eine stärkere Konzentration auf die Eigenversorgung sowie den Verkauf von Nebengeschäften.
Boehringer Ingelheim ist ein forschendes Pharmaunternehmen. Gut 16 Prozent der Gesamterlöse, oder 1,62 Milliarden Mark, wurden im vergangenen Jahr für Forschung, Entwicklung und die Klinischen Prüfungen aufgewendet. Wie der stellvertretende Sprecher der Unternehmensleitung, Rolf Krebs, erläuterte, seien ausreichende Gewinnmargen nur noch bei Produkten zu erzielen, die einen deutlichen therapeutischen Fortschritt darstellten. "Damit gerät die Attraktivität eines Produktes ins Zentrum der Entscheidungsprozesse", sagte Krebs. Boehringer Ingelheim habe sich folglich entschlossen, sich "von einem forschungsbasierten zu einem forschungsgetriebenen" Unternehmen weiter zu entwickeln. Das bedeute, dass nicht nur in etablierten Indikationsgebieten geforscht werde, sondern auch neue Indikationen zugelassen würden. Im Zweifelsfall sei der Innovationskraft des Unternehmens Vortritt vor den angestammten Indikationsgebieten zu geben, sagte Krebs.
Krebs wies als Beleg für die Innovationskraft von Boehringer Ingelheim auf den hohen Anteil "neuer" Produkte, das sind Präparate, die weniger als fünf Jahre auf dem Markt sind, im Produktportfolio des Unternehmens hin. Der Anteil betrug für die Humanpharmaprodukte im vergangenen Jahr 22 Prozent und soll in diesem Jahr auf mehr als 30 Prozent steigen. Die wichtigsten Produkte von Boehringer Ingelheim waren im vergangenen Jahr die Atemwegspräparate ATROVENT® mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Mark, MUCOSOLVAN® (622 Millionen Mark) und COMBIVENT® (558 Millionen Mark). Gut positioniert waren auch die neuen Produkte ALNA® (Tamsulosin), ein Medikament für gutartige Prostatavergrößerung, mit einem Umsatz von 417 Millionen Mark, und das Anti-HIV-Präparat VIRAMUNE® (Nevirapin) mit einem Umsatz von 440 Millionen Mark. Positive Impulse erwarte Boehringer Ingelheim, so Krebs, auch von den neuen Produkten MOBIC® (rheumatische Erkrankungen), MICARDIS® (Bluthochdruck) und AGGRENOX® (Schlaganfall-Prophylaxe).
Zur optimalen Vermarktung des Produktnachschubs setze Boehringer Ingelheim auch in Zukunft auf zwei Standbeine: auf Kooperationen und Lizenznahmen. "Um die Präferenz, die üblicherweise eigenen Präparaten gegenüber einlizensierten Produkten entgegengebracht wird, abzubauen, haben wir unsere Forschung und Entwicklung für beide Quellen des Produktnachschubes verantwortlich gemacht", sagte Krebs. Strategisch sei damit die F+E "ins Zentrum des Unternehmens" gerückt worden, indem sie für den gesamten Produktnachschub verantwortlich zeichne.
Große Bedeutung misst das Unternehmen dem US-amerikanischen Markt zu. Hier wuchs Boehringer Ingelheim im vergangenen Jahr um knapp 20 Prozent auf 3,3 Milliarden Mark. Die USA sind mit weitem Abstand der größte Markt für das Ingelheimer Pharmaunternehmen. Nach Japan folgte Deutschland mit knapp 1,2 Milliarden Mark auf Platz drei.
In seiner Analyse des Geschäftsjahres 1999 setzte sich Heribert Johann ausführlich mit der Situation in Deutschland auseinander. Erstmals, so der Sprecher der Unternehmensleitung, sei beim wirtschaftlichen Klima im Lande nach Jahren der Stagnation "Besserung spürbar", selbst wenn von "echten Reformen" noch nicht die Rede sein könne. Boehringer Ingelheim wuchs auf dem deutschen Markt um zehn Prozent. Dagegen ging die Anzahl der Mitarbeiter in Deutschland 1999 um 1 Prozent auf 8.164 leicht zurück. Grund hierfür seien die Trennung von Geschäftsteilen und die natürliche Fluktuation, so Johann. Bereits in diesem Jahr erwarte man aber wieder einen Anstieg der Beschäftigtenzahl. Einen Zuwachs gab es im vergangenen Jahr bei der Ausbildung in Deutschland. Die Ausbildungsquote stieg auf 5,5 Prozent (1998: 5,3 Prozent).
Beschäftigungsimpulse gingen insbesondere von den Investitionen des Unternehmens aus. So plane man die Erweiterung der biopharmazeutischen Produktion bei der Tochtergesellschaft Boehringer Ingelheim Pharma KG am Standort Biberach. Hierfür würden über die nächsten Jahre etwa 430 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. 400 neue Stellen entstünden dabei, so Johann. Erst im vergangenen Jahr wurde in Ingelheim mit einer weiteren Großinvestition des Unternehmens begonnen, dem Bau eines neuen Pharma-Wirkstoffbetriebes mit einem Investitionsvolumen von etwa 350 Millionen Mark. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Johann mit Investitionen in Sachanlagen von knapp 1 Milliarde Mark, das sind 33 Prozent mehr als im Vorjahr.
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