pts19980116013 in Business
BMAGS: Zählung der Arbeitslosen entspricht internationalen Standards
Haiders "Rechenkünste" als unseriöser Umgang mit Daten zurückgewiesen -
Wien (pts013/16.01.1998/15:58)
Das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat heute die Vorwürfe des FPÖ-Bundesobmannes, Dr. Jörg Haider, Österreich würde bei der Erstellung der Arbeitslosenstatistik nicht korrekt vorgehen, als absurd und völlig haltlos zurückgewiesen. Die "Rechenkünste" Haiders seien entweder auf völlige Unkenntnis der Datenlage oder auf absichtlichen unseriösen Umgang mit Daten zurückzuführen. Daran würde auch der Hinweis auf einen WIFO-Experten nichts ändern, stellte das Sozialministerium fest.In Bezug auf die beim Arbeitsmarktservice registrierten Arbeitslosen sind die Erfassungsmodalitäten bzw. die institutionellen Gegebenheiten (Pensionsversicherungssystem, Dauer des KUG-Bezuges, etc.) in vielen Staaten durchaus ähnlich. Das heißt, daß auch in anderen Staaten Pensionsempfänger, Schulungsfälle, KUG-Bezieher u.a. nicht in der Arbeitslosenstatistik aufscheinen. Pensionsempfänger, zum Beispiel, stehen per definitionem der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung und sind daher nicht im Arbeitskräftepotential und somit folgerichtig auch nicht in der Arbeitslosenstatistik erfaßt.
Gerade um den länderspezifischen institutionellen Eigenheiten zu begegnen, wurde für den internationalen Vergleich seitens der ILO, OECD und EUROSTAT eine Standardisierung der Erfassung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit herbeigeführt. Damit sei eine weitgehende Vergleichbarkeit gegeben. Nach diesen international anerkannten Berechnungsmethoden weise Österreich eine Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent (EUROSTAT-Wert von Oktober 1997) und somit die günstigste Position nach Luxemburg innerhalb der Europäischen Union auf.
Ein vom Institut für Höhere Studien durchgeführtes Arbeitsmarkt- bzw. Arbeitslosigkeitsranking nach relevanten Indikatoren (Beschäftigungsquote, Arbeitslosigkeit, Jugendarbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit) weise Österreich EU-weit in der Gesamtbewertung sogar auf dem ersten Platz aus, betonte eine Sprecherin des Sozialministeriums.
Bilde man aus den oben genannten Indikatoren einen Sammelindex, so liege Österreich noch vor Dänemark und Luxemburg an 1. Stelle. Es zeigt sich dabei, daß auch das häufig vorgebrachte Argument, hierzulande verstecke man ja nur die Arbeitslosigkeit (beispielsweise in Frühpensionierungen), nicht richtig ist.
Beschäftigungszuwachs seit 1990
Entgegen der wiederholten Schwarzmalerei durch Haider habe sich aufgrund der enormen wirtschaftlichen Dynamik in allen Bereichen die Beschäftigungssituation wesentlich verbessert. Österreich sei neben Norwegen, Dänemark und Irland das einzige europäische Land, das seit 1990 einen kräftigen Beschäftigungszuwachs aufweise, stellte das Sozialministerium fest. Seit 1990 sei die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 175.000 (+6 %) gestiegen. Seit 1983 seien es um 320.000 (+12 %) mehr. Bis 1999 werde durch die Wirtschaftsforscher ein weiterer Zuwachs um 45.000 prognostiziert.
Arbeitsmarkt Mitte Jänner 1998 - offene Stellen um 22,5 % gestiegen
Insgesamt waren Mitte Jänner 1998 bei den regionalen Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice 295.257 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 4.864 oder 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Jedoch ist der Anstieg seit Dezember 1997 mit 9,6 Prozent wesentlich geringer ausgefallen als im Vorjahr. Damals betrug der Anstieg 11,3 Prozent.
Der Bestand an offenen Stellen weist Mitte Jänner 1998 mit einer Zunahme um 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf eine bessere Konjunktur hin. Auch gegenüber Ende Dezember 1997 nahm die Zahl der offenen Stellen zu.
Der Lehrstellenmarkt zeigt weiterhin eine Entspannung. Die Zahl der Lehrstellensuchenden nahm um 22,2 Prozent ab. Bei den offenen Lehrstellen gab es im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme. (Ende)
| Aussender: | Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales |
| Ansprechpartner: | Dr. Gisela Kirchler-Lidy, email: <A HREF=mailto:gisela.kirchler@bmas.gv.at>gisela.kirchler@bmas.gv.a |
| Website: | www.bmags.gv.at/ |
