pte19971014002 in Business
Bebrütete Hühnereier ersetzen Versuchstiere
Neue Methode für die Krebsforschung und die Kosmetikbranche geeignet
Ulm (pte) (pte002/14.10.1997/12:32)
Über eineinhalb Millionen Versuchstiere standen im vergangenen Jahr in deutschen Labors Forschungszwecken zur Verfügung. Ulmer Forscherinnen haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das zur Untersuchung menschlicher Haut bebrütete Hühnereier einsetzt. Im Dezember erhalten die Wissenschaftler dafür den Felix-Wankel-Tierschutzpreis."Normalerweise werden für die Untersuchungen von menschlicher Haut Nacktmäuse ohne Immunsystem verwendet", erläutert Karin Kunzi-Rapp vom Institut für Lasertechnologie und Meßtechnik der Universität Ulm, "wir kommen mit angebrüteten Hühnereiern aus." Die Wissenschaftlerinnen verpflanzen die Hautstücke, an denen getestet werden soll, auf die Choria-Allantois-Membran, die den Embryo umgibt. Auf dieser Membran befindet sich das Gefäßsystem, das den Hühnerembryo mit Nährstoffen versorgt. Es ist nicht mit Nervenfasern durchzogen.
Erst nach 14 Tagen bildet sich das Immunsystem des Embryos aus, das die Hautimplantate abstoßen könnte. Von den Tests auf der Membran bekommt er laut Kunzi-Rapp nichts mit: "Da wir den Embryo eigentlich gar nicht berühren, können wir schon sehr stark davon ausgehen, daß der er die Reize der Tests, die wir vornehmen müssen, nicht als Schmerz empfindet."
Die Hühnereier können in der Krebsforschung und in den Laboratorien der Kosmetikindustrie eingesetzt werden. Auch bei der Erforschung von Hautkrankheiten können sie gute Dienste leisten. Nur Langzeitversuche müssen in diesen Fällen noch mit Mäusen durchgeführt werden. (Quelle: Klaus Herbst, Karin Kunzi-Rapp) (Ende)
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