pte20000204015 in Leben
Bakterien können Arthritis und andere Autoimmunkrankheiten auslösen
US-Studie belegt Zusammenhang zwischen bakteriellen Infektionen und Autoimmunkrankheiten
Baltimore/Maryland (pte) (pte015/04.02.2000/11:00)
Salmonellen können tatsächlich Arthritis auslösen, weil ein verwirrtes Immunsystem auch gesunde Zellen angreift, die eingedrungenen Bakterien ähneln - so das Ergebnis einer US-Studie, die eine Zusammenhang zwischen bakteriellen Infektionen und Autoimmunkrankheiten nachweist. Bei solchen Erkrankungen, darunter auch Arthritis, bekämpft das Immunsystem normale, gesunde Zellen. Der Grund dafür, so fanden die Forscher der Johns Hopkins University http://hopkins.med.jhu.edu/ jetzt heraus: Die gesunden Zellen tragen einen Marker, der einem Protein der zu vernichtenden Bakterien ähnelt. http://hopkins.med.jhu.edu/press/2000/JANUARY/000131.HTMZudem attackieren Immunzellen nach einer bakteriellen Erkrankung gelegentlich auch "unschuldige Passanten" unter den Zellen: nie infizierte, gesunde Zellen, die aber durch Strahlung, Umweltgifte oder die körpereigenen Stress-Chemikalien geschwächt sind. "Wir fanden die Beweise, dass das Immunsystem betrogen werden kann", so Mark Soloski, Leiter des Forscherteams. http://www.med.jhu.edu/gradweb/immunology/faculty/soloski.html Die Studie zeige einen möglichen Ursprung vieler Autoimmunkrankheiten, eventuelle umwelt- oder erbgut-bedingte Auslöser lassen sich auf dieser Basis erforschen.
Das Team konzentrierte sich auf Salmonellen, die schon lange unter dem Verdacht stehen, bei manchen Menschen außer einer Lebensmittelvergiftung auch Arthritis auszulösen: "Bis zu zehn Prozent der Salmonellen-Erkrankten entwickeln eine Art Reaktions-Arthritis, die ein paar Wochen anhält", so Soloski. Doch eine kleinere, wichtige Zahl dieser Patienten bekommen eine schwere, verkrüppelnde und lang andauernde Form von Arthritis."
Die Wissenschaftler beobachteten so genannte cytotoxische T-Lymphozyten (CTL), typische Immunzellen zur Bekämpfung von Bakterienerkrankungen. Bei salmonellen-erkrankten Mäusen reagierte mindestens die Hälfte der CTLs nicht nur auf das bakterielle Protein, dass sie zerstören sollen, sondern auch auf sehr ähnliche mauseigene Proteine in gesunden Zellen. "Dies ist eine gewaltige Immunreaktion. Es beweist, dass die Immunzellen bereitwillig auch auf extrem ähnliche Moleküle reagieren", so Soloski. Zudem attackierten CTLs gelegentlich auch gesunde, aber durch hohe Temperatur, Strahlung, andere Infektionen oder ähnliches gestresste Körperzellen. Die Ergebnisse ließen sich direkt auf den Menschen übertragen. Nun untersuchen die Wissenschaftler, weshalb und wie die Immunreaktion bei manchen Mäusen und Menschen letztendlich zur Arthritis führt. (John Hopkins University) (Ende)
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