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pte20211004041 Technologie/Digitalisierung, Medizin/Wellness

Autonomer Rollator fährt alleine zu Patienten

Günstige Neuentwicklung von Forschern der Hokkaido University soll Pflegepersonal entlasten


Gewichtsreduzierung und Motorunterstützung beim Laufen (Foto: Mori et al.)
Gewichtsreduzierung und Motorunterstützung beim Laufen (Foto: Mori et al.)

Sapporo (pte041/04.10.2021/12:30) - Forscher der Hokkaido University http://www.global.hokudai.ac.jp haben einen autonomen Hightech-Rollator für Behinderte in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen entwickelt, der sich dank eines speziellen Senders anfordern lässt. Er lokalisiert den Standort desjenigen, der den Ruf ausgesandt hat und rollt automatisch zu seinem Ziel. Dazu nutzt er ein System der Indoor-Navigation.

Rollator besser als Rollstuhl

"Wenn ein Patient in der Lage ist, mit der Unterstützung eines Rollators zu gehen, empfehlen Ärzte in der Regel die Nutzung dieses Geräts statt eines Rollstuhls", sagt Yuto Mori, einer der Entwickler des Geräts. "Pflegekräfte müssen ihn bisher zum Patienten tragen, was eine Belastung für das Personal darstellt und das Selbstwertgefühl des Patienten verringern kann."

Wie herkömmliche Gehhilfen reduziert der neuartige Rollator das Gewicht des Patienten, das auf den Beinen lastet. Zudem unterstützt er feinfühlig bei der Vorwärtsbewegung. Der bürstenlose Gleichstrommotor dreht, wenn er vom Behinderten genutzt wird, die Räder in Gehrichtung, sodass er auch beim Vorwärtskommen unterstützt wird.

Funktionalität zum Bestpreis

Mori und seine Kollegen haben die Funktionen der autonomen Gehhilfe in Tests untersucht. Sie testeten sowohl die Fähigkeit, Menschen beim Gehen zu unterstützen, als auch die Effizienz, Benutzer autonom zu erreichen. Unterwegs müssen sie meist eine Reihe von Hindernissen umfahren, etwa Betten, die zwischenzeitlich auf Gängen abgestellt werden. Die Ergebnisse waren sehr vielversprechend, denn beide Funktionalitäten ließen sich erreichen, obwohl die Gehhilfe mit kostengünstigen Komponenten hergestellt wurde.

Im Gegensatz zu anderen Robotersystemen für Anwendungen im Gesundheitsbereich sei der autonome Walker sehr kostengünstig und somit im großen Maßstab einsetzbar. "Als nächstes planen wir, einen Algorithmus zu entwickeln, der den Zustand des Benutzers angemessen erfassen und ihn nur so stark zu unterstützen, wie es der Behinderte benötigt. Darüber arbeiten wir an einer Nothalt-Funktion und einen noch besseren Hindernisvermeidungs-Algorithmus, um die Sicherheit des Systems weiter zu verbessern."



(Ende)
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