pte19971108006 in Business
Antikörper zum Nachweis von BSE und CJK entdeckt
"15B3" spürt kranke Proteine auf - Praxisreifer Text noch Zukunftsmusik
Zürich (pte) (pte006/08.11.1997/19:55)
Schweizer Wissenschaftler haben jetzt einen Nachweis für den Erreger des Rinderwahnsinns BSE und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit entwickelt. Die Testsubstanz, ein Antikörper mit dem Namen "15B3", soll die krankhaften Prione (Proteine) bereits in sehr geringen Mengen und bald auch in Blut oder ähnlichem nachweisen können. Bisher konnten die Erkrankungen nur durch Untersuchung des Gehirns zweifelsfrei diagnostiziert werden.Bei dem Antikörper handelt es sich um ein biochemisches Erkennungsmolekül, das direkt und ausschließlich an die krankhaften Prionen bindet und somit den Nachweis ermöglicht. Aufgespürt haben die körpereigene Substanz Forscher um den Molekularbiologen Bruno Oesch von der Prinonics AG in Zürich.
Die Wissenschaftler hatten transgene Mäuse mit Prionen infiziert und ihnen dann Antikörper aus der Milz entnommen. "Bisher hatten wir zwar auch Antikörper zur Verfügung, allerdings konnten die nicht ohne weiteres zwischen der normalen und der pathogenen Form unterscheiden", erklärt Oesch. 15B3 soll nun bei Entwicklung von Verfahren erprobt werden, um BSE- und CJK-Tests am lebenden Organismus durchführen zu können.
Derzeit lassen sich die infektiösen Proteine allerdings auch mit Hilfe des Antikörpers noch nicht in Kuhmilch, Muskelfleisch oder Blut aufspüren. Gelingt dieser Nachweis, dann könnte auch ein erster Behandlungsansatz in Reichweite gelangen, hofft Oesch: "Denkbar ist, daß man durch eine passive Immunisierung mittels 15B3 die Krankheit bei Mensch und Tier zumindest verzögern oder sogar heilen kann."
Britische Wissenschaftler haben unterdessen bereits angeregt, ein entsprechendes Nachweisverfahren für Blutkonserven zu entwickeln, um die eventuell mögliche Übertragung von CJK auf die Empfänger zu verhindern. (Ende)
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