pte19971122004 in Business
Antiautoritäre Erziehung findet keinen Anklang mehr
Knapp 80 % glauben: Kinder werden zu liberal erzogen
Bielefeld (pte) (pte004/22.11.1997/17:13)
Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hält nichts von antiautoritärer Erziehung oder Laisser-faire-Pädagogik. In einer repräsentativen Umfrage des Bielefelder Emnid-Instituts im Auftrag des Monatsmagazins SPIEGEL special bekundeten 79 Prozent der Interviewten die Meinung, daß Kinder in den letzten zehn Jahren "eher zu liberal" erzogen worden seien. Nur ganze fünf Prozent sind der Ansicht, die Erziehung sei im vergangenen Jahrzehnt "zu streng" gewesen. Überraschend ist, daß die These von der allzu laschen Kinderstube am nachdrücklichsten (88 Prozent) nicht etwa von den Senioren über 60, sondern in der Altersgruppe der 45- bis 59jährigen vertreten wird, also gerade in jenen Jahrgängen, die vor drei Jahrzehnten zu der rebellischen 68er-Jugend gehörten.Während die Elterngeneration von ihrem früheren Erziehungsideal abrückt, findet es unter deren Söhnen und Töchtern immer noch die meisten Anhänger: Von den 25- bis 29jährigen, zu einem großen Teil 68er-Nachwuchs, meinen nur 67 Prozent, daß die Kinder in den letzten zehn Jahren zu liberal erzogen worden seien. Im ablehnenden Urteil gleichauf mit den Rentnerjahrgängen (80 Prozent) liegen die 18- bis 24jährigen. Eine erstaunliche Auskunft: Schließlich waren die Befragten dieser Altersgruppe selber die Nutznießer der nun beklagten Liberalität, als deren Opfer sie sich offenbar fühlen. http://www.sponsoring-verband.de/emnid.html
Deutsche streben nicht mehr nach Geld
Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft sind wichtiger
Stuttgart - "Streben nach Geld" spielt in der Werte-Hitparade der Deutschen offenbar keine Rolle mehr. Nur noch 15 % der Nachbarn im Norden bekennen sich dazu; auch Fleiß, Pünktlichkeit und Zivilcourage sind nicht mehr die Sache aller Deutschen, heißt es in einer aktuellen Umfrage, die die Zeitschrift "Das Beste" mit dem Meinungsforschungsinstitut EMNID durchgeführt hat. Befragt wurden rund 1.200 Personen ab 14 Jahren aus ganz Deutschland - die Auswertung ist repräsentativ für die Bevölkerung.
Auf die Frage "Welche Werte sind Ihnen besonders wichtig?" nennen die meisten Befragten gleich mehrere aus einer vorgegebenen Liste, allen voran: Ehrlichkeit (90 Prozent). Hilfsbereitschaft folgt mit 76 Prozent auf Rang zwei, Treue mit 73 Prozent auf dem dritten Platz. Bei der Frage nach der Wertevermittlung stehen für 96 Prozent der Befragten die Eltern an erster Stelle, gefolgt von 69 Prozent, die hier eine Aufgabe der Lehrer sehen. Weit abgeschlagen sind Vorgesetzte (29 Prozent), Kirchen (23 Prozent) und Vereine (18 Prozent).
Damit in Einklang stehen die Antworten auf die Frage, welche Maßnahmen wohl am geeignetsten wären, um Werte in unserer Gesellschaft durchzusetzen. Jeweils 92 Prozent der Befragten nennen hier "mehr Zeit für Kinder" und "mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze". Für eine schärfere Kontrolle der Medien entscheiden sich 62 Prozent der Befragten. (Ende)
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