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pte20201217003 Medien/Kommunikation, Politik/Recht

Aggressive Polit-Werbung schadet Kandidaten

Zu extreme Kampagnen radikalisieren Wählerbasis und schrecken Unentschlossene ab


Trump: aggressive Kampagnen kosten Wähler (Foto: pixabay.com, gfkDSGN)
Trump: aggressive Kampagnen kosten Wähler (Foto: pixabay.com, gfkDSGN)

Dartmouth/Düsseldorf (pte003/17.12.2020/06:10) - Aggressive politische Werbung kostet Wahlkandidaten oft Stimmen. Durch zu angriffige Kampagnen werden treue Wähler radikalisiert, Unentschlossene sind dagegen schnell abgeschreckt. Das bewirkt, dass nur ein fanatischer, aber immer kleiner werdender Kreis von Menschen einen Kandidaten unterstützt. Das zeigt eine Studie des Dartmouth College http://home.dartmouth.edu .

"Schulterschluss mit Wählern"

"Wahlkampagnen müssen unentschlossene Wähler dort abholen, wo sie stehen. Durch soziale Medien ist es heute sehr einfach, Wählergruppen differenziert zu betrachten und genau zu erkennen, bei welchen Themen sie unzufrieden sind. Kandidaten können hier einen gezielten Schulterschluss mit ihnen schließen. Erst wenn ein Konsens erreicht ist, können sie die Inhalte zuspitzen oder angriffig werden, ohne dabei abschreckend zu wirken", sagt Kommunikationsexperte Christian Scherg http://revolvermaenner.com gegenüber pressetext.

Die Forscher haben anhand von Daten aus der US-Präsidentschaftswahl 2016 ein Computermodell erstellt, das Social-Media-Nutzer simuliert. Das System hat analysiert, welchen Einfluss politische Kampagnen, persönliche Meinungen und soziale Kontakte auf Wähler haben. Dabei hat sich gezeigt, dass extreme Werbung Menschen mit moderaten Ansichten verscheucht.

Fanatiker schrecken Freunde ab

Treue Anhänger eines Kandidaten werden durch aggressive Kampagnen dagegen selbst extremer, was sich auch in ihren sozialen Netzwerken zeigt. So können fanatische Wähler sogar ihre persönlichen Freunde abschrecken, wenn diese politisch eher in der Mitte stehen. Und zu aggressive Politiker können oft keine breite Masse ansprechen und verlieren an Wählern.

Laut dem Computermodell können aber selbst gemäßigte Menschen in Blasen landen, wenn sie nur für Meinungen offen sind, die den eigenen ähnlich sind. Die Forscher warnen davor, dass dadurch eine starke Polarisierung entsteht und sich zwei extreme Echokammern gegenüberstehen, die ihre Ansichten nicht ändern.

(Ende)
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