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300 oder 2'500 Franken Franchise? Warum Schweizer zunehmend die Extreme wählen


Welche Franchise rechnet sich bei ihrem Lebensstil? (Foto: Unsplash)
Welche Franchise rechnet sich bei ihrem Lebensstil? (Foto: Unsplash)

Bern (ptp007/18.09.2026/08:05)

Bei der Krankenkassen-Franchise entscheiden sich Schweizer Versicherte zunehmend für klare Extreme. 2026 entfallen knapp 77 Prozent der gewählten Franchisen auf CHF 300 oder CHF 2'500. Die Zwischenstufen sind deutlich weniger beliebt. Der Grund: Wer Prämie, Eigenrisiko und erwartete Gesundheitskosten genau berechnet, stellt häufig fest, dass die vermeintlich vernünftige Mitte finanziell nicht die beste Lösung ist.

Bei der Wahl der Krankenkassen-Franchise setzt sich ein deutlicher Trend fort: Viele Versicherte entscheiden sich entweder für die tiefste Franchise von CHF 300 oder für die höchste von CHF 2'500. Zwischenlösungen wie CHF 1'000 oder CHF 1'500 spielen eine deutlich kleinere Rolle.

Der Grund liegt im Verhältnis zwischen Prämienersparnis und Eigenrisiko. Eine hohe Franchise reduziert die monatliche Prämie, dafür müssen Versicherte im Krankheitsfall einen grösseren Teil der Kosten selbst tragen. Wer CHF 2'500 wählt, sollte deshalb genügend finanzielle Reserven besitzen.

Die höchste Franchise lohnt sich besonders häufig für Personen, die selten medizinische Leistungen benötigen, keine regelmässigen Medikamente beziehen und keine grösseren Behandlungen erwarten. Wer dagegen laufende Therapien, Medikamente oder geplante Eingriffe hat, fährt mit CHF 300 oft besser.

Wer seine Krankenkassen vergleichen möchte, sollte deshalb nicht nur die Monatsprämie betrachten. Entscheidend sind die gesamten Jahreskosten aus Prämien, Franchise und Selbstbehalt.

Warum die Mittel-Franchise oft verliert

Franchisen von CHF 500 bis CHF 2'000 wirken auf den ersten Blick wie ein vernünftiger Kompromiss. Rechnerisch sind sie jedoch nicht automatisch optimal. Der Prämienrabatt steigt nicht im gleichen Verhältnis wie das zusätzliche finanzielle Risiko.

Modellrechnungen zeigen deshalb häufig ein klares Bild: Bei tiefen Gesundheitskosten ist CHF 2'500 attraktiv, bei hohen Gesundheitskosten CHF 300. Wo der persönliche Wendepunkt liegt, hängt von Krankenkasse, Prämienregion und Versicherungsmodell ab.

Ein aktueller Krankenkassenvergleich sollte deshalb verschiedene Franchise-Varianten direkt gegenüberstellen.

Franchise und Anbieter gemeinsam prüfen

Auch der Versicherer und das gewählte Modell beeinflussen die jährlichen Kosten. Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modelle können die Prämie zusätzlich reduzieren.

Wer seine Kosten optimieren möchte, sollte daher gleichzeitig prüfen, ob es sinnvoll ist, die Krankenkasse wechseln zu wollen und die Franchise neu festzulegen.

Das Portal Krankenkasse-wechseln-Schweiz erklärt auf seiner Informationsseite zur Franchise der Krankenkasse, wie Kostenbeteiligung, Wahlfranchisen und Prämienrabatte zusammenspielen.

Wer zusätzlich seine Krankenkassen kündigen, beziehungsweise den Anbieter wechseln möchte, sollte die geltenden Fristen frühzeitig beachten.

Nicht nach Bauchgefühl entscheiden

Die Wahl zwischen CHF 300 und CHF 2'500 ist letztlich eine Frage von Gesundheitskosten und finanzieller Risikofähigkeit. Wer wenig Leistungen erwartet und Reserven besitzt, kann mit CHF 2'500 deutlich Prämien sparen. Wer regelmässige medizinische Kosten hat oder maximale Planbarkeit möchte, ist mit CHF 300 häufig besser bedient.

Die wichtigste Erkenntnis: Die mittlere Franchise ist nicht automatisch der goldene Mittelweg. Eine kurze Jahreskostenrechnung kann zeigen, welche Variante tatsächlich am günstigsten ist.

(Ende)
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