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pte20220922014 Forschung/Entwicklung, Umwelt/Energie

Elektrochrome Fenster ersetzen Jalousien 1.0

Wärmeeintrag der Sonnenstrahlung ist laut FEP entsprechend der Wettersituation regulierbar


Elektrochrome, nicht-geschaltete (unten) und geschaltete Fenster (oben) (Foto: ChromoGenics AB)
Elektrochrome, nicht-geschaltete (unten) und geschaltete Fenster (oben) (Foto: ChromoGenics AB)

Dresden (pte014/22.09.2022/10:30) -

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP http://fep.fraunhofer.de haben eigenen Angaben nach die weltweit erste thermochrome Schicht basierend auf Vanadiumdioxid auf Dünnstglas in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren gefertigt. Dies könnte mechanische Jalousien künftig überflüssig machen und gleichzeitig den Kühl- und Heizenergiebedarf von Gebäuden reduzieren.

Dicke von rund 100 Mikrometern

Laut den Wissenschaftlern sind solche Fenster in der Lage, den Wärmeeintrag der Sonnenstrahlung entsprechend der Wettersituation zu regulieren. Solche elektrochromen Folien lassen sich den Experten nach in Isolierverglasungen einsetzen und kommen nicht nur bei Neubauten zum Einsatz. Auch eine Nachrüstung von Bestandsgebäuden ist möglich und Gegenstand des frisch gestarteten Projektes "FLEX-G4.0".

Das Substratmaterial mit einer Dicke von rund 100 Mikrometern stellt hohe Anforderungen an das Handling und die Skalierung auf größere Flächen gestaltete sich bislang sehr schwierig. Gleichzeitig ist aber der Einsatz einer Polymerfolie als alternatives Substrat, die das Handling erleichtern könnte, nicht ohne weiteres einsetzbar. Grund hierfür sind die hohen Temperaturen von einigen 100 Grad Celsius im Herstellungsprozess, heißt es.

Schalttemperatur 20 Grad Celsius

Die Schalttemperatur liegt bei etwa 20 Grad Celsius. Das thermochrome Dünnstglas, angebracht an Gebäuden, schaltet demnach zwischen transmittivem und reflektivem Zustand um, wenn es über 20 Grad Celsius warm wird. "Diese Schalttemperatur lässt sich entsprechend der klimatischen Anforderungen einstellen durch die Zusammensetzung, die Prozessführung und den Aufbau des Schichtsystems", so FEP-Gruppenleiterin Cindy Steiner.

(Ende)
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