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pte20220621010 Forschung/Entwicklung, Medizin/Wellness

Dominante Persönlichkeiten verändern die Welt

Hirnforscher Hans-Georg Häusel in Fresach: Emotionssysteme treiben uns an


Fresach (pte010/21.06.2022/10:30) -

Wie Wandel entsteht und wie das Neue in die Welt kommt, war Thema des diesjährigen Wirtschaftsforums der Europäischen Toleranzgespräche Anfang Juni im Kärntner Bergdorf Fresach http://fresach.org . Der bekannte Münchner Neuromarketingexperte Hans-Georg Häusel zeigte dabei auf, dass es vor allem die Emotionssysteme sind, die uns antreiben. Es sei das andauernde Spannungsverhältnis im Gehirn, das der Mensch auszugleichen versucht und dabei intuitiv Wandel verursacht.

Was den Menschen evolutionär antreibt, seien eigentlich nur zwei zentrale Aufgaben, sagt Häusel: Überleben und Fortpflanzen. Um diese zwei Aufgaben zu bewältigen, haben wir im Gehirn sogenannte Emotionssysteme - eigentlich Motivationssysteme, die ständig für Impulse sorgen.

Das größte Emotionssystem ist das "Balance-System", das den Weg zu Sicherheit, Bewahrung und Ordnung weist. Ein weiteres wichtiges System ist das "Harmoniesystem", das soziale Bindungen, Fürsorge und Kooperationen regelt. Dann schon kommt unser "Stimulanz"-System, das Neues entdecken möchte und für Neugier und Genuss steht. Schließlich gibt es noch das "Dominanz"-System, das für Durchsetzung, Macht, Effizienz und Autonomie zuständig ist.

Widerspruch im Gehirn

Diese unterschiedlichen Emotionssysteme haben eine eigene Logik und stehen in einem ständigen Spannungsverhältnis. Auf der einen Seite gibt es bewahrende Systeme wie das Balance- oder das Harmonie-System, die jede Art von Veränderung ablehnen. Als große Gegenkraft wirken die handlungsorientierten Systeme wie Stimulanz und Dominanz, die uns in die Zukunft treiben. Da die Systeme unterschiedliche Ausrichtungen haben, entsteht ständig Widerspruch im Gehirn.

Die Menschen sind aber auch sehr unterschiedlich, was sich auch in ihrer Persönlichkeit zeigt. Es gibt Personen mit einem sehr ausgeprägten Dominanz-System (zum Beispiel Politiker oder Führungskräfte), Personen mit einem starken Stimulanz-System (beispielsweise Kreative, Künstler) und wieder andere mit großem Harmoniebedürfnis, die auf Kooperation aus sind (Sozialberufe, Teamplayer etwa).

Grundpersönlichkeit zählt

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge haben in Deutschland etwa 58 Prozent der Bevölkerung ihren Persönlichkeitsschwerpunkt eher in bewahrenden Systemen, sagte Häusel, und das wird in Österreich nicht anders sein. Nur etwa 40 Prozent der Menschen sagen, dass sie bereit seien, Risiken einzugehen, um Neues auszuprobieren. Dass Neues in die Welt kommt, liegt also vor allem an Menschen mit starken Stimulanz- und Dominanz-Systemen, so der Hirnforscher.

Häusel: "Wir haben also eine Grundpersönlichkeit, die von Emotionssystemen her einen gewissen Schwerpunkt hat und die bestimmt, wie wir die Welt sehen und mit Neuem umgehen. Wenn etwa Menschen mit starkem Balance- und Harmoniestreben mit einer Krise konfrontiert werden, bekommen sie Angst. Leute mit starkem Stimulanz- und Dominanz-System hingegen sehen in einem solchen Fall eher die Chancen, die sich dadurch ergeben."

Alter und Geschlecht als Faktoren

Der Mensch verändert sich aber auch im Laufe der Zeit. Der erste Faktor, der hier eine Rolle spielt, ist das Alter. In jungen Jahren sind unsere expansiven Systeme (Stimulanz und Dominanz) noch sehr stark ausgeprägt, während die anderen Systeme dafür relativ schwach aufgestellt sind. Daraus resultiert dann eine extrem hohe Risikobereitschaft.

Häusel: "Je älter wir werden, desto konservativer werden wir und messen den Faktoren Sicherheit und Stabilität immer mehr Wert bei. Natürlich gibt es da aber auch große individuelle Unterschiede. Es gibt auch genug ältere Menschen, die immer noch sehr risikofreudig und offen für Neues sind. Umgekehrt gibt es auch Junge, die geistig so alt sind, wie sie körperlich gar nicht werden können."

Innovation ist vielfältig

Es lassen sich auch Unterschiede zwischen Männern und Frauen finden, erläuterte Häusel in seinem Einleitungsstatement. Bei Männern ist das Dominanz-System im Durchschnitt etwas stärker, bei Frauen das Harmonie-System. Wenn man sich das Thema Innovation anschaut, gibt es allerdings verschiedene Ausprägungen – zum Beispiel die technische oder die soziale und kreative Innovation. "Hier ist es so, dass Männer bei der technischen Innovation viel stärker vertreten sind, während bei sozialen Innovationen eher Frauen federführend sind."

Am Ende, so Häusel, sind es immer die Emotionen, die alles, was wir tun, im Hintergrund steuern. Das beginnt bei ganz alltäglichen Besorgungen bis hin zu politischen Entscheidungen. Deshalb sei es so wichtig, diese Emotionssysteme zu verstehen. Wenn uns das gelingt, diese Systeme und ihre Spannungsverhältnisse besser zu verstehen, verstehen wir auch die Welt besser. Und damit - wie das Neue eigentlich in die Welt kommt.

Das Einleitungsstatement und Podiumsgespräch mit Hans-Georg Häusel kann auf YouTube nachgeschaut werden: http://youtube.com/watch?v=rEwZyqDIqrk

Fotos von der Vormittagssession bei den Toleranzgesprächen sind frei zum Download verfügbar: http://fotodienst.pressetext.com/album/3786



(Ende)
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Ansprechpartner: Markus Steiner
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