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pte20210922022 Bildung/Karriere, Unternehmen/Wirtschaft

Finanzielle Bildung zahlt sich langfristig aus

DIW kritisiert Deutschland für Vorbehalte und nicht vorhandene Implementierung in Lehrpläne


Wachsendes Pflänzchen: Finanzbildung wichtig (Foto: pixabay.com, nattanan23)
Wachsendes Pflänzchen: Finanzbildung wichtig (Foto: pixabay.com, nattanan23)

Berlin (pte022/22.09.2021/13:58) - Finanzielle Bildung beeinflusst sowohl Finanzwissen als auch das Finanzverhalten. Zu diesem Schluss kommt eine Metastudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) http://diw.de . Für die Analyse haben Ökonomen 76 Studien aus 33 Ländern mit 160.000 Teilnehmern systematisch ausgewertet. Für Deutschland besteht Nachholbedarf, so die Experten.

Individuelle Beratung wirksam

Kurse zur finanziellen Bildung wirken ähnlich stark wie Bildungsmaßnahmen in anderen Bereichen. Sie zeigen auch dann positive Resultate, wenn sie beispielsweise relativ kurz sind oder konventionell als Unterricht im Klassenraum stattfinden, heißt es. Am effektivsten sei die individuelle Beratung - aber auch am teuersten. Dass ein Angebot sein Ziel verfehle, sei eher die Ausnahme. Beim Verhalten werde vor allem das Budgetierungs- und das Sparverhalten positiv beeinflusst.

"Das ist durchaus plausibel. Denn in diesem Bereich geht es um eher leicht zu erlernendes Verhalten, das nicht viel kostet, wie etwa das Führen eines Haushaltsbuchs", so DIW-Berlin-Studienautor Lukas Menkhoff. Als eines von 18 OECD-Ländern nimmt Deutschland nicht an der PISA-Erfassung in Bezug auf finanzielle Bildung von Schülern teil. Auch ein bundesweites Schulfach für die finanzielle oder ökonomische Bildung gibt es bisher nicht. Außerdem ist Deutschland neben Österreich das einzige OECD-Land, das in den vergangenen Jahren keine nationale Strategie für finanzielle Bildung verabschiedet hat, kritisieren die Forscher.

Nur nicht Zeit verschwenden

In Deutschland ist etwa jede zehnte Person überschuldet und zu wenige sorgen für ihr Alter ausreichend vor. Fehlende finanzielle Bildung ist dafür ein Grund. "Es ist an der Zeit, auch in Deutschland eine Strategie für finanzielle Bildung auf den Weg zu bringen", sagt Menkhoff. Diese Strategie-Entwicklung sollte wissenschaftlich begleitet werden. Denn aufgrund der immer noch begrenzten Datenlage ist nicht sicher, wie finanzielle Bildungsangebote am besten eingeführt werden sollten. Es sei daher wichtig, weiter zu lernen, welche Methoden unter welchen Umständen besonders gut wirken und somit die öffentlichen Ressourcen bestmöglich einzusetzen.

(Ende)
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